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Unterwegs mit Helmut Janka

Manchmal werden Gebäude abgerissen, Ortschaften verändern ihr Angesicht und ein liebgewordener Anblick ist plötzlich nur noch Erinnerung. Gegen das Vergessen kann man im Falle der Windmühle im 800 jährigen Falka, Ortsteil Klein Falke, das im August 1967 gemalte Bild von Helmut Janka zu Rate ziehen. Es trägt auf der Rückseite den Titel "Mühle bei Hilbersdorf, treffender müsste es heißen: "Windmühle in Klein Falke". Man sieht die alte Bockwindmühle und die Mühlengebäude von Bäumen umgeben. Davor breitet sich ein Feld mit reifen Getreidehalmen aus, die durch die Schwere des Korns zu Boden gezogen werden. Der Verbindungsweg nach Hilbersdorf geht an der Mühle vorbei und unterteilt das Getreidefeld. Es könnte ein Sommertag sein, an dem die Luft vor Hitze flirrt. Man vermeint, eine Idylle zu sehen, wenn nicht im Hintergrund die Wismuthalden von den schweren Eingriffen des Menschen in die Natur künden würden.
Die Bockwindmühle in Klein Falke gab es schon 1795, da der Müller urkundlich dazu aufgefordert wurde, Zinsen und Abgaben zu Michaelis zu entrichten. "Das innere Mühlwerk wurde durch das große eichene Antriebsrad in Gang gesetzt, welches verbunden durch die Hauptwelle die Kraft der Windflügel übertrug", heißt es in einem Bericht. Die Windmühlenflügel hatten einen Durchmesser von 22 Metern. In guten Zeiten schaffte man 15 Zentner Getreide am Tag zu mahlen. Seit 1865 war die Mühle im Besitz der Familie Kresse, deren letzter Müller Max Kresse 1974 verstarb. Seitdem wurde die Mühle nicht mehr betrieben. 1977 noch unter Denkmalschutz gestellt, brach 1980 ein Flügel ab und auf Betreiben der Staatssicherheit wurde sie 1981 abgerissen. Nun ist nur noch ein alter Mühlstein übrig und die Hauptwelle soll in Blankenhain sein. Seit dem 28. März 2009 gibt es wieder ein Modell der Bockwindmühle, durch Bürgerfleiß geschaffen, im Maßstab 1:5. Der Richtspruch wünscht ihr: "Sie soll auf festen Füßen steh´n, auch wenn die Stürme kräftig weh´n!"
Mühlen prägten früher unsere Landschaft, waren Wegmarkierungen oder Landschaftszeichen. Allein vom Reuster Berg aus sollen in den 30 er Jahren noch 21 Mühlen zu sehen gewesen sein. Der Name Müller, niederdeutsch Möller, existiert in Deutschland fast 680 000 mal und ist somit der häufigste Name. Das Sprichwort "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" geht auf den Müllerberuf zurück, denn der Sachsenspiegel (ca. 1230) legte fest, dass in der Reihenfolge des Erscheinens der Kunden gemahlen werden musste. Vordrängler hatten also keine Chance. In Sagen oder Märchen wie "Der gestiefelte Kater" wurde des Müllerberufes gedacht. Im Volkslied "Das Wandern ist des Müllers Lust..." wird der Beruf des Müllers besungen. Aber nicht nur Müller wanderten, auch Helmut Janka wandte sich der Gegend der Klein Falkaer Mühle zu, um die schönsten Ansichten von Niebra, Falka, vom Amselgrund oder Pösneck und von der Windmühle für uns festzuhalten.
Foto: Dr. H. Christel

( Dr. H. Christel, 08.05.2009 )

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