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Wer nicht hingegangen ist, hat sicher was versäumt

Wenn ein junger Mann oder ein junges Mädchen gerade mal 16 Lenze zählt, sind die Attribute "unverbraucht", "frisch" oder "lebendig" sicherlich gerechtfertigt. Geht aber eine Veranstaltung ins 16. Jahr, dann kann sie Patina angesetzt haben, hat vielleicht mit ersten Alterungserscheinungen zu tun und wirkt nicht mehr so frisch.
Anders die Bildungsmesse "BERUFE AKTUELL". Im Vorfeld dieser Veranstaltung, die vor wenigen Tagen in der 16. Auflage im Geraer KuK über die Bühne ging, schrieben wir über einen Beitrag: "Besuch der Bildungsmesse lohnt sich ganz bestimmt (Neues Gera vom 14. Januar). Jetzt wollen wir titeln: "Wer nicht hingegangen ist, hat sicher was versäumt" (s.o.).
Die Fakten: Die größte Bildungsmesse in Ostthüringen zählte erneut etwa 8.000 Besucher. Über 100 Aussteller (Unternehmen, Bildungsträger und Hochschulen) gaben kompetent und kostenlos Informationen zu etwa 400 Berufen. Zugleich wurden über 1.000 Studiengänge, vor allem an Thüringer und Sächsischen Hochschulen und Berufsakademien, vorgestellt.
Förmlich aus den Händen gerissen wurde den Besuchern der AZUBI-Kalender 2005/06 "die superstifte", den die Ostthüringer Industrie- und Handelskammer (IHK) herausgab (schon im Vorjahr gabs einen). Der Kalender mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren vermittelt vielfältige Tipps rund ums Thema "Bewerbung und Berufsstart". Ebenso reißenden Absatz fand eine von der Handwerkskammer (HWK) herausgegebene CD-ROM mit interessanten Lehrstellenangeboten.
Die Macher der Messe Nummer 16, also IHK, HWK, Arbeitsagentur und Stadt Gera, sind mit dem Ergebnis der Informationsbörse zufrieden. Der IHK-Vizepräsident Martin Fürböck, der sich die Messe zum ersten Male ansah, war sogar "einfach begeistert". Auch Schirmherr Oberbürgermeister Ralf Rauch lobte den starken Zuspruch, die aufmerksamen Schulklassen und die beeindruckende Breite des praxisnahen Bildungsangebotes.
Natürlich haben die Träger die Augen nicht davor verschlossen, wo auf dem Ausbildungssektor die Säge noch klemmt. Die Geschäftsführerin der Geraer Arbeitsagentur Birgit Becker und der HWK-Referatsleiter Berufsausbildung Otto Gebhardt verwiesen darauf, dass es 2005 wohl weniger Schulabgänger gibt, jedoch die Zahl der Bewerber gleichbleibt, u.a. weil 2004 nicht alle vermittelt werden konnten.
Gemeinsam besorgt ist man insbesondere über die hohe Abbrecherquote von 15 Prozent im IHK-Bereich und von etwa sieben Prozent bei den Handwerkerberufen. Das lässt den Schluss zu: Der Informationsbedarf ist weiterhin groß, Es herrscht bei den jungen Leuten noch zu viel Unklarheit über die künftigen Anforderungen.
Mangelnde schulische Leistungen sind z.B. kein guter Bewerbungsbonus für eine Lehrstelle.
Stärker denn je ist das Engagement der Lehrer und Eltern gefragt. Gewiss, es wurden diesmal etwas mehr davon im Messehaus gesichtet. Dennoch ist ihr Drang, die Veranstaltung (möglichst gemeinsam mit den jungen Leuten) zu besuchen, noch ungenügend ausgeprägt.
Was sich positiv auswirkt: Wenn Unternehmer an den Ständen gemeinsam mit Lehrlingen aus erster Hand Informationen zu den Berufswünschen, den Anforderungen des Berufes und dem Lehrstellenangebot vermitteln.
Darüber berichteten beispielsweise Sorella Petters vom Geraer Unternehmen Schuh-Petters und die Geschäftsführerin der Porzellanfabrik Hermsdorf, Sybille Kaiser. Beide Firmen waren schon mehrfach auf der Messe vertreten und so teilweise sogar erfolgreich bei der Werbung für den eigenen Nachwuchs.
Gibt es einerseits in bestimmten Berufen zu wenig Lehrstellen, suchen andererseits Unternehmen händeringend nach Bewerbern. Typisch dafür ist im Handwerk der Beruf Metallbauer, der allein fünf Fachrichtungen bereithält, darunter sogar die Fahrzeugtechnik. Ähnliche Sorgen hat die Landwirtschaft, die u.a. Lehrstellen als Melker oder Tierwirt anbietet. Es geht eben nicht an, dass, wie Fürböck darlegte, von 7.500 Ausbildungsverträgen eine auffallend hohe Zahl nur auf Kaufmann/Kauffrau oder Koch/Köchin lautet.
Die breite Infokampagne muss weitergehen. Der großen Geraer Messe folgen jetzt weitere in Pöß-neck, Saalfeld, Schmölln und Jena. Und die 17. Auflage der Geraer Messe im KuK steht auch schon fest: 19. Januar 2006. Das zeugt von Kontinuität und bleibender Frische. Zuvor gibt es am 16. März 2005 eine Weiterbildungsmesse, die u. a. durch die Neuorientierung des Studiums auf Bachelor und Master geprägt sein wird.
Wie IHK-Geschäftsführerin Ingrid Weidhaas auf Anfrage von Neues Gera informierte, bietet allein das IHK-Weiterbildungsprogramm für 2005 über 170 Seminare und Lehrgänge an. Schwerpunkt ist die Aufstiegsfortbildung. Das IHK-Bildungszentrum hat eine Stundenkapazität von 16.000, wird aber mit 18.000 Stunden ausgelastet.

( Harald Baumann, 11.02.2005 )

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