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Über die Grenzen von Konfessionen und Fraktionen

Etwas gemeinsam zu bewegen oder etwas Einschneidendes zu erleben schweißt zusammen, egal, wie man sich sonst gegenübersteht. Einschneidend und verbindend waren ohne Zweifel die Ereignisse des "Wende"-Herbstes 1989. In diesem Herbst jährt sich die deutsche Wiedervereinigung nun zum 20. Mal. Grund nicht nur, um diese in der Geschichte einmalige friedliche Revolution zu feiern, sondern auch an die negativen Zeiten zu erinnern und zu mahnen.
Überall in der Bundesrepublik wird mit unterchiedlichsten Festlichkeiten und Ausstellungen auf eine spezielle Art erinnert. In Gera wird am Donnerstag, 5. November, zum "Gang der Geschichte" eingeladen. Unterschiedliche politische Fraktionen, die Geraer Kirchen und verschiedene Arbeitsgemeinschaften haben sich zusammengetan, um dieses Ereignis auf die Beine zu stellen. Am Beginn steht um 17 Uhr in der St. Johanniskirche ein ökumenisches Friedensgebet. Vor 20 Jahren bot sie den Aufständischen einen Versammlungsort und eine Zuflucht. Zum Friedensgebet zwei Dekaden später wird Oberpfarrer i.R. Roland Geipel für den kirchlichen Bereich sprechen, für den der Politik Michael Stolle, ehemaliger Kapellmeister der Bühnen der Stadt Gera, und für den Bereich "Kunst und Kultur" Puppenspieler Martin Morgner. Daran schließt sich ein wörtlich zu nehmender Gang bis zum heutigen Museumsplatz an, bei dem die Geraer eingeladen sind, den Weg der damaligen Montagsdemonstrationen mit Kerzen und Lampions noch einmal zu gehen. "Dieser Umzug soll dabei auf keinen Fall etwas von einer Inszenierung tragen, sondern vor allem Raum für Gespräche bieten", betont Dr. Karin Vöckler, Dezernentin für Wirtschaft und Verwaltungsmanagement in der Geraer Stadtverwaltung.
Auf dem Museumsplatz beginnt anschließend gegen 18.30 Uhr eine Open-Air-Veranstaltung. Dort sollen die damaligen Ereignisse mit Hilfe von kurzen Redebeiträgen bekannter Persönlichenkeiten der Stadt Gera reflektiert werden. Parallel zu einer Podiumsdiskussion im Elster Forum formiert sich am Abend auf der Bühne auf dem Museumsplatz zudem eine Band aus Musikern der damaligen Zeit, die zu diesem Anlass einmalig miteinander auftreten. "Es ist ganz wichtig, dass dieses Erinnern nicht nur an geschlossenen Orten stattfindet, sondern nach außen getragen wird", begrüßt Geras Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm die Veranstaltung.
Da nur noch ein Drittel derer, die damals aktiv am Umbruch mitgewirkt haben, noch in Gera sind, spielt auch das Mahnen eine wichtige Rolle: "Die Veranstaltung soll auch eine Mahnung sein, dass man nie wieder antisozialistische Kräfte so groß werden lassen darf", so Kerstin Thiel von der Wählervereinigung "Arbeit für Gera". "Wir dürfen nie wieder vergessen, dass Freiheit ein Gut und keine Selbstverständlichkeit ist", betont sie abschließend.

( Kristin Kulow, 09.10.2009 )

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