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Wer am Markt den Erfolg will, muss Neues hervorbringen

Das Firmenmotto will verdeutlichen, worin die Mitarbeiter den Leitfaden ihres Handelns sehen. Es lautet: "Always in charge", was sinngemäß bedeutet, immer zuständig, also für die Kunden dazusein. Die Rede ist von einem Geraer Unternehmen, das sich in der Öffentlichkeit mehr oder minder bedeckt hält: ELECTRONICON Kondensatoren. Das wird im Herbst fünfzehn und hat eine vorzeigenswerte Entwicklung aufzuweisen. Davon konnte sich OB Dr. Norbert Vornehm bei einem Besuch im Betriebsteil Keplerstraße überzeugen. Motiv des Stadtoberhauptes: Er möchte möglichst viele Geraer Unternehmen, deren Leitungen und Belegschaften kennenlernen. Jetzt war der Kondensatorenhersteller dran. Geschäftsführer Klaus Holbe und Vertriebsleiter Stefan Hochsattel informierten, dass es in Deutschland von ehedem sechs jetzt nur noch zwei große Produduzenten von Kondensatoren gebe.
Mit sichtlichem Stolz wurde darauf verwiesen, dass das Unternehmen 2006 auf das bisher erfolgreichste Jahr zurückblicken kann. Die derzeit 335 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz in Höhe von 35,5 Millionen Euro. Das ist ein Zuwachs von 7.7 Millionen Euro im Vergleich zu 2005. Im Grunde gab es einen nahezu kontinuierlichen Anstieg in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten.
Das Unternehmen weist eine Exportquote von 70 Prozent auf. Die Kunden sind zu mehr als Zweidritteln in Europa angesiedelt. Doch bereits 16 Prozent entfallen auch auf den zukunftsträchtigen asiatischen Markt. Hier muss sich der Geraer Betrieb der Billigkonkurrenz erwehren und sogar mit Produktpiraterie rechnen. Im Gedankenaustausch mit dem Leitungsteam warf der OB die Frage auf, ob es nicht sinnvoll sein könnte, in Fernost, zum Beispiel China oder Japan, eine Geschäftsniederlassung zu etablieren. Die Leitung will darüber nachdenken.
Das Erfolgsrezept des Kondensatorenwerkes lautet vor allem Qualität und Innovation. In den letzten Jahren wurde zum Beispiel stark investiert bei den Wickelmaschinen und in die Automatisierung der Montage. Im Betriebsteil Pforten entstand ein modernes Bedampfungszentrum, die "Metallisierung". In den nächsten zwölf Monaten sollen für weitere Automatisierungs- und Qualitätsprojekte erneut 2,5 Millionen Euro investiert werden.
Der traditionsreiche Geraer Betrieb (schon 1938 gab’s eine kleine Firma von Siemens & Halske in der Ebelingstraße) ist bei Leuchtkondensatoren europäischer Marktführer. Doch es zeichnet sich ab, dass der herkömmliche Kondensator keine Zukunft hat. Die Geraer fanden einen Ausweg in Kondensatoren für die Blindleistungs-Kompensation. Diese reduzieren den sogenannten Blindstrom im Netz und helfen so Energie zu sparen. Letztlich ist das ein Beitrag zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes.
Von wachsender Bedeutung sind auch Kondensatoren für die Leistungselektronik. Solche Produkte aus Gera lassen sich u.a. in der Bahntechnik und in Windkraftanlagen finden. Da kommt es auf Spitzenqualität und Zuverlässigkeit an, die auch mit hohen Belastungen (z.B. Hitze) fertig wird.
Die gute Auftragslage erfordert, dass Schichtarbeit und mitunter Wochenendarbeit notwendig sind. Was die Mitarbeiter motiviert, ist die Beteiligung am Betriebsergebnis - in Zeiten heißen Tarifstreits durchaus diskussionswürdig. Mit derzeit 15 Lehrlingen sorgt die Firma für den eigenen Nachwuchs, hat aber Probleme mit den Kenntnissen der Schulabgänger. Beklagt wird auch die geringe Eignung der Bewerber, die Hochschulabsolventen sind. OB Vornehm riet zu verstärkten Delegierungen an die Geraer Berufsakademie. Sie verbinde hervorragend Theorie und Praxis.

( Harald Baumann, 06.07.2007 )

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