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Zu Gast in unserer Stadt Freddy Quinn

Mit einer großen Deutschlandtournee - rund 60 Konzerte sind vorgesehen - nimmt Freddy Quinn Abschied von seiner Sängerlaufbahn und will sich zukünftig ganz auf das Schauspiel konzentrieren. Rund 50 Millionen Tonträger hat der Sänger, Schauspieler, Entertainer und Artist in den letzten 40 Jahren verkauft. Damit steht er mit ganz oben auf der Hitliste der Unterhaltungsmusik. Ein bißchen Romantik und Heimweh, aber auch Fernweh und Gefühl prägen viele seiner Lieder. Am 15. März kommt Freddy Quinn zur Konzertgala mit großerm Orchester und Chor "Nicht eine Stunde tut mir leid!" in das Kultur- und Kongresszentrum Gera, die Veranstaltung präsentiert Neues Gera. In Mannheim sprachen wir mit dem beliebten Künstler. Abschiedstournee als Sänger - klingt da nicht etwas Wehmut mit?
Gar nicht. Das ist eine ganz normale Phase meines Berufslebens. Mein Beruf war auch immer mein Hobby, und deshalb werde ich der Bühne so lange treu bleiben, wie mich die Zuschauer mögen. Aber nicht so lange, dass das Publikum nur noch Mitleid hat. Das ist für mich das einzige Kriterium, deshalb mache ich das Schauspiel weiter. Es gibt so viele gute Rollen, auf die ich mich freue.

Viele Ihrer Lieder sind Klassiker geworden. Haben Sie eigentlich die Aufnahmen mitgezählt?
Es sind rund 1000 Lieder, die zu meinem Repertoire gehören. Ich habe in 14 Sprachen gesungen, sogar in chinesisch und japanisch. In jüngster Zeit habe ich viel in Brasilien gearbeitet und bin gut 5000 Kilometer durch das Land gefahren. Insgesamt war ich auf 40 großen Tourneen unterwegs. Erinnern Sie sich noch an den ersten Auftritt? Aber ja, das werde ich nie vergessen. Das war am 22. Februar 1956 in der Hamburger Musikhalle mit "Brennend heißer Wüsten-sand". Bis Oktober desselben Jahres wurden über sechs Millionen Schallplatten verkauft, die alten 78er Schellackplatten.

Es folgte Lied auf Lied, Rundfunk, Fernsehen.... Die Bevölkerung der damaligen DDR kannte sie nur - aber trotzdem nicht weniger gut - vom Rundfunk. Hat es Sie schon vor der Wende einmal in den "wilden Osten" gezogen.
Einmal konnte ich in der DDR auftreten. Das war am 6. Januar 1976 im Haus der heiteren Muse in Leipzig. Zur Einreise wurden meine Papiere natürlich genauestens kontrolliert. Ein Grenzbeamter nutzte sogar einen unbeoachteten Moment, um mich um ein Autogramm zu bitten.

Und wie verlief dann das Konzert?
Heinz Quermann und seine Frau holten mich ab und begrüßten mich sehr herzlich. Vorausgegangen war ein sechs Monate langer Papierkrieg über das Programm, einiges wollte man in der DDR natürlich nicht hören, wenn ich an "Hundert Mann und ein Befehl" denke. Zum Konzert spielte das Orchester Fips Fleischer, eine fabelhafte Band. Die Begeisterung des Publikums war groß, ich entschloss mich aus dem Hut zu einer Zugabe, Fips Fleischer und seine Musiker spielten großartig mit, nur Heinz Quermann bekam Ärger mit einem Mann, der offenbar zu entscheiden hatte, was gesendet werden sollte und was nicht. Gleich nach der Wende war ich natürlich wieder zum Konzert in den neuen Ländern. Noch vielen anderen hervorragenden Künstler, die in der DDR wohnten, bin ich begegnet. So Hanno Coldam, einem hervorragenden Dompteur, von dem ich viel gelernt habe. Das trifft auch auf andere zu, Scharlatanerie auf künstlerischem Gebiet hat es in der DDR wohl kaum gegeben.

Sie sind durch die Welt gekommen, hat es Sie auch einmal nach Thüringen getrieben?
Bisher nur mittelbar. Ich hatte einen guten alten Freund, der in Berlin eine Kneipe betrieb, wo man Bubi Scholz und Gustav Knuth treffen konnte. Der Kneipen-Chef war Franz Diener, ein Thüringer und Box-Europameister, der als einziger gegen Max Schmeling einen Kampf gewonnen hat. Er hat viel von Thüringen erzählt und ich habe ein gutes Ohr für Dialekte, auch daran konnte man ihn erkennen. (Freddy Quinn beweist es durch eine phonetische Kostprobe - d. Verf.)

Die gegenwärtige Tournee hat für Sie schon im bisherigen Verlauf Überraschungen gebracht, allerdings diesmal keine künstlerischen....
Das war in dieser Woche das schlimmste Erlebnis der Tournee. Wir saßen im Flugzeug, die Maschine war schon auf dem Rollfeld, als es eine Bombendrohung gab, ganz konkret. Die Passagiere mussten den Airbus verlassen, alles wurde durchsucht, jeder Passagier, der Koffer... Natürlich gab es erhebliche Verspätungen und eine große Aufregung.

Nun ist wieder Ruhe eingezogen, und wir freuen uns, Sie in Gera begrüßen zu dürfen. Seien Sie uns herzlich willkommen!
Ich lade Sie und alle Ihre Leser mit gleicher Herzlichkeit zu meinem Konzert ein!

( Das Interview führte Reinhard Schubert, 06.03.1999 )

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