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Neugier und Treue

"Wir sind da" haben sich die Geraer Theaterleute weithin sichtbar auf ihr verhülltes Haus geschrieben. Bis kurz vor der Buga haben sie Abschied von ihrem gewohnten Musentempel genommen und müssen in andere Spielstätten ziehen. Wird das Publikum mitziehen? Generalintendant Dr. Eberhard Kneipel beantwortete diese Frage zum Presse-Stammtisch mit Schillers Worten, die er sich als Leitmotiv für die kommende Spielzeit gewählt hat: "Die Neugier des Publikums ist das einzige, wovon was zu hoffen ist". Die Neugier hoffen der Generalintendant und seine Vorstände durch den Spielplan, und die Ausweichspielstätten zu wecken. Trotzdem, so meinte er, werde dies die größte Herausforderung sein und bekräftigte aber auch, dass das Theatererlebnis auf keinen Fall geschmälert werden soll. 22 Inszenierungen stehen an, zehn Premieren werden wie gewohnt über die Bühne gehen.
Seinen Theatereinstand wird das KuK am jetzigen Sonnabend mit der Eröffnungsgala "Zauber der italienischen Oper" geben. Dass sich bei den beliebten Melodien aus italienischen Opern auch eine Wagnersche, nämlich aus "Tannhäuser", einschmuggelt, sei nur am Rande erwähnt. Die Solisten kommen aus der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Das Philharmonische Orchester Gera-Altenburg wird vom neuen Generalmusikdirektor Eric Solén dirigiert. "Das wird eine schöne Eröffnung", ist sich Dr. Kneipel sicher. Überhaupt würde das Orchester die besten Probenbedingungen von allen Ensembles haben. "Wenn es im KuK probt und die Fenster geöffnet sind, bleiben Passanten in der Schlossstrasse stehen und lauschen den Tönen", freute er sich. Weitere Spielstätten sind die Kammerspiele, der Barocksaal im Museum für Naturkunde, das Kleine Theater im Zentrum, die Tonhalle und die neue Bühne am Park. Sie soll am 17. Dezember eröffnet werden. Allerdings hat der Technische Direktor Thomas Stolze noch etwas Sorgen. Die Fußbodenfirma habe kurzfristig ihren Auftrag zurückgegeben. Nun müsse ganz schnell eine neue per Ausschreibung gefunden werden. Trotzdem ist er sich sicher, dass im November mit den Proben begonnen werden kann.
Die Theaterleitung geht mit viel Optimismus in die neue Spielzeit. Noch einmal bestätigte Dr. Kneipel die Tragfähigkeit der Fusion. Die Spielzeit 2004/2005 habe das beste Ergebnis der vergangenen fünf Jahre erbracht. Die Fusion Altenburg-Gera gehe jetzt in das elfte Jahr. 183.444 Besucher wurden in der vergangenen Spielzeit gezählt. Das sind fast 22.000 mehr als im Jahr zuvor. Allerdings gab es mit 994 Vorstellungen 118 mehr als in der Spielzeit 2003/04. "Die Vielfältigkeit des Angebotes und die Akzeptanz des Publikums bestätigen, dass unser Weg richtig ist", sagte er. Theaterflair soll es auch in Gera geben, wer jedoch direkte Theaterluft schnuppern will, kann auch per Busshuttle die Aufführungen im Altenburger Haus erleben. Dabei zählt der Generalintendant nicht nur auf die von Schiller gepriesene Neugier, sondern auch auf die Treue und meint: "So viel Theater gab’s noch nie". Davon erzählen die Inszenierungen "Vanessa" - diese amerikanische Oper wurde zwölf Jahre in Deutschland nicht gespielt - oder Mozarts "Cosi fan tutte" im Musiktheater, "Die Möwe" von Tschechow und Schillers "Maria Stuart" im Schauspiel, "Dornröschen" und "Carmina burana" im Ballett ebenso wie Konzerte und die Aufführungen des Puppentheaters.

( Helga Schubert, 09.09.2005 )

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