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Gipfeltreffen in Aga



Es ging heiß her, auf der Einwohnerversammlung am vergangenen Donnerstag in Aga. Das Sorgenkind, die Grundschule in Kleinaga, ist in Gefahr. Es droht die Schließung. Der Ortsteil Aga umschließt Kleinaga, Großaga, Lessen, Reichenbach und Seligenstädt. Hier wohnen insgesamt 1.785 Einwohner und 109 Grundschüler. Eine aktive Elterninitiative, die Schulleitung sowie der Ortschaftsrat fordern den Erhalt des Schulstandortes.
Zahlreich erschienen die Bewohner des Orteils Aga um Ihren Unmut gegenüber OB Dr. Nobert Vornehm Luft zu machen. Bereits 2010 sollen die Agaer Grundschüler an die Langenberger Schule wechseln. Gründe für die Schließung von Seiten der Stadt gibt es viele. Nicht zuletzt die stetig sinkenden Schülerzahlen und notwendigen Kosteneinsparungen. "Derzeit verfügt Gera über 21 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen, worüber andere Städte nur müde lächeln können", so Vornehm. Während Jena das zweieinhalbfache und Zwickau das dreifache jährlich zur Verfügung haben. "Wir müssen uns auf den Weg machen, die Stadt wirtschaftlich zu stabilisieren, damit wir nicht jeden Cent umdrehen müssen", forderte Vornehm.
Das neue Schulgesamtkonzept Geras sieht vor, langfristig 22 Schulen für 80 Millionen Euro in und um Gera zu sichern und stabil zu halten. "Für mich ist es wichtig, dass unsere Kinder eine gute Bildung unter optimalen Lernbedingungen erhalten", sagte Vornehm.
Die geprellten Agaer wollen um ihre Schule kämpfen und monieren die längeren Fahrwege und den Attraktivitätsverlust des Ortes. Offen bleibt auch, was mit dem Gebäude nach der Schließung passieren soll. Verständnisvoll nahm Vornehm den Ärger entgegen: "Mir war klar, dass sie mir nicht um den Hals fallen und um ihre Schule kämpfen wollen, aber genauso müssen wir ein Wir-Gefühl entwickeln und gemeinsam für eine attraktive Stadt werben, die stattfindet."
CDU-Fraktionsvize Bernd Koop beruft sich auf den eventuell neuen Koalitionsvertrag der SPD-CDU-Landtagsregierung und fordert das moderne Bildungskonzept. "Eine Gemeinschaftsschule für längeres gemeinsames Lernen bis Klasse 8 soll dort geschaffen werden", so Koop. "Doch stellt sich die Frage, wenn nur Aga dieses Schulkonzept betreiben würde, ob die anschließende Integration der Schüler in eine Realschule oder ein Gymnasium nicht deutlich schwieriger wäre", beanstandete Vornehm den Antrag der CDU.
Ralf Heuschkel, Elternsprecher der Grundschule Kleinaga, sieht durch die Schulschließung gleichfalls die Lebensqualität des Ortsteils in Gefahr. "Was soll perspektivisch aus Aga werden, wenn die Schule fehlt? Wir wollen unsere Dörfer mit jungen Menschen auch in Zukunft beleben. Denn junge Menschen, die hier bleiben und eine Familie gründen machen eine Stadt attraktiv", sagt er. Doch es ging nicht allein um die Situation der Schule. Der Unmut machte sich generell breit. "Junge Menschen werden nicht wegen Dix kommen, sondern wegen der Chance auf Arbeit", betonte Stadtratsmitglied Ulrich Porst.
Zum einen ist klar: eine Schule allein kann das moderne Bildungskonzept nicht betreiben. Zum anderen: Gera muss sich wirtschaftlich stabilisieren, um langfristig jungen Menschen Perspektiven zu bieten und so dem derzeitigen demografischen Wandel entgegen zu wirken.

( Fanny Zölsmann, 29.10.2009 )

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