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Biete wertvollen Abfall - Suche günstige Verwertung

"Abfall ist wie Wasser. Er fließt immer den Weg des geringsten Widerstandes." Dieses Bonmot konnte man soeben auf dem XIII. Ostthüringer Umwelt- und Technologietag in Gera hören. Veranstalter war ein Duo: das Umweltinstitut für Forschung und Technologie in Ostthüringen e.V. (UFT) und die Industrie- und Handelskammer (IHK). Und weil beide nicht wollen, dass Abfälle so einfach davonfließen, stellten sie die Tagung unter das Motto "Kreisläufe schließen - Abfälle verwerten" und meinten dabei besonders die Energiegewinnung aus Abfällen und Biomasse.
Etwa 70 Ostthüringer Unternehmer und Vertreter kommunaler Verwaltungen waren in das Bildungszentrum der Kammer geströmt. Zu den Gästen gehörte auch Geras Oberbürgermeister Ralf Rauch. Das Tagungsprogramm war angefüllt mit zehn interessanten Vorträgen, zu denen UFT-Vorstand Dr. Ing. habil. Wieland Kögel (zugleich Geschäftsführer der Geraer BIT Tiefbauplanung) und IHK-Geschäftsführer Bernd Schäfer kompetente Fachleute begrüßen konnten.
Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die nach erstaunlich langer Übergangszeit (an der sog. Ablagerungsverordnung war 1993 eine gewisse Frau Merkel beteiligt) am 1. Juni 2005 eingetretene "neue Zeitrechnung", wie es die deutsche Abfallwirtschaft nennt. Danach dürfen auf den Deponien, in Gera betrifft das Untitz, keine unbehandelten Abfälle mehr gelagert werden. Seither ist die Verwertung sechs Mal teurer geworden, was besonders kleinen Unternehmen zu schaffen macht. Und an den Behandlungs- und Sortieranlagen herrscht allerorten ein großes Gedränge. Bundesweit fehlen derzeit Behandlungskapazitäten für mindestens vier Millionen Tonnen Abfall. In der Region beträgt die Kapazität der Verwertung zurzeit etwa 150.000 Tonnen.
Doch die Tagung sieht in der Neuregelung auch Chancen. Dazu unterbreiteten vor der Presse ihre Überlegungen u.a. Wieland Kögel, der Geschäftsführer der Geraer Stadtwirtschaft Dr. Ing. Ulrich Porst, Cleanaway-Geschäftsführer Wolfgang Hiller und der Inhaber der RCO Recycling Centrum GmbH Bad Klosterlausnitz, Holger Utermark.
Eine der vielversprechenden Chancen ist die Erzeugung von Brennstoffen aus Abfällen. Den Nutzen hätten z. B. bestimmte Kraftwerke, Industriefeuerungsanlagen und Zementfabriken. In der Anlage Zorbau (Sachsen-Anhalt), die Abfälle aus Ostthüringen, darunter die vorbehandelten von der Untitzer Anlage, verbrennt, können Wärme für 6.000 Haushalte und Strom für 40.000 Geraer Haushalte erzeugt werden.
Diesen Weg zu gehen, bedeutet aber: Der Aufbereitung des Abfalls zu Ersatzbrennstoffen oder auch zur stofflichen Verwertung kommt eine beträchtlich größere Bedeutung zu. So braucht es eine moderne Abscheide- und Trenntechnik für die Herauslösung von Wert- und Schadstoffen. In Ostthüringen beschäftigen sich schon seit längerem Unternehmen, darunter UFT-Firmen, mit dem Problem, produzieren Ersatzbrennstoffe oder bereiten deren Produktion vor. Es bilden sich weitere Kooperationsbeziehungen heraus. Doch insgesamt wird das energetische Potenzial von Restabfall derzeit noch unvollständig genutzt.
Holger Utermark lastet es auch der Politik an, wenn die Energiegewinnung aus Abfall- und Biomasse nicht schneller vorankommt. So bedürfe es gesetzlicher Regelung für den zusätzlichen oder verstärken Einsatz von Ersatzbrennstoffen in Kraftwerken und Zementfabriken. Werde gemeinsam gehandelt, könnte Deutschland EU-weit einen technologischen und organisatorischen Vorsprung bei der Energiegewinnung aus Abfall erzielen.

( Harald Baumann, 18.11.2005 )

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