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Der 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus im Spiegel Geras

Am 8. Mai wurde durch den Sieg der alliierten Armeen der II. Weltkrieg beendet und Deutschland vom Faschismus befreit. Unzähliges Leid hat der Faschismus über Europa gebracht. Über 30 Millionen Opfer und dazu unermessliche Familienschicksale und Sachschäden. Auch Gera hatte unter der faschistischen Herrschaft zu leiden.
Schon 1919 gab es erste Faschisten in Gera, 1924 organisierten sich 12 "PGs" und wurden nicht Ernst genommen, waren es doch auch 1929 erst 49 "organisierte Fanatiker". Aber diese schlugen und prügelten. 1933 brannten Bücher, 1939 Europa. 1945 lag es in Schutt und Asche.
Wie ist die Bilanz für Gera? Von 378 Geraer Juden gingen 217 in den Holokaust, 28 Antifaschisten wurden ermordet, 578 wurden in die Gefängnisse und Konzentrationslager geworfen. An den Fronten fielen 2632 Geraer. 548 Menschen fanden bei Luftangriffen auf Gera den Tod, Hunderte Gebäude, Wohnungen und Betriebe wurden zerstört. Etwa 2500 Zwangsarbeiter wurden in Gera in Lager gepfercht und mussten in Geraer Unternehmen für den Faschismus arbeiten. Im Geraer Gebiet wurden auf ihrem Todesmarsch acht Buchenwald-Häftlinge erschossen.
Eine Gruppe junger Fahnenjunker wollte der US-Armee am Waldhaus Widerstand entgegen stellen, auch hier gab es 16 Opfer, sinnlose Opfer. Die letzten Opfer der Faschisten in Gera waren der Lehrer Willi Eckner aus Korbußen und der Bürgermeister Alfred Böttcher aus Oberröppisch. Sie wurden von SS-Angehörigen erschossen. Letzterer starb am 14. April, als die Amerikaner schon am Ortseingang von Oberröppisch angekommen waren.
Die Faschisten hatten aus der blühenden Stadt Gera ein Ruinenfeld gemacht, wie Oberbürgermeister Paul am 18. Mai 1945 feststellt.
Darüber berichtet Dieter Bauke in Wort und Bild am 6. Mai beim Kulturbund, Greizer Straße 39.
Aber auch die Lehren für Heute müssen gezogen werden: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch." So mahnte schon Bertolt Brecht. Gerade in diesen Tagen gedenken wir der Opfer des Faschismus, auch in Gera. Aber richten wir den Blick auch nach vorn! Die ökonomisch-soziale Situation ist der maßgebliche Humusboden für Faschismus und Neofaschismus. Und in sozial schwierigen Zeiten finden diese Fänger Zulauf, über die Anfänge dieses Neo-Faschismus sind wir schon wieder hinaus. Wir haben in Gera Anschläge auf Denkmale und Gebetsgebäude und Morddrohungen!
Über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Geras kann im Anschluß an den Bericht diskutiert werden.

( Dieter Bauke, 06.05.2005 )

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