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Rote Rosen und schwarze Malven

Viele Jahre fristeten sie unentdeckt im Bauhof der Stadt ihr Dasein, ohne jemals das Licht der Öffentlichkeit erblickt zu haben: kleine Plastiken aus Marmor und Sandstein. Entstanden sind sie in der DDR in einem Künstler-Pleinair in Gernewitz bei Stadtroda, erinnert sich der Geraer Künstler Winfried Wunderlich. Doch die Namen der Bildhauer kennt niemand mehr. Trotzdem dokumentieren die kleinen Kunstwerke eine bestimmte Zeit und sind zu schade, um sie in der Versenkung verschwinden zu lassen. Eine schöne Idee hatte Baudezernent Ramon Miller, die Plastiken im Garten des Hofgutes aufzustellen und sie zum Bestandteil des Projektes "Dix-verblümt" im Rahmen des Wettbewerbs von Entente florale zu machen. Andrea Willmaser vom städtischen Büro "Gera blüht auf" war ebenso wie Hofgut-Betreiberin Fettnapp-Chefin Eva-Maria Fastenau begeistert.
Zwischen 80 Rosenstöcken, 50 Lavendelbüschen, die von der Kabarettistin gespendet wurden, und weiteren Stauden, Blumen, Büschen und Kräuterpflanzen präsentieren sich nun die Plastiken, die dem Thema Eros zuzuordnen sind und somit dem Eros-Garten das Gepräge geben: ein "Kleines Paar", das Relief eines liegenden Paares, ein Frauenakt oder der "Apfel". Später soll noch eine Wasserschale mit kleinem Sprudelstrahl zwischen Steinen und Pflanzen Platz finden. Der Garten hat jedoch noch einen anderen Bewohner bekommen. Er sitzt nachdenklich vor einem der noch desolaten Gebäude im hinteren Teil des weiträumigen Hofgutes. Es handelt sich um die Leninplastik, die vor der SED-Bezirksleitung aufgestellt und 1972 von der Stadt Gera angekauft worden war. Die Figur soll keinen Symbolcharakter haben, doch im Gegensatz zu anderen Statuen der DDR habe dieser von dem Berliner Bildhauer Gerhardt Thieme geschaffene Lenin durchaus plastische Qualität. "Jetzt hat er Zeit, hier dem ganzen Treiben zuzuschauen", lacht Eva-Maria Fastenau. Und die Kabarettisten, diese Schelme, haben ihm doch glatt eine rote Socke über den Fuß gezogen.
"Dix-verblümt" prägt aber noch weitere blumigen Stellen in der Stadt. "Wir haben im Katalog der Dix-Ausstellung zur Buga 2007 ‚Dix - unverblümt’ nachgeschaut und festgestellt, welche Blumen der Künstler besonders gern gemalt hat", erklärte Andrea Willmaser. Dabei seien die Organisatoren, zu denen auch Andreas Trampenau von der Gera Kultur GmbH gehört, auf eine bestimmte rote Rosen, auf schwarze Malven, Schwertlilien, Mohn (Papaver) und Iris gestoßen. Rosen und schwarze Malven - in Dix-Werken stehen sie für Eros und Tod - zieren nun den Garten am Dix-Geburtshaus, "Papaver -Palaver" mit Mohn und Sonnenblumen erblüht am Südrand des Biermannplatzes und im Hofwiesenpark gibt es einen Irisgarten.

( Helga Schubert, 30.04.2009 )

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