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Gera auf Schienen zur Industrialisierung

Der 19. März war ein besonderer Tag für Geraer Eisenbahnfans: Anlässlich des 150. Jubiläums des ersten Eisenbahnanschlusses in Gera eröffnete die Sonderausstellung "Anschluss nach Europa. 150 Jahre Eisenbahn in Gera" im Stadtmuseum. Vorbereitet wurde die Ausstellung vom Verein Geraer Eisenbahnwelten und dem Stadtmuseum. Die Schau zeigt nicht nur die Anfänge der Entwicklung der regionalen Eisenbahngeschichte im 20. Jahrhundert, sondern auch die Veränderungen in den vergangenen Jahren.
Doch nicht nur interessante Fakten, sondern auch zahlreiche Objekte und Dokumente sind Teil der Ausstellung: Da sind eine Hebelbank aus einem mechanischen Stellwerk zum Stellen der Weichen, Utensilien von Eisenbahnern wie Uniform, Lochzange oder Signalscheibe, verschiedene Dienstvorschriften und Objekte aus dem internen Eisenbahnbetrieb sowie ein Modell des Bahnhofes Liebschwitz zu sehen.
Außerdem zeigt die Ausstellung, wie am 19. März 1859 die Eisenbahnstrecke Gera-Weißenfels feierlich eröffnet wurde. Dies war besonders wichtig für den im 19. Jahrhundert einsetzenden Industrialisierungsprozess der Stadt: Mangels eines Anschlusses ans Eisenbahnnetz stagnierte dieser Mitte des Jahrhunderts, denn obwohl die ersten Eisenbahnlinien im mitteldeutschen Raum ab den 1840er Jahren eröffnet wurden, war Gera zunächst ausgeschlossen. Während anfangs noch die Gebirge der Region ein Hindernis darstellten, waren es später vor allem politische Interessen, die den wirtschaftlichen im Weg standen. Deshalb ließen die Geraer Fabriken noch bis 1859 erforderliche Rohstoffe und Fertigprodukte mit Pferdefuhrwerken transportieren.
So löste die Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie über Zeitz nach Weißenfels im Jahr 1859 große Freude und Euphorie aus. In Abständen von wenigen Jahren folgten Anschlüsse Richtung Gößnitz, Saalfeld, Greiz und Weimar. So war Gera bereits in den 1870er Jahren komplett an das deutsche Eisenbahnnetz angebunden. Dies verhalf der Industrialisierung der Stadt neben der im Jahr 1858 einsetzenden Mechanisierung der Kammgarnweberei zu einem spürbaren Wachstumsschub. Von Gera aus waren für den Güter- und den Personenverkehr alle wichtigen europäischen Städte erreichbar, sofern sie selbst schon einen eigenen Eisenbahnanschluss besaßen.
Doch die Eisenbahngeschichte sollte für Gera nicht immer so erfolgreich verlaufen, denn hier trafen die beiden miteinander konkurrierenden Staatseisenbahnen von Sachsen und Preußen aufeinander und die daraus resultierenden Konflikte und Entscheidungen blieben nicht ohne Auswirkungen auf den hiesigen Bahnverkehr.
Die Ausstellung kann bis zum 24. Mai, Di 13 bis 20 Uhr, Mi bis Fr 10 bis 17 Uhr, Sa/So und feiertags 11 bis 18 Uhr besucht werden.

( 27.03.2009 )

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