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Durch Lebensader pulsiert wieder der Verkehr

Ganz schnell haben die Kraftfahrer von der Eselsbrücke wieder Besitz genommen. Durch eine der wichtigsten Lebensadern der Stadt fließt nun seit Tagen wieder der Verkehr. Und auch die Fußgänger freuen sich, mittels großzügig angelegter Gehwege ungehindert von der einen Seite auf die andere zu kommen. Tiefbauamtsleiter Rico Oßmann konnte ohne Sorge sein, dass die Geraer erst ein paar Tage brauchen, um die seit September 2003 genutzten Um- und Schleichwege zu verlassen.
Eigentlich sollte die Brücke bereits im Juni dieses Jahres passierbar sein, doch nach der Insolvenz der Baufirma musste die Stadt im Januar den Bau neu ausschreiben. Den Zuschlag erhielt die Firma Poßögel & Partner GmbH aus Hermsdorf.
Die Baukosten insgesamt betrugen rund 1,19 Millionen Euro, wovon 875.900 Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz als Fördergeld bereitgestellt wurden. Die 1989 neu gebaute Eselsbrücke wies erhebliche Mängel auf, so dass sie gesperrt werden musste. Firmenchef Wolfgang Poßögel versicherte, dass die Rekonstruktion des Bauwerkes nicht einfach gewesen sei, doch seine Firma habe sich alle Mühe gegeben.
Neu ist, dass die Fahrbahn nun von zwei Gehwegen flankiert wird. Dadurch, dass sich nun auch an der südlichen Brückenseite ein Gehweg befindet, konnte die Fußgängerampel an der Einmündung Robert-Fischer-Straße wegfallen. Die Fahrbahn selbst ist 6,80 Meter breit. Und neu ist auch das 1,20 Meter hohe Geländer, das der Konstruktion eine elegante Note gibt. Die westliche Rampe der alten Brücke wurde rückgebaut und das Gelände rekultiviert.
"Notwendig waren das Wiederherstellen der Tragfähigkeitsreserven durch Rissverpressung im Überbau und das Sanieren der Widerlager und Pfeiler", zählte Wolfgang Poßögel auf. Außerdem seien Reparaturarbeiten an den Übergängen von der Brücke auf die Straße notwendig gewesen. OB Ralf Rauch bedankte sich für die kurzfristige und qualitätvolle Arbeit - von Geras über 100 Brücken bedürften noch viele der Sanierung, sagte er -, aber vor allem bat er die Anlieger "um Verzeihung, nicht um Entschuldigung, dass die Brücke so lange gesperrt werden musste". Auf die Ursachen hinweisend betonte er, dass die Bauleute in der DDR nicht dümmer waren, aber die Qualität des Baumaterials sei schlecht gewesen.
Die ersten Autos, die über die Brücke rollten, waren die vom Autohaus Jokisch. Mit einem Hupkonzert passierten sie die Straße und Andreas Jokisch beteuerte: "Mir fällt ein Stein vom Herzen". Wie kaum ein anderer Anlieger war er von der Sperrung der Brücke betroffen. Im Gebrauchtwagengeschäft sei er auf Laufkundschaft angewiesen, und die sei während des Bau fast gänzlich ausgeblieben. Ärger hatte er auch noch mit den Hinweisschildern, die er anbringen wollte und nicht durfte. Trotz der finanziellen Einbußen, die das Autohaus während der Sperrung hinnehmen musste, sollte er noch für die Beschilderung bezahlen. Er hätte sich ein besseres Hand-in-Hand-Arbeiten mit der Stadt ge-wünscht. Nun freut er sich aber, dass der Lebensnerv wieder intakt ist.

( Helga Schubert, 10.09.2004 )

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