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Dörfliches Leben in Debschwitz

Würde man die Einwohner von Debschwitz als Dörfler bezeichnen, wären sie wohl nicht einverstanden. Vor über 100 Jahren sah das noch ganz anders aus. Um 1870 wird Debschwitz als "mittelgroßes Dorf an der Elster" beschrieben. Damals bestand der Ort aus 14 Bauerngütern, von denen der reußische Kanzler Dr. Georg Walter Vincent von Wiese das größte besaß. (Nach seinem Tod 1824 bildete es den Grundstock für die nach ihm benannte Stiftung, die noch heute existiert). 480 Einwohner wurden im Jahr 1870 gezählt, aber 30 Jahre später waren es bereits 6000.
Diese interessanten Fakten sind in der Kabinettausstellung "Debschwitz - vom Dorf zur Stadt" im Stadtmuseum zu erfahren. Ingrid Faber und Carla Römer vom Stadtarchiv haben in alten Unterlagen geforscht und die Schau zum 95. Jahrestag der Eingemeindung von Debschwitz zusammengestellt. Dabei stießen sie auf Material, das nicht nur vielen Bewohnern des Stadtteiles unbekannt sein dürfte. Mit Hilfe von Dokumenten, Fotos, Sachzeugen, Urkunden und anderen Ausstellungsstücken wird die Entwicklung des Ortes veranschaulicht. Unterstützung gaben dabei auch zahlreiche Einwohner durch Leihgaben und das Stadtmuseum. "Die Ausstellungsfläche ist zwar klein, doch der Inhalt nicht", lädt die amtierende Museumsleiterin Ute Heckmann die Alt- und Neudebschwitzer und natürliche auch alle anderen an Stadtgeschichte Interessierten zum Besuch ein.
Schon vor der Eingemeindung 1912 besaß Debschwitz eine eigene Schule. 1897 wurde der Konsumverein Debschwitz gegründet. Bis 1933 war dieser, der sich mit einem weiteren Konsumverein zusammengeschlossen hatte, sehr erfolgreich und errichtete das große Verwaltungsgebäude in der Heinrich-Heine-Straße. 1896 wird der Geraer Schützenplatz eingeweiht. "Nach dem Anlegen des städtischen Südfriedhofes 1883, dem Wasserwerk 1890 und dem Bau der Straßenbahnlinie Debschwitz - Tinz 1892 war die Eingemeindung am 1. April 1912 eine logische Entwicklung", stellte Ingrid Faber fest. Verschiedene Industrieunternehmen siedelten sich entlang der Wiesestraße an: die Wollwebereien von Greve&Schneider und Eisenhardt&Köcher, die Eisengießerei Bernd&Golde, die Maschinenfabrik Frankberger&Ziegenmeyer, die Knallerbsenfabrik Ewald Lehmann, die Werkzeugfabrik "Exakte" Paul Seifert&Co, die Maschinen- und Webutensilienfabrik Gebr. Harnisch, die Lederfabrik Gotthold Plarre, die Dampfziegelei Carl Nitzsche, die Strickgarnfabrik Gebr. Feistkorn und die Wurstfabrik Oertel. Bis in das 20.Jahrhundert haben die Ausstellungsgestalter die Entwicklung von Debschwitz verfolgt und aufgezeigt.





( NG/sch, 13.04.2007 )

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