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Geraer Tafel stellt guten Ruf wieder her

Der Verein Geraer Tafel will seinen unguten Ruf, den er durch das Verhalten der ehemaligen Vorsitzenden erworben hatte, beseitigen und hat einen Neuanfang gestartet. Die Neuwahl des Vorstandes war im Dezember 2008 erfolgt. Mit Vereinsvorsitzenden Giselda Schädlich ist der Neustart gelungen, und die Tafel kümmert sich jetzt wieder um ihre ureigentliche Aufgabe, nämlich das Engagement für sozial schwache Familien und Einzelpersonen. Dabei steht die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Gebrauchsgegenständen zusätzlich zur staatlichen Unterstützung im Vordergrund.
Gegenwärtig werden von der Geraer Tafel pro Woche 558 Erwachsene und 277 Kinder unterstützt. Hilfe erhalten nicht nur die bedürftigen Personen, sondern auch andere, die sich um sozial Schwache kümmern, wie die Streetworker oder die Arbeiterwohlfahrt. "Wir kooperieren dabei auch mit umliegenden Tafeln und sind seit Januar mit der in Gera ansässigen Regionalstelle der Thüringer Arbeitslosenhilfe eine nutzbringende Partnerschaft eingegangen", erzählt René Sobol als Mitglied des Vereins. Sozialdezernentin Christiane Neudert, ebenfalls Mitglied des Vereins Geraer Tafel, ist besonders erfreut darüber, dass sich das neue Engagement der Tafel bereits herumgesprochen hat und die Zahl der Mitglieder auf fast 60 gestiegen ist.
Beate Weber-Kehr, Vorsitzende des Vereins zur Förderung Thüringer Tafeln, lobte besonders die Transparenz der Arbeit des Vorstandes. Seit 2003 versuche der Thüringer Verein Einfluss zu nehmen, doch nur eine konsequente Veränderung habe Erfolg gehabt. "Die neue Entwicklung ist so erfreulich und gut, dass wir optimistisch in die Zukunft blicken können", betonte sie, aber sie wisse auch, dass der Kampf noch nicht ganz zu Ende ist. Trotzdem bekräftigte sie alle Sponsoren, dass Hilfe da ankommt, wo sie hingehört.
Die Ex-Chefin der Geraer Tafel hatte sich an Waren, die für Bedürftige gespendet worden waren, selbst bedient, Gelder seien auf ihrem Privatkonto gelandet. Sie wurde zu einer Geldstrafe verurteilt (Urteil bei Redaktionsschluss noch nicht rechtskräftig). Den moralischen Schaden, den sie angerichtet hat, schilderte eine Betroffene: "Wir wurden behandelt wie aus der untersten Schublade, mussten vor der Schranke warten und wehe, jemand wagte sich vor 15 Uhr aufs Gelände, der wurde angeschrieen", erzählte Jaqueline Franke aus Kraftsdorf. Die 38-Jährige ist seit zwei Jahren arbeitslos. Damals habe sie ihren Kindern nicht erzählt, dass sie Lebensmittel aus der Tafel holt. "Ich habe mich geschämt". Heute wissen sie es. "Der Ton ist jetzt ganz anders. Wir sind unter unseresgleichen, lachen miteinander und haben auch einmal Wurst in unserem Beutel", erzählt sie freimütig.
Giselda Schädlich schätzt Offenheit und Ehrlichkeit, fühlt sich gemeinsam mit ihrem Team für jeden Bedürftigen, der zur Tafel kommt, verantwortlich. Bessere Räumlichkeiten in einem Objekt, das in der Zwötzener Straße umgebaut wird, sollen zur Verbesserung beitragen. Außerdem ist eine Zweigstelle im Stadtgebiet geplant.

( Helga Schubert, 08.05.2009 )

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