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Ratskeller lädt als "Markt 1" ein

Im Ratskeller wurde wieder das Licht angeschaltet, der Ofen geschürt, das Bierfass angezapft und die Kaffeemaschine in Betrieb genommen. Zum Weihnachtsmarkt öffnete das Lokal unter dem Namen "Markt 1" seine Pforten. "Wir haben Markt 1 als Gastronomieadresse ganz bewusst gewählt, um einmal das verstaubte Ratskellerimage loszuwerden, zum anderen, um dem neuen Konzept Rechnung zu tragen", erklärte der Pächter Hans-Jürgen Seese die Veränderungen .Dabei stellt er sich vor, dass der Gast nicht vor einer Karte in einer Gaststätte sitzt, sondern in einem "Markt auf dem Markt", mitten im Geschehen.
Überzeugend präsentierte Hans-Jürgen Seese die erste Bratwurstküche in Thüringen, die sich im Durchgang zwischen Markt und Kornmarkt befindet und einen offenen Einblick gewährt. Hier befand sich bis vor 120 Jahren die Brotbank, später war in dem Raum die Feuerwehrspritze untergebracht, diente als Stadtwaage und zuletzt dem Marktmeister als Wirkungsstätte. Heute werden im Steinbackofen Brot und Brötchen wie einst gebacken, und auf richtigem Holzkohlengrill - mit modernster Abzugstechnik ausgerüstet - werden Rostbratwürste, Brätel und Rippchen, auch zum Mitnehmen, gegart. In dem rustikalen Durchgang, der auch den neuen Eingang zum gastronomischen Markt bildet, können Besucher des Weihnachtsmarktes den aromatischen Glühwein zu sich nehmen.
Kaffeeduft dagegen zieht aus dem alten Tunnel, dem ersten Ratskellerraum, der Café und Bistro vereint. Hier verlocken die Konditoreiwaren aus der Schaukonditorei Seese im Stadt-Café Elster-Forum zum Schlemmen. Nun sind diese auch sonntags erhältlich. Ohne Türen und stets mit faszinierenden Ein- und Ausblicken gelangt der Gast in den Restaurantbereich, von wo aus auch das ehemalige alte Ratszimmer zu betreten ist, in dem sich kleine Tischgruppen befinden.
"In den nächsten Wochen wollen wir schrittweise die traditionelle Thüringer Küche etablieren", verspricht Hans-Jürgen Seese. Dann werden auch Thüringer Klöße, Rouladen und Gänsebrust serviert. In der letzten Ausbaustufe, die bis zur Bundesgartenschau vorangetrieben wird, wird es auch eine mediterrane Karte geben. Terrassen- und Biergartenbetrieb auf dem Markt für die warme Jahreszeit kündigt er schon jetzt an.

Vor viereinhalb Jahren hat der Umbau des Ratskellers begonnen. "Dass er so langwierig wird, haben wir damals nicht gewusst", gibt der Gastronomiechef zu, "und ob wir uns übernehmen, auch nicht". Zehn Wände und Türen wurden herausgebrochen. Das alte Kreuzgewölbe - 1254 wurde der Ratskeller zum ersten Mal erwähnt - erhält einen völlig neuen Blickwinkel. Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm lobt als Hausherr das Engagement des ideenreichen Pächters. Die gastronomischen Einrichtungen seien die Säulen des Lebens auf dem Marktplatz, ist er sich sicher. Für die Stadt und den Markt sei die Wiedereröffnung des Ratskellers somit ein wichtiger Schritt.

( 30.11.2006 )

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