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"Die Linden haben schon geblüht..."

Sie stecken mitten in den Vorbereitungen auf das am 1. Oktober beginnende neue Studienjahr. Wie kommen Studienakademie und Studenten überhaupt zusammen.
Es gibt prinzipiell zwei Wege. Wir brauchen die Studenten, die mit uns ins Gespräch kommen, aber als dual orientiertes System natürlich auch die Unternehmen, die dann die Praxisausbildung übernehmen. Wir werben an den Schulen, organisieren aber auch Tage der offenen Tür und vieles andere. Etwa die Hälfte der Studenten kommt aus Ostthüringen, ein weiteres Viertel aus dem gesamten Freistaat und ein Viertel aus Westsachsen, aber auch aus Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern. Der Standort Eisenach wird neben Thüringen auch in Hessen und Unterfranken geschätzt.

Was bieten Sie für Fachrichtungen für das Studium an?
Wir konzentrieren uns auf drei Studienbereiche Sozialwesen, Technik und Wirtschaft. Die Wirtschaft ist traditionell am stärksten belegt, die Technik ist erst im Jahre 2000 hinzugekommen. In die Studienbereiche sind die eigentlichen Studienrichtungen zugeordnet wie , z.B. Soziale Dienste, Rehabilitation, Elektrotechnik/Automatisierungstechnik und Automatik sowie Industriemanagement in öffentlichen Unternehmen sowie Wirtschaftsinformatik.

Wie viele Studenten haben sich gegenwärtig eingeschrieben?
An der gesamten Berufsakademie mit ihren Standorten Gera und Eisenach haben wir zur Zeit 1200 Studenten davon 550 in Gera.

Zu Gera. Können Sie auch studentische Unterkünfte anbieten?
Die Wohnungssituation in Gera ist bekannt, Wohnungsnot gibt es hier nicht. Ein Teil unserer Studenten übernachtet am Studienort, sie werden vom Studentenwerk betreut. Gute Angebote gibt es auch von den Wohnungsunternehmen und -genossenschaften, aber auch von privaten Vermietern.
Die bekannte Pisa-Studie bescheinigt Schulabgängern Nachholebedarf und Mängel. Mussten Sie diese Erfahrungen auch machen?
An der BA geht der sogenannte Pisa-Effekt nicht vorbei. Wir hatten und haben gute und nicht so gute Studenten. Trotzdem: Wenn ich das Maß der Exmatrikulation während des Studiums nehme, dann sind das 10 bis 15 Prozent. Damit ist unsere "Abbrecherquote" geringer als an vergleichbaren Hochschulen. Das liegt nicht etwa an einem niedrigerem Niveau, sondern auch daran, daß unsere Studenten hochmotiviert sind. Natürlich können wir auch nicht in allen Fällen auf das Schulniveau aufbauen, das man eigentlich erwarten müsste. Persönlich halte ich z. B. nichts von dem sogenannten Abwahlsystem für einzelne Fächer.

Studieren ist das eine, das Finden eines Jobs ist das andere. Was steht unter dem Strich?
Das ist ein Vorteil des dualen Systems. Die Unternehmen, die mit uns ausbilden, tun das ja gezielt, sie übernehmen die meisten der Studenten, wenn sie nach drei Jahren das Diplom abgelegt haben, in ihre Firma. Das betrifft rund zwei Drittel, etwa 20 Prozent haben sich ein anderes Unternehmen gesucht, rund zehn Prozent buchen eine weiterführendes Studium. Einige waren allerdings auch auf Arbeitssuche. Mit einer Vermittlungsquote von über 90 Prozent können wir zufrieden sein.

Entspricht die Berufsakademie einer Fachhochschule?
Wir haben in Thüringen den Diplom-BA-Abschluss, vergleichbar mit dem Diplom (FH). Hier muss es bundesweit zu einheitlichen Regelungen und Anerkennungen kommen.

Welche Erwartungen haben die Betriebe an Sie?
Wir stimmen die Inhalte der Praxisausbildung mit den Unternehmen ab. Vor Ort wird geprüft, ob das Unternehmen die Anforderungen an die Ausbildung bieten kann. Dazu gehört ein Studienbegleiter mit Diplom. Der Praxisplan wird vorher genau abgestimmt, es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

Haben Sie schon "Dauerkunden" in Sachen Ausbildung?
Eine ganze Reihe. In Jena u.a. Jenoptik und Carl Zeiss, in Gera die Stadtverwaltung, die seit 1998 ausbildet, und viele andere. In diesem Jahr werden rund 50 Prozent neue Unternehmen hinzugekommen.

Die BA ist die höchste Bildungseinrichtung in unserer Stadt. Kann man da schon vom studentischen Leben sprechen?
Studentisches Leben hängt neben den Möglichkeiten im Umfeld auch vom Engagement der Studenten ab. Wir können 750 Studentenplätze anbieten, das ist natürlich kaum mit traditionellen Studentenstädten wie Jena und Ilmenau vergleichbar. Über die Hälfte der Studierenden fährt abends nach Hause. Aber unsere Studenten können schon etwas in das Leben einbringen, so in den Klubs, im Sport.

Fast auf den Tag genau vor drei Jahren kamen Sie nach Gera...
...Stimmt genau, der 1. Juli 2002 war mein erster Arbeitstag in Gera.

Da kennen Sie die immer wieder neu aufflackernde Diskussion zu einem weiteren Fachhochschulstandort in Gera. Unterstützung dafür kommt von allen Parteien. Auch von Ihnen?
Aktuell ist die Gründung einer privaten Fachhochschule. Wettbewerb schadet nie. Ich könnte mir sogar eine Art der Kooperation vorstellen, wenn sich die Fachhochschule auf den medizinisch-sozialen Bereich konzentriert. Eine staatliche Fachhochschule sehe ich im Moment nicht.

Ihre Gebäude in Tinz sind vorbildlich, wäre ein Standort im Zentrum der Stadt nicht doch besser gewesen?
Wir haben in Tinz mit dem Neubau ideale Bedingungen für die Studierenden, einen richtig kleinen Campus, bieten den Studenten vieles, was an anderen Einrichtungen noch nicht geboten werden kann. Dafür muss man dem Freistaat Thüringen auch einmal ein Dankeschön sagen.

Also alles in Butter?
Wenn Sie so wollen ja. Die kleinen Unebenheiten gibt es natürlich auch bei uns. Wenn alle Studenten kommen, haben wir nicht genug Parkplätze. Aber sehen Sie sich den kleinen Campus an, die Linden haben schon geblüht.

Reichen die finanziellen Mittel für alle künftigen Bauvorhaben aus.
Der 1. Bauabschnitt ist voll gesichert. Wann aber das Schloss vollständig saniert wird steht noch aus, hängt mit wichtigen Entscheidungen der Standortentwicklung zusammen und lässt sich zeitlich noch nicht einordnen, schön wäre es, wenn wir es bis zur Buga schaffen könnten.

Ist in den nächsten Jahren mit Studiengebühren zu rechnen?
Das ist für uns kein Thema, die Studenten erhalten eine Ausbildungsvergütung von den Unternehmen, die das Studium wirtschaftlich erleichtert. Wir verlangen auch eine Menge, 35 Wochenstunden sind Lehrveranstaltungen, hinzu kommt das Selbststudium. Ich kann nur alle einladen, sich bei uns vor Ort zu informieren oder im Internet nachzuschauen. Unsere Adresse: www.ba-gera.de. Hier sind alle Rufnummern aufgelistet und man kann bequem einen Termin vereinbaren.
(Das Gespräch führte
Reinhard Schubert)

( 30.07.2004 )

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