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Kunst Bestandteil der Gesamtphilosophie

"Wir haben uns von der klassischen Bauweise verabschiedet." Mit diesen Worten präsentierte Prof. Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender der SRH Heidelberg das neue Konzept des SRH-Wald-Klinkums. Der unkonventionelle Neubau des Geraer Krankenhauses besticht durch ein innovatives Kunstkonzept. "Anstelle der für öffentliche Bauten üblichen ‚Kunst am Bau’, bei dem die Kunstwerke als mehr oder minder pflichtgemäße Anhängsel fungieren, soll bei uns die Kunst das tragende Gerüst sein", so der Erfinder dieses Konzepts Prof. Hekking.
Bis der Bau für das "Bettenhaus am Park" und der neuen Eingangshalle abgeschlossen sind, übernimmt das "Bettenhaus am Wald" die alleinige Funktion der kulturellen Zeitreise. Angefangen im 15. Jahrhundert erstrecken sich bedeutende Dichter und Denker entlang der sechs Stationen. "Diese künstlerisch und museal gestaltete ‚Zeitreise‘, vermittelt quer durch das ganze Klinikum dem Betrachter auf unterhaltsame und populärwissenschaftliche Weise visuelle und auditive Informationen zu ausgewählten kulturellen Aspekten", verdeutlicht Hekking. Künstler wie Walter Gropius, Martin Luther, Tilmann Riemenschneider, Friedrich Schiller, Heinrich Schütz und Carl Zeiss laden die Klinikums-Mitarbeiter sowie die Patienten und deren Besucher zu einer historischen Entdeckungsreise an einen außergewöhnlichen Ort ein.
Schautafeln und eine Plastik des jeweiligen Dichters oder Denkers begrüßen die Eintretenden im Flur der jeweiligen Station. "Jeder Person habe ich ein entsprechendes Material gewidmet, einen Marmorersatz für Schiller, einen Messington für Zeiss, Gropius entsprechend als Bauhausvertreter in Beton. Mit diesen Materialen soll zugleich ein Widererkennungswert und eine Farbigkeit der Person entstehen", erklärt Bildhauer Prof. Jürgen Goertz.
Neben den schillernden Größen der vergangenen Jahrhunderte finden auch regionale Zeitgenossen eine Plattform. Sieben Künstler, darunter Sven Schmidt und Winfried Wunderlich, haben binnen zehn Wochen künstlerische Akkordarbeit geleistet, um die 170 Patientenzimmer jeweils mit einer Dreier-Gruppe von Aquarellen, Fotografien, Zeichnungen u.a. auszustatten. "Insgesamt 2,8 Tonnen Bilderrahmen und mehr als 1.000 Dübel haben wir an die Wand gebracht", so Wunderlich.
Und da nicht in jedes Zimmer hineingeschaut und die Kunst bewundert werden kann, hängen an jeder Tür im Kleinformat die drei hinter der Tür zu erwartenden Objekte mit einer kleinen Beschreibung des jeweiligen Künstlers.
"Wir wollen durch die positive und meditative Wirkung der Kunst den Heilungsprozess unserer Patienten und auch zugleich das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter fördern. In anderen SRH-Klinken wird bereits die Musiktherapie z.B. bei Krebs oder einem Schädel-Hirn-Trauma angewendet", so Dr. Thomas Wolfram, Geschäftsführer des SRH Wald-Klinikums.
Rund eine Million Euro wurden in die gesamthafte künstlerische Ausgestaltung des Krankenhauses investiert. Dazu gehören auch die Gestaltung der Patientenzimmer im zukünftigen "Bettenhaus am Park" mit großen Dichtern und Denkern des zehnten bis 14. Jahrhunderts und ein rund zehn Meter breiter und 5,50 Meter hoher Flügelaltar in der neuen Eingangshalle des Funktionsgebäudes 3. Bis 2012 sollen die Errichtung des Altars und die Gemälde und Plastiken für das "Bettenhaus am Park" fertig gestellt werden.
Nie zuvor gab es diese Symbiose eines Kulturkrankenhauses. Für Gera vielleicht ein marketingtechnisches Werbemittel schlechthin. Vor allem im Zuge der Stadtmarke "Dix".


( Fanny Zölsmann, 22.01.2010 )

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