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Otto Dix und die Blumen

Es hätte wunderbar in die Ausstellung "Un-verblümt: Otto Dix" gepasst, dieses Plakatmotiv: ein Selbstbildnis des Künstlers in einem imaginären Garten vor roten Gladiolen. Doch das Gemälde ist unauffindbar. Es ist verschollen. "Es kann sein, dass die Nazis es sogar zerstört haben", vermutet Holger Saupe von der Kunstsammlung Gera. Die Nazis hatten mehr als 200 Bilder von Otto Dix als "entartete Kunst" aus Museen entfernen lassen. Etlichen wurde das Schicksal des Selbstbildnisses zuteil. Umso lobenswerter die Idee, dieses in dem Plakat zu verewigen. Kunstbände aus den 20-er Jahren zeigten Abbildungen des Gemäldes, oftmals nur Details. Ein Grafiker habe aber gleichsam wie ein Puzzle alle Teile originalgetreu zu einem einzigartigen Bild zusammengesetzt, berichtete Holger Saupe über die Entstehungsgeschichte des Plakatmotivs.
Die Ausstellung, mit der gleichzeitig auch die Orangerie nach zweijähriger Bauzeit wiedereröffnet wurde, birgt viele interessante Aspekte in sich. "Un-verblümt" ist etwas ganz Besonderes, da es noch nie eine Ausstellung zum floralen Werk des Meisters gegeben hat. Nicht nur prächtige Stillleben mit Blumen, sondern auch in zahlreichen Gemälden und Porträts sind Bezüge zu Pflanzen hergestellt. Beachtenswert die feinen altmeisterlichen Silberstiftzeichnungen, die noch in einer Ausstellung zu sehen waren. Überhaupt haben viele der 102 Werke, die in Gera gezeigt werden, noch nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt.
Holger Saupe und Kuratorin Dr. Silke Opitz aus Weimar, haben lange Jahre detektivische Kleinarbeit geleistet, um Arbeiten aufzuspüren. Während die Hälfte der Exponate von der Otto-Dix-Stiftung Vaduz (Schweiz) stammte und deren Entgegenkommen und Unterstützung eine große Hilfe für die Kunstsammlung Gera war, wurde der restliche Teil aus Museen und vor allem von privaten Leihgebern zusammengetragen. Und das war weitaus schwieriger, nicht nur sie zu finden, sondern auch zu überzeugen, ihr wertvolles Dix-Bild für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen, bekannte Holger Saupe. Sie wollten auch nicht genannt sein, trotzdem gilt ihnen wie auch allen anderen Leihgebern und Sponsoren ein großes Dankeschön, bestätigte er.
"Gera trägt seinen Namen Otto-Dix-Stadt zu recht", freute sich Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm. Aber immer noch gebe es Einwohner, die wenig oder gar nichts über den Künstler, der in Gera geboren ist, wissen. Es läge ihm am Herzen, diese Wissenslücke zu schließen", meinte er. Die Ausstellung könne einen Teil dazu beitragen.
Aber auch für Gäste aus ganz Deutschland ergibt sich dank der Bundesgartenschau die Gelegenheit, den Maler und sein florales Werk besser kennen zu lernen. Viele Blumen und Pflanzen, die Otto Dix gemalt hat, oftmals nicht vordergründig, sondern als positionierte Beigabe am Bildrand, wird der Besucher in Blumenbeeten und Pflanzarealen der Buga in Gera und Ronneburg wiederfinden. Pfingstrosen und Tulpen, Gladiolen, Chrysanthemen und Lilien, Agaven, Gräser und immer wieder Rosen und Schwertlilien als Symbolcharakter für Reinheit, Unschuld und Liebe.
Auffallend ist ein Bild mit tiefroten, fast schwarzen Malven, meisterlich gemalt. Bewundernd steht der Besucher vor dem Kunstwerk - bringt die Natur so etwas hervor? Besucht er dann den Hofwiesenpark, nur wenige Schritte von der Orangerie entfernt, wird er eine solche schwarze Malve in natura entdecken.

( Helga Schubert, 29.06.2007 )

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