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Liebe, Grusel und Angeberei

854 Mit-mach- Bögen per Post oder E-Mail, mit denen sich Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein und Südtirol (eine Anfrage kam sogar aus Indonesien) um die Aufnahme in die Kinderjury für das Deutsche Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz bewerben konnten, flatterten in das Spatzenhaus in Gera. 23 film- und fernsehbegeisterte Neun- bis 13-Jährige werden dann die Siegerfilme in den sechs Kategorien küren. Doch zunächst mussten die zukünftigen Juroren erst anhand der Bewerbungen ausgewählt werden. Keine leichte, dafür aber schöne und spannende Aufgabe, wie Festivalleiterin Margret Albers erklärte. Die Qual der Wahl hatten neben Margret Albers und Projektleiterin Katharina Trautmann die Sozial- und Kunstpädagogin Ina Brandt aus Nordgeorgsfehn (Niedersachsen), Erzieher Thomas Gröper aus Jena und Stefan Pfäffle vom Kika in Erfurt. "Jeder liest jede Bewerbung", versicherte Margret Albers, und schreibe dann seine Favoriten auf. Erstaunlich sei, dass es doch ziemlich oft die gleichen sind. Schmunzeln mussten die erfahrenen Fachleute, die seit vielen Jahren die Mitglieder der Kinderjury auswählen und diese dann auch betreuen, als sie die Zuschrift eines 16-Jährigen lasen: Er müsse unbedingt in die Jury aufgenommen werden, da er gehört habe, dass man hier auf einem goldenen Teppich laufen könne.
Seit es den Goldenen Spatz gibt - er wird in diesem Jahr 31 Jahre alt - gibt es auch eine Kinderjury. Zuvor stammten die Kinder aus dem Stadt- und Landkreis Gera, und erst 1993 konnten sich Kinder aus ganz Deutschland bewerben. Schon da wurde deutlich, dass Jungen schreibfauler sind als Mädchen. So beteiligten sich zum Beispiel in diesem Jahr nur 201 Jungen an der Ausschreibung für die Spatzenjury. Insgesamt kommen die Bewerbungen aus allen Bundesländern, wobei Nordrhein-Westfalen an der Spitze liegt. Thüringen steht auf dem zweiten Platz, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Aus Gera möchten 22 Kinder und aus Erfurt 21 in die Spatzenjury, wobei jeweils ein Spatzenfan die Chance hat, die Jury zu besetzen, wie auch jeweils ein Kind sein Bundesland vertreten wird, plus insgesamt fünf aus den Partnerländern Schweiz, Liechtenstein und Südtirol
Wer in der Kinderjury mitarbeiten will, muss zuvor mehrere Frage beantworten. Eine davon lautet, "Welche Geschichten oder Themen würdest du gern einmal im Film oder im Fernsehen sehen?" Über diese Wünsche waren die Fachbetreuer mitunter sehr verblüfft. Neben Alltagsgeschichten, Mobbing übers Internet oder Pubertät möchten die Kinder gern Themen verfilmt sehen, wie zum Beispiel die Erde gerettet werden kann, Bibelgeschichten, Dokumentationen über Deutschlands Straßen, über das Wetter oder historische Geschichten. Ein Junge möchte gern eine Geschichte verfilmt sehen, wie jemand aus dem Baumarkt einen Traktor stiehlt und dann von der Polizei gefasst wird. Liebe, Grusel und Angeberei, fasste ein Bewerber zusammen.
Zum Hauptkriterium für die Auswahl der Spatzenjury zählt die Film- oder Fernsehkritik, die die Kinder mit einreichen müssen. Bei den 854 Bewerbungen schrieben die Kinder Kritiken zu 224 Filmen. "Ein breites Spektrum", betonte Margret Albers. Es reichte von "Benjamin Blümchen", über "Hannah Montana", "Avator" bis zur Pferdeshow "Apassionata" Den ausgewählten Kindern steht eine schöne aber auch anstrengende Zeit bevor. Sie müssen Film- und Fernsehbeiträge von insgesamt 18 Stunden Länge bewerten und bestimmen, wer die begehrte Trophäe, den Goldenen Spatz, erhält. Das Festival findet vom 25. April bis 1. Mai in Gera und Erfurt statt.

( Helga Schubert, 29.01.2010 )

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