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Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" stimmt diesmal allerdings nicht

Das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" stimmt im vorliegenden Falle nicht. Im Gegenteil: Erst weil sich zehn Köche zusammenfanden, kommt ein ordentliches Menü heraus. Konkret geht es um das Ostthüringer Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung, für das nunmehr ein konkretes Aktionsprogramm vorliegt. Es wurde soeben vom Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera (IHK), Dr. Bernhard Strelow, und der Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, Ingrid Weidhaas, vor der Presse erläutert.
Und das sind die Köche, sprich: die Partner, die das Bündnis zuwege brachten: IHK, Handwerkskammer, DGB-Kreis Ostthüringen, Verband der Wirtschaft Thüringens, Stadt Gera, die Arbeitsämter Gera, Jena und Altenburg, die Abteilung Berufsbildung/Schulen des Thüringer Kultusministeriums und der Verein Jugendberufshilfe Thüringen. Woraus besteht das "Menü", um jungen Leuten auf dem Ausbildungs- und Stellenmarkt verstärkt eine Chance zu geben? Vorrang hat das Ziel, in diesem Jahr eine dreiprozentige Steigerung bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen gegenüber dem Vorjahr in der gewerblichen Wirtschaft zu erreichen.
Die IHK peilt 500 neue betriebliche Ausbildungsplätze an. Sechs spezielle "Werber" sprechen diejenigen Unternehmen an, die aus mancherlei Gründen noch nicht ausbilden. Von fast 34.000 Mitgliedsfirmen bilden nur etwa 4.500 Betriebe aus. Ein beträchtliches Reservoir! Trotzdem wird im Ostthüringer Kammerbereich mehr ausgebildet als in vergleichbaren Kammern der Altbundesländer. Die "Werber" richten ihr Augenmerk besonders auf 54 modernisierte Ausbildungsberufe und 25 völlig neue Berufsbilder. Interessant ist, dass in der Metallverarbeitung, der Elektrotechnik sowie der Informations- und Kommunikationstechnik der Bedarf der Wirtschaft an qualifizierten Fachleuten gegenwärtig nicht gedeckt wird.
Die Handwerkskammer nimmt Kurs auf 200 Ausbildungsplätze, wozu vier "Werber" unterwegs sind. Aufgrund der demographischen Entwicklung bei den Schulabgängern soll die Quote der zur Verfügung gestellten Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr wieder erreicht werden. Auch die Arbeitsämter setzten ihre Aktivitäten fort. Soeben gab es eine zweiwöchige Aktion "Konzertierte Betriebsbesuche". Der "Tag des Ausbildungsplatzes" am 8. Juni wird gemeinsam mit Partnern des Bündnisses durchgeführt. Fortgesetzt von allen Partnern werden die bewährten Bildungsmessen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die 10. Messe "Berufe aktuell ‘99" in Gera im Januar war ein mutmachender Erfolg. Weitere Bildungsmessen sind in den kommenden Monaten in Jena, Altenburg und Saalfeld geplant.
Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gibt es erste Erfolge, aber auch Rückschläge. Als das Arbeitsamt Gera unlängst 1.300 arbeitslose Jugendliche beraten wollte, folgten nur wenige der Einladung. Die Bündnispartner wollen alles tun, um die Transparenz des Lehrstellenmarktes zu erhöhen. Die Wirtschaft ist bereit, nebenberufliche Lehrkräfte den Berufsbildenden Schulen zur Verfügung zu stellen. IHK und Wirtschaftsverband setzen Koordinatoren ein, die dem arbeitslosen Jugendlichen bei seiner Weiterbildung helfen. Solche Maßnahmen vermittelt und finanziert das Arbeitsamt. Auch die IHK bietet solche Qualifizierungskurse an. Weiterhin steht das leider bisher kaum genutzte Angebot von IHK und Wirtschaft, in Schulen zu wirtschaftlichen Themen zu sprechen sowie Schülern und Lehrern Schnupperkurse in Unternehmen zu ermöglichen. Zu viele junge Leute haben keine klaren Berufsvorstellungen oder werfen kurze Zeit nach Beginn der Lehre das Handtuch.
Also, die "Köche" des Bündnisses müssen noch viel rühren, vor allem sich selbst rühren, damit die edle Absicht auch ein vorzeigefähiges Menü hervorbringt.

( Harald Baumann, 20.03.1999 )

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