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Mittelalter fast vor der Haustür

Die milderen Temperaturen kommen den Rittern von "Excalibur" und ihrem Gefolge gerade recht. Ab Montag wollen sie um und im Schloß Heuckewalde ihr Lager zimmern (lassen). Zu Ostern geben die historischen Gemäuer das passende Ambiente für die ersten Turniere des Jahres. Mit gut sechzig Akteuren hält dort vorübergehend das Mittelalter Einzug. Neben den kampflustigen, kühnen Herren sind auch edle Damen dabei und gemeines Volk wie Gaukler, Feuerspucker, Axtwerfer, Musikanten und Minnesänger. Es wird gebacken und gebrutzelt, so dass es auch den hoffentlich zahlreichen Gästen gut zu Essen und sich zu laben ansteht. Handwerkszünftiges soll Besucher anziehen. Ausziehen wird man sich eher für ein Bad in der Menge, d.h. in zwei riesigen, mit duftendem Kräuterwasser gefüllten Zubern im Badehaus.
Sonnabend, Sonntag (jeweils 14 und 18 Uhr) und Ostermontag (13 und 17 Uhr) sollen jeweils zwei große Ritterturniere abgehalten werden. Der Platz wird mit Wappen und Schildern, mit Fahnen und Barrieren gestaltet.
Ein Herold führt durchs Spektakulum mit verschiedensten Geschicklichkeitsübungen auf diversen Waffen von Lanze und Schwert, bis Axt und Bogen. Es gilt den Aktiven dabei möglichst viele Okolie (Punkte) beim Ringstechen, Helmschlagen, Sarazenenreiten, Sauwerfen oder Rolandsreiten zu sammeln. Sicher scheint, es gewinnt das (oder der) Gute. Über allem wird der schwere Dunst von Feuerkörben und Fackeln liegen; auch am Wochenende zu finsteren Nächten mit Hexen, Feuertänzern und Gaukeleien. (ab 19 Uhr). Als einzige europäische Reitergruppe zeigt, nach eigenen Angaben, das Showteam Excalibur ein so großes Feuerspektakel zu Pferde. Bestimmt erlebt die ziemlich vergessene Burg noch nie Dagewesenes.
Zufälle des Lebens brachten die Bekanntschaft des Showteams mit dem Vorsitzenden des "Fördervereins Schloß Heuckewalde" Christoph Ressel. Eher scheint es Radwanderern ein Begriff sein als Autotouristen; obwohl man dessen Turm im Vorüberfahren von der B2 bei Giebelroth sehen kann. Kaum jemand vermutet da ein Baudenkmal-Ensemble mit Kirche, Park und Grabkapelle. Die Burg wurde 1318 im Zusammenhang mit einem Vergleich um Besitz zwischen Landgraf Friedrich, dem Gebissenen und Bischof Heinrich von Naumburg-Zeitz erstmals erwähnt. Man vermutet aber an jener Stelle schon Mitte des 12. Jahrhunderts einen befestigten, von Gräben umgebenen Hof, aus dem sich die kastellartige Wasserburg mit Bergfried entwickelte. Bistumsposten, Wohnschloß derer von Pflugk und v. Herzenberg, zuletzt mehr oder weniger gemeindlich genutzt,- so das Schicksal der vergleichsweise kleinen und weniger bedeutsamen Feste. Eine Wiederbelebung, sei es eine zeitweise, kann sie nur bekannter machen. Kleinere Veranstaltungen soll es ab Frühjahr auch wieder geben, soweit es die Kraft ihrer Schloßherren und Freunde hergibt. Ob die österliche Ausflugslaune viele Neugierige und Schaulustige nach Heuckewalde (ver)führt?

( Thomas Triemner, 18.03.2005 )

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