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Noch Baustaub in edler Kunsthalle

Mit einer großen Otto-Dix-Ausstellung wird die Orangerie der Kunstsammlung Gera am 24. Juni 2007 wieder eröffnet. Zunächst fallen in diesen Tagen die letzten Gerüste, aber die Sanierung im Inneren nimmt noch einige Monate in Anspruch. Sie wird voraussichtlich im März abgeschlossen sein. Bei einer Baustellenbegehung mit Architekt und Bauleiter Friedhelm Leucht überzeugten sich Baudezernent Ramon Miller und Kulturdirektor Dr. Frank Rühling vom Fortschritt der Sanierungsarbeiten.
Zunächst schien es, als seien die Bauarbeiten ins Stocken geraten, denn der Innenausbau in dem barocken Gebäude stellte sich als aufwändiger heraus als er ursprünglich geplant war. Baudezernent Ramon Miller ist zufrieden, dass die Ausschreibung für die Fassadenarbeiten günstige Angebote eingebracht hat, so dass Mittel für die Sanierung im Inneren frei wurden. Die Baukosten sind mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Rund 69 Prozent kommen dabei aus dem Europäischen Fond für regionale Städtebauförderung und aus der Städtebauförderung. 23 Prozent sind Denkmalschutzmittel, und etwa acht Prozent musste die Stadt selbst aufbringen.
Auch Bauleiter Friedhelm Leucht ist froh, dass weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden konnten, "sonst wäre es schwer gewesen, das Objekt wieder seiner Nutzung zu übergeben", bekannte er. Der größte Brocken sei die Elektroinstallation, erklärte er. Sicherheit und Brandschutz sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen, um die Orangerie als Kunstgalerie zu betreiben. Der nördliche Flügel hatte vor etwa drei Jahren neue Fenster und eine moderne technische Ausrüstung erhalten. Neue Fenster mit lichtdämmenden Jalousien erhält nun auch der Südflügel. Außerdem werden die Heizung erneuert, der Parkettfußboden abgeschliffen und natürlich Sicherheitsanlagen eingebaut. Zurzeit gähnt im Fußboden ein großes Loch. Verwitterte Kellerstufen führen nach unten - eine spektakuläre Entdeckung in einen unterirdischen Bereich der Orangerie? Es sei nur ein Keller, den die Erbauer des im Zeitraum von 1727 bis 1732 entstandenen Gebäudes angelegt hatten. Er wurde jetzt bei den Arbeiten zur Verlegung der Heizleitung unter dem ehemaligen Kassenbereich entdeckt, sei aber für keinerlei Nutzung geeignet, stellte der Architekt fest.
Der Festsaal im oberen Stockwerk hat im Moment nichts Festliches mehr an sich. Die gesamte Dielung musste herausgenommen werden, und die nackten Balken zeigen sich. Spanplatten habe man vorgefunden, darunter Schlackenschüttung, erklärte der Fachmann. Das alles wurde entfernt, die Balken wurden überprüft und zum Glück keine statischen Konsequenzen festgestellt, so dass dann später Parkett verlegt werden kann. "Allerdings hat uns hier das Dach große Probleme bereitet", räumt Bauleiter Leucht ein. Konstruktive Balken hätten sich gelöst. "Als wir nach der Ursache forschten, stellten wir fest, dass sich unter der Fassade eine eingemauerte Fachwerkkonstruktion befunden hat, die zu 80 Prozent verfault war", schilderte er den Zustand. Die verrotteten Balken seien durch Stahlbetonbalken ersetzt worden. "Mitte März übergeben wir das Gebäude an die Kunstsammlung", versprach der Bauleiter. Das sei zu schaffen", ist er optimistisch.
Zwar nicht unmittelbar zur Eröffnung, aber doch im ersten Drittel der Bundesgartenschau wird die Orangerie mit der Otto-Dix-Ausstellung eröffnet. "Das ist doch auch ein schöner Effekt", hofft Kulturdirektor Dr. Frank Rühling. Etwa 80 der berühmten Werke von Otto Dix sollen in der Schau zu sehen sein. Verhandlungen mit Leihgebern hätten begonnen.

( Helga Schubert, 30.11.2006 )

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