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Treffpunkt zum Verweilen und schnäppischen Genießen

Wer bei einem Spaziergang einmal den Schlosshof von Osterstein aufsucht, blickt auf alte Gemäuer, verwitterte Remisentore, holprige Pflastersteine, Geröllhaufen, aber auch auf sanierte Portale und ordentliche Fassaden. Bis vor einiger Zeit gab es in den Häusern auch noch Bewohner, doch inzwischen steht das Areal leer, ein Areal, das es aber Geraer Künstlern angetan hat. Mit dem Ost-West-Pavillon haben sie ein Zeichen gesetzt. Doch es sei zu bescheiden und ist noch nicht bei allen Geraer Einwohnern angekommen, meint der Künstler Winfried Wunderlich. Deswegen sollten deutlichere Akzente zur Bundesgartenschau gesetzt werden. Vor seinem geistigen Auge entstand dabei ein Bild, wie es hier auf Osterstein, dem die Buga quasi zu Füßen liegt, aussehen könnte. Gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Sven Schmidt entwickelte er ein Konzept, das er an einem ziemlich windigen Morgen OB Dr. Norbert Vornehm, dem amt. Kulturdirektor Dr. Frank Rühling und dem Hausherrn, Ralf Schekira, Geschäftsführer der GWB "Elstertal", erläuterte.
"Ich bin sehr neugierig auf das, was die Künstler vorstellen", gab der OB zu. Und diese sparten nicht mit ihren Ideen. Neun einzelne Projekte entwarfen sie in einem ziemlich dicken Plan, zum Thema - der Buga entlehnt - "Raum - Zeit/ Zeit - Raum". "Die Teilprojekte müssen eine räumliche wie inhaltliche Einheit bilden", unterstrich Wunderlich den Charakter. "Den Rundweg bildet eine dramaturgisch geordnete Abfolge von Kunstwerken und Kunstaktionen".
Bereits das Informations- und Leitsystem sei ein künstlerisches Projekt, versicherte er. Dazu gehören die Beschilderung des Wegesystems, die Darstellung denkmalpflegerischer Aspekte und Erläuterungen zu Sehenswertem an Aussichtspunkten. Das soll auch nach der Buga seine Gültigkeit behalten. In der gesamten Landschaft um das Schlossareal können sich die Künstler Installationen als Projekt "Land-art"vorstellen. Brücken, Wiese und Waldbereich könnten dabei die Standorte sein. Das nächste Teilprojekt ist eine Dokumentationsausstellung im Bergfried. Dabei werden den einzelnen Fenstern Darstellungen zugeordnet, die den Betrachter über Attraktionen beim Blick aus dem Fenstern informieren. Im Schlosshof selbst sind die Remisen Objekt der Begierde. Die Künstler stellen sich Verkaufspräsentationen oder Produktionsstätten mit Ladencharakter verschiedener Künstlergruppen oder einzelner Künstler vor. Eine Café- und Proseccobar mit Musikaktionen sollen den unteren Schlosshof zum Treffpunkt werden lassen, einladen zum "Verweilen, Suchen und schnäppischen Genießen", formulierte Winfried Wunderlich. Über die Bildinstallation an den Fenstern des Wohnhauses berichtete Sven Schmidt. "In allen Fensterräumen werden stark vergrößerte Details aus Werken von Otto Dix angebracht. Es entsteht eine rätselhafte Collage". Ein Preisrätsel für Besucher, gemeinsam mit der Kunstsammlung entwickelt, sei denkbar. Betreten jedoch können die Besucher die Neue Wache, das Amtsgebäude von Osterstein. Geplant sind, auf zwei Etagen vier wechselnde Ausstellungen mit Gruppen und Einzelkünstlern zu aktueller Malerei und Plastik zu zeigen. Und natürlich wird es auch zur Buga den Ost-West-Pavillon geben. Ebenfalls in der Neuen Wache werden dabei Ausstellungen von Geraer und Husumer Künstlern präsentiert. Die künstlerische Idee richtet sich weiter auf den Schlossgarten, der inzwischen von Wildwuchs befreit wurde. 20 Textilkünstler aus ganz Deutschland werden hier eine attraktive Textilinstallation anbringen. Den Knalleffekt setzen jedoch Schmidt und Wunderlich auf den Bergfried. Er wird eingepackt und durch eine Bildinstallation weithin ein sichtbares Zeichen für Gera und die BUGA setzen. Oberbürgermeister und der amt. Kulturdirektor zeigten sich begeistert. Materielle Hilfe sicherte die GWB Elstertal zu. 45.000 Euro habe sie in diesem Jahr bereits für Sicherungsmaßnahmen aufgewendet, bestätigte Ralf Schekira.



( Helga Schubert, 08.12.2006 )

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