Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Auf der Suche nach mehr Jobs für Behinderte

Arbeitslose Behinderte haben es schwerer als jede andere Bevölkerungsgruppe, einen geeigneten Job zu finden. Nach Schätzungen dürfte es im Bereich der Geraer Agentur für Arbeit etwa 1000 Behinderte geben. Ein sehr hoher Prozentsatz davon ist arbeitslos und schwer vermittelbar. Um Bürgern mit gesundheitlichem Handicap größere Chancen einzuräumen, organisiert ein Geraer Vermittlungsdienst gemeinsam mit der IHK Ostthüringen Qualifizierungsmaßnahmen und hilft bei der Jobsuche.
Wie die Leiterin des Geraer Unternehmens Integrationsfachdienst (IfD, Sitz Schellingstraße), Ingeborg Watzinger, vor der Presse informierte, betreut ihre Institution im Auftrag der Agentur für Arbeit seit zwei Jahren ständig 100 arbeitslose Behinderte. Ziel ist es, diese hochmotivierten Arbeitnehmer in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Als Erfolg kann verbucht werden, wenn es dem IfD gelingt, jedesmal 50 Behinderte zu vermitteln.
Als hilfreich erweisen sich inzwischen achtwöchige Computerkurse. Mitte Juni ging der erste derartige Lehrgang erfolgreich zu Ende. Derzeit läuft der zweite Kurs; weitere sind geplant. Die Kapazität beträgt jeweils 16 Plätze. Die Nachfrage für die Teilnahme an dieser Art der Wissensvermittlung ist jedoch höher als gegenwärtig befriedigt werden kann.
Fünf der Teilnehmer des 1. Lehrgangs haben schon einen Job sicher. Weitere sechs sind in die engere Bewerberauswahl gekommen. Das von der IHK verliehene Zertifikat ist nicht ohne Wirkung. Eine der Teilnehmerinnen ist Hannelore Vitzthum. Sie fand eine Beschäftigung bei der Firma Fischer (Berufsbekleidung) in der Geraer Straße des Friedens. Ein Lob hat sich auch die Wäscherei Kraft in Ronneburg verdient, die vier Behinderte eingestellt hat.
In einer von Kursteilnehmern gestalteten Mappe zum Lehrgangsende heißt es: "Der Lehrgang ist für alle eine Lebenshilfe." In der Tat ist es offenbar so, dass solche Kurse das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen der Teilnehmer stärken sowie sie zur eigenen aktiven Stellensuche motivieren. Hochgeschätzt werden von allen die neuen sozialen Kontakte und Freundschaften.
Wie Dr. Gerd Busch, Chef der gleichnamigen Jenaer Firmengruppe, zu der auch der IfD gehört, informierte, plane man, einen sozialen Wirtschaftsbetrieb in Gera ins Leben zu rufen. Vielleicht bis zu zehn Behinderte könnten zum Beispiel die Dienstleistung "Rechnungswesen" anbieten. Ob Buschs Gruppe den Zuschlag erhält, entscheidet allerdings das Integrationsamt Suhl.
Die Geraer IHK stützt sich bei ihrer Hilfe für den IfD auf das EQUAL-Projekt "E-Learning für Menschen mit Behinderung". Die EU will mit EQUAL (equal = engl. gleich) benachteiligten Gruppen gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt vermitteln. Die Geraer IHK stellt für die oben genannten Kurse Räumlichkeiten und Computertechnik zur Verfügung. Das Ar-beitsamt dagegen zahlt den Teilnehmern kein Fahrgeld, obwohl einige von weither anreisen.

( Harald Baumann, 23.07.2004 )

zurück