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Geras Ehrenbürger Karl Weschke in England verstorben

Geras Ehrenbürger, der Maler Kurt Weschke ist in seiner englischen Wahlheimat Cornwal im alter von 79 Jahren verstorben. Erst im 27. Mai vergangenen Jahres war ihm die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Gera verliehen worden. An weiteren Ehrungen hat es nicht gefehlt. So war Karl Weschke mit dem Verdienstkreuz der Bundesreplik Deutschland ausgezeichnet worden, die Universität Plymouth hatte ihm die Ehrendoktorwürde verliehen.
Karl Weschke wurde 1925 in Taubenpreskeln geboren. Die Mutter gab den Jungen mit zwei Jahren in ein Waisenhaus gab und erst wieder zu sich holte, als er bereit sieben Jahre alt war. Er besuchte die Lutherschule, lernte aber nie eine richtige Familie kennen. Er war ein Straßenkind.
Mit 14 Jahren beginnt Karl eine Lehre als Versicherungsangestellter in Gera, später wird er nach Gotha versetzt. Er trat der Hitlerjugend bei, denn die Kameradschaft und Lagerfeuerromantik, mit der Gleichberechtigung auch für sozial Schlechtgestellte versprochen wurde, hatte es ihm angetan. Hoffte er da seinem edlen Helden zu begegnen?
1942 meldete sich Karl zum Arbeitsdienst und später bei der Luftwaffe. Er geriet in britische Gefangenschaft und wurde nach England verschifft. Das ist der Wendepunkt im Leben von Karl Weschke. Er erhielt Einblick in eine bisher noch nicht gekannte Welt, in der es Freiheit, Akzeptanz und Demokratie gab. Er erhielt Zugang zu Kultur und Bildung, entwirft Bühnenbilder für das Lagertheater, kann einen kunstgeschichtlichen Kurs am St. John’s College in Cambridge besuchen und bekommt sogar ein Atelier für seine künstlerische Arbeit. Er entdeckt die deutsche Literatur, liest Thomas Mann und Gedichte von Rilke.
Aber in seinen Bildern kann er seine freudlose Kindheit nicht leugnen. Stille schwermütige Landschaften mit einsamen Tieren und Figuren. Hauptthema ist die menschliche Existenz.
Einen eindrucksvollen Abriss seines Lebens zeigte während des Festaktes im Rathaussaal Ausschnitte aus einem Film, der im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks gedreht worden war. Darin sagt Karl Weschke: "Ein richtiger Maler ist ein Kind, das nicht aufgehört hat, zu zeichnen". In Gera bedankte er sich mit bewegten Worten: "Meine Kindheit ist jetzt Vergangenheit, aber die Stadt, meine Stadt, ist geblieben. Dass mir diese Stadt die Ehrenbürgerschaft verleiht, das ist mehr als ich erträumen durfte".

( Helga Schubert, 25.02.2005 )

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