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Demos, Gebete und ein Sonderzug

1989 war auch für die Geraer ein bewegendes Jahr. Schließlich begann damals die friedliche Revolution in der DDR, gingen Menschen auf die Straße und sorgten für den Fall der Mauer und letztlich die Wiedervereinigung Deutschlands. Hunderte waren bei Friedensgebeten in der St. Johanniskirche und den Donnerstagsdemos durch die Stadt dabei.
Nun, 20 Jahre nach diesen einschneidenden Ereignissen, ist es an der Zeit sich zu erinnern. Dass das Vorhaben nicht leicht werden wird, dessen sind sich Ute Reinhöfer, Leiterin des Offenen Kanals Gera, Andreas Bley vom Stasi-Archiv und Stadtarchivar Klaus Brodale sicher. Trotzdem wollen sie gemeinsam das großangelegte Projekt "20 Jahre Mauerfall" stemmen. "Als Bürgersender sind wir auch den Bürgern verpflichtet und wollen das Thema für die Geraer so konkret wie möglich machen", betont OKG-Chefin Reinhöfer.
In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Nürnberg will das Geraer Stadtarchiv in einer gemeinsamen Ausstellung die Zeit der "Wende" aufarbeiten. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, inwieweit die Deutsche Einheit am konkreten Beispiel der Städtepartnerschaft Gera-Nürnberg durchgesetzt worden ist. Der 9. November 1989, die ihm vorausgehenden und folgenden Wochen, sollen anhand von Fotos, Augenzeugenberichten, Tondokumenten und Originalexponaten am Ende in beiden Städten präsentiert werden (in Nürnberg am 3. Oktober, in Gera im November diesen Jahres). "Derzeit wird in den Beständen beider Stadtarchive nach aussagekräftigen Quellen recherchiert", informiert Klaus Brodale.
Vor allem der "Sonderzug nach Gera" trug zur echten Begegnung der Bürger aus Ost und West bei. Vom damaligen Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein initiiert, besuchten am 27. Mai 1989 zahlreiche Nürnberger unsere Stadt. Für sie bedeutete das gelebte Partnerschaft, für die DDR-Führung ein eher nicht gewollter Kontakt. Doch, dass sich an diesem Tag Menschen begegnet sind, steht außer Frage.
Der Offene Kanal Gera plant neben einem anschaulichen Abriss der Geschichte Talkrunden mit Zeitzeugen, eine Reportage über den Sonderzug sowie Berichte und Interviews mit Bürgern beider Städte. Einbezogen in das Projekt sind zwei Klassen des Goethe-Gymnasiums. Unterstützt durch einen Medienpädagogen des OKG und einem Mitarbeiter der BStU werden sie an einem vorbereitenden Workshop zur Methode von Zeitzeugeninterviews teilnehmen. Für die Schüler der 11. und 12. Klassen - als Generation, deren Eltern die "Wende" aktiv erlebt haben - sind die damaligen Erlebnisse aus Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern noch nacherlebbar. Außer der Ausstrahlung der entstehenden Beiträge in einer OKG-Themensendung sollen die Ergebnisse der Befragungen in Form einer DVD mit Begleitheft dokumentiert werden.
Wer mit Erinnerungen, Dokumenten, privaten Film- oder Tonaufnahmen, Fotos und Texten aus dieser Zeit in Gera oder sogar über den Sonderzug aus Nürnberg aufwarten kann, kann sich beim Offenen Kanal Gera in der Webergasse melden. Infos unter: ( (0365) 201020.

( Christine Schimmel, 13.03.2009 )

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