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Mit "Sabaki" mehr Sicherheit für unsere Kinder

Anfangs ist es mehr die Angst, es könnte etwas passieren, doch dann kommt die Wut, Wut auf den Täter, der einem Kind etwas angetan hat. Es ist aber auch eine Wut gegen sich selbst, weil man es nicht verhindern konnte. So mag es Matja und Michelle aus Leipzig gegangen sein, als sie von ihren Peinigern angegriffen wurden, aber auch ihren Eltern, den Lehrern und vielen Menschen, die tiefste Abscheu gegen solche Taten verspüren.
"Einen absoluten Schutz für Kinder vor Missbrauch oder Gewalt gibt es nicht. Dennoch ist eine fortwährende Angst der Kinder weder angebracht noch hilfreich. Nicht verängstigte, sondern geschulte Kinder sind am wirksamsten geschützt", weiß Mike Wolf vom Projekt zur Kindergewaltprävention "Sabaki", initiiert von der Pädagogischen Werkstatt "Globales Lernen" Gera e. V.
Als Hobby-Kampfsportler setzte Mike Wolf eins selbst auf die Kunst der Selbstverteidigung. Doch bald erkannte er, wer sich gewaltsam verteidigt, provoziert den Täter, seine stärksten Mittel einzusetzen. Seine Schlussfolgerung: Es sei wichtiger, die Kinder auf bestimmte Verhaltensnormen und nicht auf körperliche Aktionen zu trainieren. Und genau darauf zielt das Projekt "Sabaki" ab, welches bereits erfolgreich in Sachsen lief und kürzlich in der Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Gera-Debschwitz Station machte.
"Sabaki", ein Begriff aus der japanischen Kampfkunst bedeutet so viel wie "ausweichen", im übertragenen Sinne, einen Angriff ins Leere laufen zu lassen. Trainiert werden Verhaltensnormen wie: Keine Panik, halte Abstand, keine Gespräche mit dem Täter, erwecke Aufmerksamkeit, suche ein Publikum, suche nach Hilfe, erzähle davon deinen Eltern oder einer Person deines Vertrauens.
Für die Viertklässler der Debschwitzer Andersen-Grundschule waren es erlebnisreiche neunzig Minuten. "Heute habe ich gelernt, mich zu verteidigen, ohne zu kämpfen", so Tom und auch Tim musste einsehen, dass mit seiner eigenen Art der Selbstverteidigung dem Angreifer nicht beizukommen ist.
Und auch das war für Mike Wolf und seine Mitstreiterin Mandy Nauschütz wichtig: "Wir wollten mit der allgemein üblichen Klischeewarnung vor dem so genannten ‘Fremden’ brechen. Und das nicht allein, aus dem Grund, dass dieser nicht bestimmbar ist, sondern auch, weil der überwiegende Täterkreis Personen sind, welche das Opfer kennt, also so genannte ‘Bekannte’."
Ron war so begeistert, dass er sich wünscht, dass Mike und Mandy wieder einmal in seiner Schule vorbei schauen. Ein Wunsch, der in gar nicht so weiter Ferne liegen muss, denn als Begleitobjekt von "Sabaki" ist die Aktion "Safe-Point" geplant, die künftig für Kinder und Jugendliche in Notlagen eine wichtige Hilfe sein könnte. Ein Aufkleber soll Türen und Fenstern von Geschäften und Büros kennzeichnen, die als "Safe-Point" signalisieren: "Kommt rein, wenn Du Hilfe brauchst!"
Vom Thüringer Kultusministerium anerkannt und finanziert, steht das Projekt "Sabaki" unter der Schirmherrschaft von Christine Lieberknecht, Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, die sich kürzlich in der Debschwitzer Grundschule persönlich über die Projektarbeit informierte.

( Von Reinhard Schulze, 27.02.2009 )

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