Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Zweiter Band "Juden in Gera"

Nach der erfolgreichen Herausgabe der beeindruckenden Dokumentation zur Geschichte der Juden in Gera ist nun, bereits in zweiter Auflage, Band II der auf vier Bände konzipierten Reihe des Geraer Autors und Ehrenbürgers der Stadt Werner Simsohn erschienen.
Beinhaltete Band I vor allem einen geschichtlichen Überblick über das jüdische Leben in Gera, stellt der Autor im zweiten Band unter dem Motto "Jüdische Familiengeschichten" überwiegend jüdische Familien, Firmen und Personen vor, Menschen, die "bereits im 19. Jahrhundert nach Gera zuzogen, hier lebten, arbeiteten, starben und deren Namen schon dem Vergessen anheimfielen."(Werner Simsohn). Es ist, wie der Herausgeber Erhard Roy Wiehn schrieb, ein "Erinnern für die Zukunft, um durch Erinnern und Gedenken, Lernen und Handeln schließlich eine gerechtere und friedlichere Lebensordnung und eine menschlichere Welt herbeiführen zu helfen".

Die knapp 200 jüdischen Familiengeschichten, vom Autor in alphabetischer Reihenfolge - von Adomeit bis Zuer - erzählt, sind das Ergebnsi einer 19-jährigen mühevollen Forschungsarbeit. Auch der zweite Band ist eine Dokumentation. Werner Simsohn ist erneut vor allem Chronist, der prägnant, mit großer Sachkenntnis berichtet, welchen Anteil die Geraer Juden am Leben der Stadt hatten, und man stellt fest, dass sie "die gleiche Vielfalt bieten wie die nichtjüdischen", denn auch unter ihnen waren Arme und Reiche, Begabte und weniger Begabte, Gläubige und Ungläubige, Fabrikanten, Geschäftsleute, Akademiker, Künstler, Handwerker, Arbeiter; noch heute bekannte Namen wie Biermann, Hermann Tietz, Prof. Dr. Simmel. Auch sie "lebten das ganz durchschnittliche Leben von Not und Reichtum, waren glücklich oder von Schicksalsschlägen betroffen... belastet oder von Freude erfüllt". (Werner Simsohn) Band II enthält neben der Einführung des Autors die Beiträge "Dem Vergessen entreißen" von Hermann Birnbaum, "Erinnern für die Zukunft" des Herausgebers Erhard Roy Wiehn und im Hauptteil die - je nach Erkenntnisstand und vorliegenden Fakten - manchmal nur wenige Zeilen, mitunter auch einige Seiten umfassenden 194 jüdischen Familiengeschichten, Firmen, Personen, darüber hinaus ein umfangreiches Kapitel über Mischehen und Kinder, einen Anhang mit aussagefähigen Fotos und Dokumenten sowie die Aufstellung der ausgewählten Literatur, Namensverzeichnis und Wesentliches zu Verfasser und Herausgeber. Als eine noch lange nachwirkende, tief bewegende, durch Fakten und Sachlichkeit überzeugende Dokumentation bilden beide den jüdischen Opfern von Gera und den Überlebenden gewidmeten Bände eine untrennbare Einheit, auf deren Fortsetzung (Band III erscheint im Herbst dieses Jahres) man gespannt ist, die man lesen und zu der man Stellung beziehen sollte.

( Heidi Winguth, 22.05.1999 )

zurück