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Von der Bank zum Museum

Von der Bank zum Kunstmuseum soll sich die ehemalige Landeszentralbank mausern - und das, so Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm, bis zum 120. Geburtstag von Otto Dix im Jahr 2011. Trotz dieser anspruchsvollen Zielstellung zeigte er sich zur Konzeptvorstellung für das "Kunsthaus" am Montag überzeugt, der Otto-Dix-Stadt Gera damit zu neuem Ansehen zu verhelfen.
Die notwendigen Umgestaltungspläne, die aus dem seit Jahren leerstehenden Gebäude am Hofwiesenpark künftig ein der Kunstwerke würdiges Museum machen, lassen in jedem Fall erahnen, welch großes Projekt man sich vorgenommen hat. "Die Durchsetzung des Datums verlangt größte Kraftanstrengung", so der OB. Er ist sich sicher, damit sogar für die Stadt mehr zu schaffen als mit der BUGA, d.h. nachhaltig Aufmerksamkeit zu erreichen und den Namen "Gera" wieder mit etwas zu verbinden.
Nicht nur das Stadtoberhaupt sieht die Pläne mit Begeisterung, auch zahlreiche Kunstsammler, Galeristen, Museumsexperten und Künstler sind neugierig. Die Otto-Dix-Stiftung sicherte der Stadt bereits großzügige Unterstützung zu. Auch das Sammler-Ehepaar Ingrid und Werner Welle aus Paderborn ist vom Konzept überzeugt und hat der Otto-Dix-Stadt fünf Ölgemälde des Malers Rainer Fetting aus ihrer Sammlung überlassen. "Die sachliche Atmosphäre des Chipperfield-Baus bietet genau das richtige Ambiente für die Arbeiten", so Werner Welle. Dr. Vornehm nahm die Gemälde in Empfang und sah in ihnen die Konzeption bestätigt, die Werke von Otto Dix neben denen zeitgenössischer Künstler zu zeigen.
Das mit dem Umbau des Gebäudes beauftragte Büro des Londoner Architekten David Chipperfield, der auch das Bankgebäude in Gera einst konzipierte, stellte zum Präsentationstermin zwei verschiedene Baupläne vor. Man wolle insgesamt dem Trend und dem Bauwerk nachgebend, Kunst im Tageslicht zeigen - dabei aber möglichst viele der bestehenden Räume erhalten. Die nach Meinung des Design Direktors "spannende Raumaufteilung mit unterschiedlichen Lichtstrukturen" biete beste Voraussetzung für ein Museum. Man wolle den Eingangsbereich etwas verändern, offener gestalten, dort ein Museumscafé und einen Museumsshop unterbringen. Der große Treppenaufgang, der Technik- und Anlieferungsbereich würden erhalten bleiben. Im Obergeschoss würden den Besucher lange, hohe Galerieräume, kleinere Sonderausstellungsräume und große, lichte Abschnitte für wechselnde Ausstellungen erwarten.
Die erste Variante würde mit 7,5 Millionen, die zweite - mit mehr Quadratmetern und Oberlicht-Räumen - 8,45 Millionen Euro kosten. Der Umbau soll mit Fördermitteln des Freistaates Thüringen unterstützt werden, so der OB. Den Eigenanteil von 2,21 bzw. 2,45 Millionen wolle man überwiegend durch private Gelder aufbringen.
Kurator Dr. Paul Kaiser sprach sich ebenso für das ehrgeizige Projekt aus. Man solle den international namhaften Architekten Chipperfield als Marke und auch das bestehende Interesse einflussreicher Sammler für sich nutzen. Jetzt stünden die Chancen gut, hochkarätige Sammlungs-Konvolute zu bekommen. Auch Geras Kunstsammlungs-Leiter Holger Saupe bekräftigte das Vorhaben: "Gera schreibt mit einem solchen Kunsthaus Stadt- und Museumsgeschichte."

( Christine Schimmel, 23.10.2009 )

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