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Schlagzeilen der Woche

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Nachts, wenn alle Katzen grau sind...

Abtauchen in die unterirdische Welt Geras, den Bergfried auf Osterstein erklimmen, auf einem Bauernhof den lebendigsten Käse der Welt kosten, Otto Dix höchstpersönlich begegnen, essen und trinken wie unsere Vorväter oder Spaß mit dem Hampelkater - das alles und viel mehr verspricht die 6. Geraer Museumsnacht am Sonnabend, 28. August. Von 19 bis 24 Uhr wird den Besuchern ein Mammutprogramm geboten, dass die Wahl bestimmt schwerfallen lässt. Alle Museen wollen an diesem Abend etwas mehr bieten als ihr sonstiges Tages- und Ausstellungsprogramm. Die Ideen und der Einfallsreichtum sind zu bewundern.
Gera war eigentlich der Entdecker und Schöpfer der Museumsnacht, die sich jetzt deutschlandweit großer Beliebtheit erfreut. Der Reiz liegt darin, dass man mitunter auch hinter die Kulissen schauen, sich unterhalten und mitmachen, aber auch kulinarische Spezialitäten zu sich nehmen kann. Für die Häuser ist zwar die Museumsnacht mit einem ungeheuren Arbeitsaufwand verbunden, aber sie erreichen auf diese Weise, Menschen, die vielleicht sonst nicht in ein Museum gehen, können Vergnügliches mit anschaulicher nicht vordergründiger Wissensvermittlung verbinden.

Begegnung mit
einem Skorpion

Die Skorpione sollen ja die reinsten Mordbuben sein. So beschreiben das all zu oft Filme oder Bücher. Was diese Schattenjäger wirklich sind, das will Skorpionexperte Marcel Schellonsek aus Gera in dieser Nacht im Museum für Naturkunde zeigen. Lebendig geht es auch bei den "Flotten Bienen, tollen Käfern" im Haus zu oder bei dem Milbenkäse-Spektakel, den Helmut Pöschel aus Würchwitz mitbringt und im Hof vorstellt. Hier wird ein richtiger Bauernhof gestaltet.

Es gibt Pizza aus Schamotteöfen, Körner, Kräuter und Klänge. Während sich die kleinen Besucher im Kinderkabinett Schwalbennest in Drachen verwandeln, können die Großen im Barocksaal, der für eine Nacht zur Weinstube wird, bei einem guten Tröpfchen die Veranstaltungen genießen - zu Gast sind hier das "Fettnäppchen", der Liedermacher Wilfried Mengs und Schauspieler Orge Zurawski. Natürlich geht es auch in Geras unterirdisches Labyrinth. Außer den Ausstellungen erklingt Musik, und 24 Uhr ist eine Mitternachtsführung geplant, vielleicht begegnen Sie ja dem Höhlergeist.

Katze-Kater-Nacht
des "Magazins"

Das Museum für Angewandte Kunst nimmt den letzten Tag der Ausstellung "Ewig jung!" - 80 Jahre Das Magazin" zum Anlass, um mit Modenschauen, Musik, Tänzen und Gesprächen an Magazin-Zeiten zu erinnern. Die 20-er, 30-er und 50-er Jahre werden lebendig.

Die Aktivitäten finden im Hof und zweiten Obergeschoss statt. Im Hof können sich Kinder zu kleinen Katzen, Katern und Nachteulen schminken lassen. Blumenkränze flechten, kleine Miezen aus Ton formen oder den Hampel-Kater ziehen - das ist im Hof möglich. Die Großen können im Obergeschoss die zweite Haut bewundern. Hier ist Lothar Pötzl aus Gera mit seinen Bodypainting-Modellen zu Gast.

Wettiner im
Reußen-Land

Heinrich III. der Erlauchte, Heinricus de Nauendorf, Großherzog Carl August, Ritter und Edelleute, dazu Wiprechts Mönche und Angehörige des Magdeburger Jägerbataillons werden zu Besuchern der Kunstsammlung Gera in der Orangerie gehören. In ihren historischen Kostümen sind sie aber leicht zu erkennen. Die Wettiner werden von Güldenstern, dem Heilsamen, der einen Dudelsack mit sich führt, zwischen Küchengarten und Mohrenplatz begleitet. Außergewöhnlich dürfte in der Orangerie die Apparatur zur Automatisierung von unproduktiven seelischen Erregungszuständen sein. Da sollte jeder etwas Unliebsames bei sich haben, um es einmal so richtig durch den Dreck ziehen zu lassen. Überraschungen auch im Otto-Dix-Haus. Wer wissen will, ob das gute Erbstück Kunst oder Trödel ist, erfährt es dort nur in dieser Stunde von 19 bis 20 Uhr. Zu später Stunde ab 23 Uhr darf man ausnahmsweise einmal ein Fenstergucker sein. Da spielt sich hinter dem Fenster des Dix-Hauses einiges ab.

Stadtmuseum
außer Haus
Weil das Stadtmuseum noch keine Gäste empfangen kann, zieht es während der Museumsnacht wieder auf den Osterstein. Unter dem Motto "Essen. Trinken, Heiterkeit - heute und in alter Zeit" präsentiert das Haus im Rittersaal des Terrassencafés eine Ausstellung, die den Besucher in vergangene Jahrhunderte zurückführt. Wir werden uns wundern, was und womit unsere Vorfahren gegessen und getrunken haben. Ein Waffenschmied wird das Feuer schüren und kleine Messer vor den Augen der Zuschauer schmieden, Mitmachen kann man beim Wolle filzen oder Töpfern auf der Drehscheibe, und Meister Klingsor führt mittelalterliche Magie vor.
Das ist nur eine kleine Auswahl der Angebote zur Museumsnacht. Mit dabei sind auch der Kunstverein in der Stadtapotheke am Markt, die Sternwarte in der Geschwister-Scholl-Straße, das Schulmuseum in der Kurt-Keicher-Straße 14 (hier nur bis 22 Uhr), das Haus Schulenburg in der Straße des Friedens (Führungen 20 und 21 Uhr), die historische Straßenbahnsammlung im Betriebshof Zoitzbergstraße (bis 21 Uhr), der Rathausturm, die Salvatorkirche, die Trinitatiskirche und die Behörde für die Stasi-Unterlagen in der Amthorstraße 11. Mit einer Eintrittskarte können Sie alle Aktivitäten und Veranstaltungen erleben und den Shuttle-Service nutzen.




( Helga Schubert, 27.08.2004 )

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