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Jede Orgel ist einzigartig

Er hat mit Königinnen zu tun. Allein im Zeitraum vom 11. bis 15. September begegnet er 40 von ihnen, und vier davon in Gera. Matthias Grünert ist Kantor der Frauenkirche in Dresden und präsentiert seine Königinnen der Instrumente, die Orgel, in der OrgelArena.
Seit 2004 führt er diese Konzertreise durch. "Entstanden ist sie mehr oder weniger aus einer privaten Initiative heraus, einer Orgelwanderung im Eichsfeld", erzählt der Künstler in einem Gespräch mit Neues Gera. Aus dem Freundeskreis wurde eine große und begeisterte Klangemeinde, und in Anlehnung an die Kulturarena in Jena, bei der Matthias Grünert 2005 auftrat, sei die OrgelArena entstanden.
In diesem Jahr startet das Konzertereignis am 11. September mittags in Plauen und hat bereits am Abend einen Höhepunkt in Greiz: das Open-Air-Konzert. "Das einmalige ist hier die Orgel selbst", ist der Organist begeistert. Es sei bestimmt die einzige Orgel auf der Welt, die in einem LKW, eingebaut ist und ihren Spieltisch auf einer Hebebühne hat, lächelt er. Die Reise führt dann über mehrere Stationen im sächsischen Vogtland und kommt nach Weida, Wünschendorf und Ronneburg am Sonntag, 14. September, in Gera an, kehrt an den Ausgangsort zurück, wo sie am 15. September mit einem Abschlusskonzert in Kürbitz endet.
Es ist ein Orgelmarathon, aber Matthias Grünert hat die Manuale, Pfeifen und Pedale alle im Griff. Er weiß, dass jedes Instrument seine Besonderheit hat und beschäftigt sich schon im Vorfeld mit der Geschichte des Klangkörpers. "Sie stammen ja aus verschiedenen Jahrhunderten und sind dementsprechend sehr unterschiedlich", weiß der Künstler. "Wo ich unsicher bin, probiere ich vorher, um mich klanglich vorzubereiten die Register zu ziehen und auch die Lautstärke zu testen", gibt er zu. Aber das käme nur bei etwa fünf Prozent der Orgeln in Frage. Es sei aber kein sportlicher Ehrgeiz, sondern er möchte die Instrumente in angemessener Weise präsentieren.
"Ich liebe alle Orgeln, und jede von ihnen ist einzigartig", bekennt er. So ist auch jedes Programm auf die jeweilige Orgel abgestimmt und in sich geschlossen. Kein Stück wird wiederholt, so dass insgesamt rund 200 Werke erklingen, wobei natürlich ein Großteil der Musik von Johann Sebastian Bach und seinem Umfeld bestimmt wird, aber auch Komponisten aus dem 20. Jahrhundert werden bedient. Matthias Grünert bringt Orgelmusik aus vier Jahrhunderten zu Gehör.
In Gera beginnt die OrgelArena am 14. September, 17.30 Uhr in der Marienkirche in Untermhaus. Bach, Liszt und Guilmant stehen auf dem Programm. Von dieser Orgel aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geht es 19 Uhr an die moderne Sauer-Orgel im Konzertsaal des Theaters.
Hier erfolgt die offizielle Begrüßung, und es erklingen Werke von Franck und Frygies Hidas (geb. 1928). Die dritte Station in Gera ist die Salvatorkirche. Hier spielt der Künstler auf der von 1903 stammenden Orgel ab 20.30 Uhr Werke von Franck, Reger und Präludium und Fuge über BACH von Liszt. Den Abschluss bildet 21.30 Uhr das Konzert auf der 1958 erbauten Orgel in der Katholischen Elisabethkirche mit der Fuge h-Moll von Bach und Choralbearbeitungen aus der Schüler-Sammlung. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Doch nicht nur das, sondern die Musikfreunde können auch den Künstler persönlich kennen lernen, denn im Anschluss an die Konzerte lädt er zum gemeinsamen Gang mit einem Geraer Stadtführer zur nächsten Spielstätte des Abends und einem kleinen Imbiss am Theater ein. Gemeinsam mit den verschiedenen Klangräumen und dem Spaziergang durch die Stadt wird dies ein ganz besonderes Orgelabenteuer.


( Helga Schubert, 05.09.2008 )

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