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BUGA - Prestigeobjekt oder Zukunfts-Garant?

Das Millionenprojekt "Stadtbahnlinie 1" war seit Planungsbeginn umstritten. Als eine zu große Nummer für Gera oder als millionenverschlingenden Mo-loch befürchtete ein Teil der politischen Entscheidungsträger den Plan. Die Befürworter machten auf die zu erwartenden Synergieeffekte für die gesamte Region aufmerksam, die weit über die Bundesgartenschau hinaus reichen werden. Was nichts anderes bedeuten sollte als Arbeit und damit Arbeitsplätze - und auch als ein in ganz Deutschland vernehmbares Signal dafür, dass die Region Gera/Ronneburg Zu-kunftsperspektiven besitzt.
Die ersten Wochen und Monate dämpften die Euphorie in zweierlei Richtung: Wer erwartet hat, dass die heimischen Unternehmen von heute auf morgen volle Auftragsbücher haben, wurde erst einmal enttäuscht und zweitens hat es lange - manche meinen zu lange - gedauert, bis etwas sichtbar geworden ist. Jetzt, wo an allen Ecken und Enden der Stadt gebaut wird, gibt es wieder kritische Bemerkungen, Schlagzeilen hingegen machen nur die meist mit einigem Aufwand betriebenen Übergaben einzelner Abschnitte der Stadtbahnlinien. Erinnert sei nur an die Gestaltung der Reichsstraße, den Ausbau der Endhaltestelle in Untermhaus und die etappenweise Übergabe des Friedrich-Naumann-Platzes und seiner Umgebung. Erwähnt werden müssen aber auch die streckenweise heftigen Auseinandersetzungen um die Gestaltung des Küchengartens und des Ufer-Elster-Parkes, wo es oft genug an der notwendigen Sensibilität und Einbeziehung der Bürger in Entscheidungen gefehlt hat. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an das leidige Thema Baumfällungen.
Die Aufmerksamkeit vieler Geraer konzentriert sich von Anfang an naturgemäß auf die Bereiche in der Stadtmitte und zentrumsnahe Abschnitte. Die Planer haben aber viel weiter gedacht, was allerdings nur wenig bekannt ist. Seit einigen Monaten versucht die BUGA-GmbH durch öffentliche Sprechstunden, Vorträge und ähnliches dieses Informationsdefizit aufzuarbeiten, freilich nur mit mäßigem Erfolg. Erheblicher Nachholebedarf besteht auch in einem professionellen Marketing, das nicht erst ein paar Wochen vor BUGA-Beginn einsetzen darf. Ein wenig Geheimniskrämerei ist ebenfalls nicht zu leugnen. Schädlich, wenn man die Geraer als Verbündete für den BUGA-Gedanken gewinnen will. Alle Geraer!
Und trotzdem scheint die Front der BUGA-Skeptiker zu bröckeln, verschwunden ist sie noch nicht. Vielleicht auch deshalb, weil es kein Füllhorn von Wohltaten für die Unternehmen gegeben hat, wie manchem versprochen wurde oder wie es sich mancher zumindest gewünscht hat. Vorurteile halten sich eben länger als Urteile. Gera liefert dafür immer wieder Beispiele. So wurde vor nicht allzu langer Zeit wieder einmal das Argument aufgewärmt, dass sich die Stadt schon kurz nach der politischen Wende mit dem Bau der Umgehungs-Magistrale übernommen hätte. Nüchtern betrachtet kommt man aber an der Frage nicht vorbei, wie das Verkehrsgeschehen aussehen würde, wenn noch jedes Fahrzeug durch das Zentrum geleitet werden müsste. Thema Zentrum: Wenn der Puschkinplatz noch über Jahre das Nadelöhr für den Verkehr geblieben wäre, hätte man über kurz oder lang den Infarkt erleben müssen. Schließlich ist gerade an dieser Stelle eine planerische Glanzleistung gelungen und die Baudurchführung in fast bewundernswerter Abfolge durchgeführt worden. Da kann man nun wieder darüber streiten, ob es richtig war, vor dem Mehrzweckgebäude viel Platz zu lassen oder nicht. Aber wenn man ein wenig Flair einer Großstadt erhalten oder auch erst bekommen will, dann darf man auf zukünftige Lösungen hoffen.

Die vom Verkehrsbetrieb angedachte und entworfene Baulichkeit gehört dort einfach hin! Hier braucht man ein gehörig Maß an Optimismus. Aber - so behaupten das die Geraer jedenfalls von sich! - haben wir doch allemal! Der Bau der Stadtbahnlinie berührt eben nicht nur das Zentrum und ist auch nicht egoistisch ausschließlich auf Gera fixiert. Beispiel dafür sind die Arbeiten am Eingang zum Gessental im Stadtteil Pforten als Anbindung in Richtung Ronneburg, dem BUGA-Mitveranstalter und -mitgestalter.

( Reinhard Schubert, 25.11.2005 )

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