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Belegschaft der Dagro GmbH protestiert vor der Commerzbank

Die Belegschaft der Dagro Gera GmbH hatte sich am Dienstag Vormittag vor der Commerzbank-Filiale auf dem Geraer Johannisplatz versammelt, um gegen deren Kündigung der Kreditlinie des Automobilzulieferers Dagro zu protestieren. Gemeinsam mit der IG Metall verleihten sie vor den Türen der Bankfiliale ihrem Unmut lautstark Ausdruck.
Während der frisch gewählte Betriebsrat mit einem Gewerkschaftsvertreter der IG Metall in die Bank gekommen war, um die Geschäftsführung zu einer Rücknahme der Kredit-Kündigung zu überzeugen, erklärten die Protestierenden draußen ihre Forderungen. Man hoffte auf die Weiterbeschäftigung der 420 Mitarbeiter, die im Falle einer Insolvenz der Dagro Gera GmbH ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.
Obwohl Betriebsrat und Gewerkschaft den vor der Bank stehenden Dagro-Mitarbeitern keine positive Nachricht mitbringen konnten, sahen sie den Protest als einen Schritt in die richtige Richtung. Zwar sei die Bank nicht bereit, der Firma weiter zu helfen und berufe sich weiterhin auf das Bankgeheimnis, doch wolle man sich davon nicht abhalten lassen, weiter das Gespräch zu suchen. Die Dagro-Delegierte Diana Kraft forderte die Protestierenden auf, nicht zu resignieren, sondern weiter zu kämpfen und das Gespräch mit dem an diesem Tag nicht anwesenden Geschäftsführer Georg Blinn zu suchen.
Auch die IG Metall hoffte darauf, dass die Belegschaft der Dagro ihre gefährdeten Arbeitsplätze nicht verloren gibt. Auch wenn eine Insolvenz angemeldet werden müsse, hieße das nicht unbedingt das Aus. Für den Fall, dass sich die Commerzbank weiterhin als unzuständig erklärt, wolle man die Betroffenen unterstützen, das Anliegen an die Landesregierung heran zu tragen, schließlich sei es deren Aufgabe, Steuergelder für den Erhalt von Arbeitsplätzen einzusetzen.
Dieter Hausold (Die Linke) gratulierte zum Engagement der Beschäftigten. Er versicherte ihnen, das Thema im Landtag anzusprechen. Und auch Dr. Hartmut Schubert (SPD) bestätigte den Protestierenden die Solidarität seiner Partei. Er wolle sich bei der Landesregierung für schnelle Hilfe einsetzen.
Mit großer Besorgnis reagierte der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, Bodo Ramelow, auf die Kreditkündigung der Commerzbank. Es könne nicht sein, dass eine Bank, die derzeit Milliarden vom Steuerzahler erhält, die mittelständigen Unternehmen in die Insolvenz treibe, erklärte Ramelow. Daher habe er veranlasst, dass die Vorgehensweise der Commerzbank in der nächsten Woche auf der Sitzung der Bundesanstalt "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" sein wird. Der Geraer Bundestagsabgeordnete sicherte der Geschäftleitung und dem Betriebsrat seine volle Unterstützung zu.
Die Presseabteilung der Commerzbank war auf Anfrage von Neues Gera zu keiner weiteren Stellungnahme bereit, sie berief sich auf das Bankgeheimnis. Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm kommentierte das Geschehen wie folgt: Wir werden die Gespräche mit dem Management der Firma und auch mit potentiellen Investoren fortsetzen, in der Hoffnung, dass für die Beschäftigten alles zum guten Ende führen wird.

( Christine Schimmel, 06.03.2009 )

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