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Die Antenne hat ausgedient - Jetzt kommt Digital-Fernsehen

Am 23. Juni wird in Gera das Digital-Fernsehen starten. In der vergangenen Woche ist die DVB-T-Antenne am Senderstandort Gera-Roschütz erfolgreich installiert worden. Ein Lasthubschrauber montierte in zwei Etappen ein Zwischenstück und den vier Tonnen schweren Zylinder mit der Sende-Antenne. Der Sendemast bringt es jetzt auf 120 Meter Höhe und wird Gera und das Altenburger Land mit DVB-T versorgen.
Das Resümee zu insgesamt vier Antennen-Installationen in der vergangenen Woche fällt positiv aus. "Alle Installationen sind wirklich hervorragend verlaufen", so Detlef Kleindienst, DVB-T-Projektleiter von T-Systems. "Wir haben mit dem Aufsetzen der Sende-Antennen überall im Zeitplan gelegen."
Damit steht dem Empfang des so genannten Überall-Fernsehens (DVB-T) ermöglichen sollen. "Überall" meint, dass man künftig in seinem Garten, in allen Räumen der Wohnung und wo immer man sonst will, Fernsehen empfangen kann. Und das in höchster Qualität. Für Gera soll eine kleine Zimmerantenne reichen. Die Antennenwälder auf den Dächern sind schon weitgehend ausgelichtet und werden bald der Vergangenheit angehören.

Noch offiziellen Verlautbarungen ist der Empfang von DVB-T kostenlos. Eine kleinen Haken hat die Sache allerdings - man braucht eine Settop-Box, die der Fachhandel für um die 100 Euro anbietet. Davon sind alle diejenigen betroffen, die das Fernsehsignal noch über eine Hausantenne empfangen, sonst sehen die über kurz oder lang nur noch einen schwarzen Bildschirm. Alternativen sind der Kabelanschluss oder das Satelliten-Fernsehen, für das man allerdings eine Schüssel benötigt, die in Richtung Empfangssatellit ausgerichtet ist. Das ist auch nicht immer eine architektonische Schönheit!

Die öffentlich-rechtlichen Programmveranstalter, also ARD, ZDF und die Landesrundfunkanstalten haben ihre analoge terrestrische Verbreitung in den Regionen bereits eingestellt oder werden es bald tun. Dafür sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen eindeutig geschaffen worden ADRD und ZDF gehen davon aus, dass der Übergang zum Digitalfernsehen bereits im kommenden Jahr abgeschlossen sein wird, die Bundesregierung hat dafür allerdings als letzten Termin das Jahr 2010 festgelegt.
DVB-T ist ein internationaler Standard, der bereits in zahlreichen Ländern im Einsatz ist. Dazu gehören Großbritannien, die skandinavischen Staaten, die Niederlande, Frankreich, Spanien sowie sogar Australien, Singapur, Indien und Südafrika. Für Europa scheint gesichert, das es nach Abschluss der technischen Umrüstung ein einheitliches terrestrisches Fernsehsystem geben wird.
Bei der Bildqualität hat das Digitalfernsehen unbestritten die Nase vorm. Absolut störungs- und rauschfrei werden die Bilder von Fernsehgerät umgesetzt, das gleiche gilt auch für die Tonqualität. Ein paar Einschränkungen muss man allerdings auch hinnehmen: Es gibt nur knapp 30 Empfangskanäle, während es zum Beispiel beim Kabelfernsehen um die 200 sind, Satelliten-Fernsehen bringt es sogar auf über 400 Kanäle.
Die angebotenen 30 Kanäle reichen allerdings gegenwärtig aus, Reserven sind vorhanden. Zur Zeit wird das Digital-Fernsehen nur von den öffentlich-rechtlichen Anstalten genutzt, also der ARD und ZDF mit ihren Programmen. Dazu gehören natürlich in Thüringen der MDR, Phönix, 3sat und einige andere.

Die Privatsender halten sich noch bedeckt. Die Gerüchte wollen nicht verstummen, das einige große Sendergruppe, die gegenwärtig ihre Programme noch gratis ausstrahlen über das Pay-TV nachdenken. Klartext: Für RTL und Sat1 könnte es bald möglich sein, dass man sie nur empfangen kann, wenn man sich die entsprechende Box zulegt und dafür natürlich bezahlt. Andererseits hat der Betreiber des Digitalfernsehens immer wieder betont, dass es auch seitens der Privatsender ein zunehmendes Interesse gäbe. Gesichert sind diese Auskünfte allerdings nicht.

Ganz klar auch: Für Kabelkunden gibt es keinen akuten Handlungsbedarf, zumal sie noch die zusätzliche Möglichkeit haben, das Bezahlfernsehen zu abonnieren. Tröstlich ist, dass die Geräte-Hersteller schon seit längerer Zeit die technischen Voraussetzungen geschaffen haben, um Digitalfernsehen empfangen zu können. Trotzdem, wer einen Geräte-Neukauf plant, sollte sich das vom Verkäufer nochmals ausdrücklich bestätigen lassen.

( Reinhard Schubert, 22.06.2007 )

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