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Weltentor-Hoffnung hat sich zerschlagen

Fast hatte sie Tränen in den Augen. So viel Hoffnungen, so viel Erwartungen und so viel Mut, aber es hat alles nichts genützt. Silvia Käfferbitz, eine der Geschäftsführerin der Nachfolgegesellschaft der insolventen Weltentor GmbH, winkt resigniert ab. Mit drei weiteren Mitarbeitern hatte sie voller Optimismus im Juli das Zepter in die Hand genommen. "Weil wir an das Konzept glauben", versichert Konrad Kessler, ebenfalls Geschäftsführer. Und so sahen es anfangs auch nicht nur die Stadt Ronneburg, sondern auch der Landkreis Greiz und das Land Thüringen. Schließlich sollte die Neue Landschaft, die mit vielen Millionen Euro für die Bundesgartenschau 2007 hergerichtet worden ist, danach keine Investruine werden. Und doch steuert nun alles darauf zu.
Zur Buga wanderten Tausende von Menschen durch das insgesamt 90 Hektar große Gelände. Alle waren begeistert, von dem, was sie sahen, von dem, was aus der vom Erzbergbau zerschundenen Landschaft hervor gewachsen war. Was aber, wenn die Blumen verblüht sind, die Buga GmbH ihre Anlage abgebaut und die Tore endgültig geschlossen haben? Da kam die Idee, einen Fantasiepark im Mittelalterstil zu errichten gerade recht. Landrätin Martina Schweinsburg versprach sich damals viel von der Ansiedlung des Themenparks und vermutete zur Unterzeichnung der Verträge eine große Ausstrahlung auf das Umland. Nicht nur wegen der zu erwartenden Touristen, die der Park anlocken wird, sondern auch durch die Schaffung von Arbeitsplätzen oder die Bindung von örtlichen Lieferanten durch die Weltentor-GmbH. "All das kann unserer Region nur gut tun", war ihre Überzeugung.
Nun droht nach der Insolvenz der damals angetretenen Weltentor-Betreiber das endgültige Aus (Wir berichteten). Der Nachfolgegesellschaft, die sich aus Mitarbeitern gegründet hat, fehlt das Geld, und sieht sich nach dem erneuten verregneten Wochenende außerstande, den Park weiterzuführen. Fördergelder sind nicht geflossen, die Gläubigerliste ist lang. "Das betrifft zwar die GmbH, aber wir sind froh, dass uns die Firmen nicht alles weggeholt haben", sagt Silvia Käfferbitz. Das Schlimmste seien jedoch die bürokratischen Fallstricke, und einen Gesprächstermin beim Landratsamt habe sie auch noch nicht bekommen.
Die Buga ist verblüht, aber der Fantasiepark hätte der Neuen Landschaft auch nicht schlecht zu Gesicht gestanden. Es gibt aber auch noch weitere Enthusiasten, die an das Konzept glauben. Es ist der gemeinnützige Verein, der sich um das Weltentor gegründet hat. Vielleicht wäre eine nicht-kommerzielle Nutzung möglich, überlegt Konrad Kessler. Aber positive Signale hat es vom Hauptgläubiger, der Sparkasse Gera-Greiz, und der Stadt Ronneburg nicht gegeben. Im Gegenteil: Auch die Nachfolgegesellschaft muss Insolvenz anmelden. "Es hat nichts gefruchtet. Das tut weh", verabschiedet sich traurig Silvia Käfferbitz. Jetzt müssen die Schlüssel endgültig abgegeben werden. Trotzdem bleibt die Frage: Was geschieht nun mit den Hütten, den Häuschen, der Burganlage mit der Zugbrücke, den Zelten. Wird jetzt Gras darüber wachsen? Stehen die 20 Mitarbeiter auf der Straße? Zumindest haben die restlichen Tiere, die Ziegen, Esel und Hühner, ein neues Zuhause gefunden.

( Helga Schubert, 16.10.2009 )

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