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Bäckerei & Konditorei Laudenbach feiert 210-jähriges Bestehen

In Gera wird am kommenden Sonntag, 22. Mai, ein ungewöhnliches Jubiläum gefeiert: Einer der größten Handwerksbetriebe der Region, das traditionsreiche Familienunternehmen Bäckerei & Konditorei Laudenbach, begeht das 210-jährige Bestehen. Als eine der ältesten Firmen dieses Gewerbes auf deutschem Boden 1795 in dem Nest Zella in der Rhön gegründet, avancierte sie von einer kleinen Dorfbäckerei zu einem leistungsfähigen mittelständischen Unternehmen unserer Tage. Die derzeit 60 Mitarbeiter (plus drei Lehrlinge und ein Praktikant) erwirtschaften in zehn Verkaufsstellen einen jährlichen Umsatz von etwa zwei Millionen Euro. Möglich nicht zuletzt, weil viel investiert wurde.
Wie der 52-jährige Chef Wolfgang Laudenbach (zugleich Obermeister der rund 50 Mitgliedsbetriebe umfassenden Bäckerinnung der Region) und seine Söhne Ronny und Michael, die in 9. Generation das Erbe der Vorfahren weiterführen, vor der Presse informierten, soll das denkwürdige Firmenjubiläum am Sonntag mit einem "Tag der offenen Tür" quasi als Familienfest für alle Backwarenliebhaber begangen werden. Alle neugierigen Geraer können in der Backstube hautnah, umgeben vom betörenden Duft frischer Backwaren, miterleben, wie die Kunst des Backens, aber auch des "Zuckerziehens" und des Marzipan-Modellierens gemeistert wird.
Als besondere Überraschung bäckt die weißgewandete tüchtige Mannschaft das bislang größte Erdbeerherz Thüringens im Umfang von 11,5 Quadratmetern, wofür 200 Kilogramm der köstlichen Früchte benötigt werden. Das Schöne dabei: der Erlös der Riesentorte (Anschnitt 11 Uhr) geht an zwei Geraer Kindereinrichtungen. Wer sich ein Stück kauft, sollte wie weiland Gesangs-Oldie Udo Jürgens rufen: Aber bitte mit Sahne!
Und weil Laudenbach zu den Betrieben gehört, die fast ausschließlich einheimische Rohstoffe einsetzen, stellt an diesem Tag der Mehllieferant Dresdener Mühle sein "Ährenwortprogramm" vor. Für die jüngsten Naschkatzen gibt es eine Kinderbackstube und einen Clown, der die kleinen Bäcker schminkt und jede Menge Luftballons modelliert. Und den ganzen Tag für gute Laune sorgt ein Gewinnspiel mit dem "Laudenbach-Trabbi".
An diesem Tag und damit vorerst als einziger Betrieb in Gera stellt Laudenbach auch sein neues Bio-Sortiment vor: eine echte Marktlücke. Es ist von einem EU-Gremium zertifiziert. Laudenbach wird künftig als "Demeter-Bäcker" firmieren (Demeter: griech. "Mutter"; Demeter war die Göttin für Ackerbau und Getreide). Heute steht "Demeter" für biologisch-dynamische Spitzenqualität. Laudenbach kreierte fünf derartige neue Produkte, z. B. Körnervollkornbrot und Dinkel-Honigbrot.
Die Erfolgsstory von Laudenbach, die auch berechtigt, das seltene Jubiläum zu feiern, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Backzunft von der allgemeinen wirtschaftlichen Misere betroffen ist. Die hohen Lohnnebenkosten, die steigenden Energie- und Wasserpreise, überbordende Bürokratie sowie die Kundenabwerbung durch Discounter sind für die Branche "ein hartes Brot". Laudenbach und weitere Innungsbetriebe versuchen mit Neuheiten, hoher Qualität und noch besserem Service den Kundenkreis zu halten.
Laudenbach glaubt an die Zukunft des edlen Gewerbes. Einer der Beweise: Seit 1991 wurden 25 Lehrlinge ausgebildet. Das ist über den eigenen Bedarf. Die Söhne des Chefs und eine ganze Anzahl Mitarbeiter legten die Meisterprüfung ab.

( Harald Baumann, 20.05.2005 )

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