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Schenkungen sind Glücksumstände

Es sei nicht die große spektakuläre Sonderausstellung, gibt der Leiter der Kunstsammlung Gera Holger Saupe zu, trotzdem sei die neue Ausstellung im Westflügel der Orangerie etwas Besonderes. "Vorgestellt" - so der Name der Schau - wird das, was das Herzstück eines Museums ist, nämlich die Sammlung. Nun kann die Geraer Kunstsammlung finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen, um auf dem Kunstmarkt mitbieten zu können. Die rund 1.000 Euro Jahresbudget reichten gerade zum Ankauf eines Bildes. Es handelt sich um das "Kleine Selbstporträt" von Barbara Toch, die in diesem Jahr 60 Jahre alt wurde. "Deswegen können Schenkungen nicht hoch genug geschätzt werden", zeigen sich die Sammlungsmitarbeiter dankbar. Der Glücksumstand traf auf 93 Schenkungen in den vergangenen drei Jahren zu. Insgesamt wuchs die Sammlung in dieser Zeit um 126 Arbeiten, davon konnten drei angekauft werden, und bei 30 Werken handelt es um Dauerleihgaben, wobei das Kultusministerium des Landes Thüringen der größte Dauerleihgeber ist.
In der Ausstellung werden 50 bedeutende Werke von 19 Künstlern aus unterschiedlichen Zeiten und mit verschiedenen Stilen und Handschriften gezeigt. Jedes Bild wurde nicht nur mit Titel, dem Namen des Künstlers und dem Entstehungsjahr gekennzeichnet, sondern auch mit dem Namen des Leihgebers oder des Schenkers.
Wer sind nun diese Menschen? Oft sind es Künstler, deren Werke in einer Ausstellung der Kunstsammlung zu sehen waren. "Sie geben ein Stück Herzblut her", erkennt Holger Saupe an. Maria Schicker und Gerda Lepke zum Beispiel machten ihrer Geburtstadt Gera ihre Referenz durch eine großzügige Schenkung. Ebenfalls eine Verbundenheit zur Geraer Künstlergeneration im Umfeld von Otto Dix und zur Stadt Gera bekundete Prof. Dr. Hans Joachim Neidhardt aus Dresden. Er ist ein entfernter Verwandter des Geraer Malers Paul Neidhardt und durch zahlreiche Künstlerpublikationen ein weithin bekannter und geschätzter Wissenschaftler seines Faches. Er schenkte der Stadt mehrere Werke aus dem Nachlass von Paul Neidhardt (1873 - 1951). Dazu gehört auch das "Karpfenstillleben" aus dem Jahr 1909.
Eine angemessene und fachlich kompetente Präsentation ihrer Sammlung wünschte sich das Ehepaar Ingrid und Werner Welle aus Paderborn. Sie fanden es durch persönliche Kontakte 2007 im Museum für Angewandte Kunst und schenkten dem Haus ihre umfangreiche Keramiksammlung. Begeistert vom neuen Kunsthaus schenkten sie der Stadt Gera im vergangenen Jahr mehrere Werke von Rainer Fetting. Er gehört als "Junger Wilder" zu den bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Künstlern. In seiner gegenständlichen Malerei sei er in der Tradition von Otto Dis zu sehen, erklärt Holger Saupe. Berühmt wurde die Skulptur von Willy Brandt, die im Wilhelm-Brandt-Haus in Berlin zu sehen ist.
Zu den Neuzugängen in der Kunstsammlung, die in der Schau (bis 14. März), vorgestellt werden, gehören auch Werke des Geraer Malers Kurt Günther (1893 - 1955), der einzig noch lebenden Dix-Schülerin Erika Streit, Alfred Ahner (aus seinem Nachlass), des Geraer Künstlers Sven Schmidt und weiterer Künstler. Sie geben aufschlussreiche Einblicke in die Thüringer Kunstgeschichte, spiegeln aber auch zeitgenössisches Kunstschaffen wider.

( Helga Schubert, 05.02.2010 )

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