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Versteinerter Baumstamm - Schillernd wie ein Star

Das schillernde Gefieder eines Stars gab einem Stück Jahrmillionen altem versteinertem Holz den Namen Starstein. In ihm haben sich Baumfarne verewigt. Als gewaltige Vulkanausbrüche unseren Planeten umformten, begrub der Ascheregen ganze Wälder unter sich. Die Pflanzen starben ab, verfaulten aber nicht, sondern wurden nach und nach zu Stein. Fast wie auf einer Fotografie zeigen sie dort in feinsten Strukturen ihr Abbild. "Das versteinerte Arboretum - Hölzer aus Stein" zeigt das Museum für Naturkunde in einer kleinen aber feinen Ausstellung im Höhler 188. Der Mineraloge Frank Hrouda, der als freier Mitarbeiter für das Museum arbeitet, hat die Schau zusammengestellt. Er ist ganz in seinem Element, wenn er die Ausstellungsstücke vorstellt und damit gleichzeitig eine Lektion in Erdgeschichte erteilt.
Auf allen Kontinenten hat man versteinerte Hölzer gefunden. Zu den weltweit größten Fundstellen gehört jedoch der steinerne Wald von Hilbersdorf bei Chemnitz. Riesige Baumfarne oder Schachtelhalmgewächse von vor rund 280 Millionen Jahren zeigen ihre außergewöhnliche Gestalt, die sie in der Asche behielten, aber in prächtige Mineralien wie Bergkristall, Amethyst, Achat oder Onyx auf unzerstörbare Weise gekleidet wurden.
Die edlen Chemnitzer Hölzer bilden den Kern der Ausstellung und werden durch verschiedene Hölzer weiterer deutscher Fundstellen - oft werden sie beim Straßenbau oder auf Feldern entdeckt, weiß Frank Hrouda - ergänzt. Die jüngsten Hölzer sind etwa 35 Millionen Jahre alt. Sie stammen aus der mitteldeutschen Braunkohle. Der Mineraloge freut sich aber auch, das Stück eines Rotholz-Stammes aus dem weltbekannten Petrified Forest in Arizona/USA oder einen versteinerten Zapfen aus Patagonien zu zeigen.
Ein versteinertes Stück Holz sieht in seinem Urzustand zunächst nicht sehr attraktiv aus. Erst der Aufschnitt und die Politur bringen die Schätze der Natur und das verborgene Gesicht ans Tageslicht. Als sehr aufwändig bezeichnet Frank Hrouda die Politur. In mehrfachen Prozessen wird sie vom Schleifer mit immer feinkörnigerem Sand vorgenommen. Der Geraer Mineralienfreund und Hobbyschleifer Dr. Matthias Schreiter hat dies für die Exemplare übernommen, die bei der Bearbeitung der alten Geologischen Sammlung des Museums für Naturkunde ans wiederentdeckt wurden. Die Stämme waren jedoch noch nicht aufgesägt und poliert. Jetzt gehören sie mit zu den Prachtstücken der Schau.
Die Ausstellung, die bis zum, 31. Oktober im Höhler zu sehen sein wird, ist eine Gemeinschaftsprojekt des Naturkundemuseums und der Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde. Sie wird vom Naturkundemuseum Chemnitz durch Leihgaben unterstützt und enthält auch Stücke aus verschiedenen Privatsammlungen.
Das Geraer Museum für Naturkunde zeigt bugabegleitend nicht nur den Landschaftsraum Ostthüringen in seiner Dauerausstellung, sondern auch im oberen Stockwerk bezaubernde florale Kunstwerke auf Papier und tief unten verzaubernde Hölzer in Stein.

( Helga Schubert, 04.05.2007 )

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