Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Viele Renner, aber die Jugend macht sich rar

Einen Riss im Lebensbaum macht Generalintendant Dr. René Serge Mund für die schwierige Lage in der Theaterarbeit verantwortlich. Die Überalterung der Gesellschaft nimmt zu, durch steigende Arbeitslosigkeit haben immer mehr Menschen immer weniger Geld zur Verfügung, und junge Leute wandern ab. Es mache ihn aber ein bisschen stolz und froh, dass die Besucherzahlen im Theater Altenburg Gera trotz allem in den vier Jahren, in denen er in Gera tätig war, gestiegen sind. Die Spielzeit 2003/2004 endet am 7. Juli, und damit auch die Tätigkeit von Dr. Serge Mund als Generalintendant. Zum Pressestammtisch legte er die Zahlen vor. Persönlich wollte er zu seinem Weggehen aber nichts mehr sagen, außer: "Es war eine sehr wichtige, interessante Zeit".
Rund 175 000 Besucher gehören zur Statistik des Theaters Altenburg-Gera. Immerhin 25 000 mehr als vor vier Jahren. Die Auslastung der Vorstellungen stieg um 2,5 Prozent auf 77 Prozent. "Wir haben eine breite Akzeptanz unserer Arbeit erfahren", stellte er fest. Viele der Inszenierungen hätten großen Publikumserfolg erzielt und sich als Renner erwiesen. Das Ballett "Ein Sommernachtstraum", "Figaros Hochzeit" und "Die sechste Stunde" im Musiktheater, "Heldenleben" im Philharmonischen Orchester oder die Inszenierungen im Puppentheater zählte er auf.
Viel Lob und Beifall ernteten Ensemblemitglieder für Inszenierungen außer Haus. Gastspiele führten sie unter anderem nach Erfurt, Salzgitter, Oslo und New York. Hier erlebte das Ballett einen besonders großen Erfolg.
Neben der klassischen Theaterarbeit sammelte Musikdirektor Prof. Stephan Blüher Erfahrungen mit Schülerinnen und Schüler zur Inszenierung "Nabucco". Einige der Kinder kannten überhaupt keine Oper. Im Laufe der Zusammenarbeit hätte es aber dann eine große Aufgeschlossenheit gegeben. "Das führen wir weiter", sagte er, so könne man vielleicht eine Elterngeneration für das Theater erziehen helfen.
Eine riesige Kluft zwischen Jung und Alt, die das Theater besuchen, stellte Schauspieldirektor Frank Lienert-Mondanelli fest. "Wohin wandert der junge Mensch? Nimmt er das Medium Theater noch wahr?", stellte er sich die Frage. Trotzdem sei man im Schauspiel mit zwei Inszenierungen außer über den Schulstoff an junge Leute herangekommen: "Märchenherz" und "Stones". Er wolle auch weiterhin nicht nachlassen, an die junge Zuschauer zu denken.
Ballettdirektor Wolfgang Ranke noch ganz unter dem Eindruck der enthusiastischen Aufnahme des Balletts in New York freut sich, dass das Ensemble außer in Altenburg und Gera auch außerhalb schöne Erfolge aufweisen kann. Dreimal ausverkauftes Haus für den "Sommernachtstraum" in Erfurt und schon gebe es Verhandlungen für die nächste Spielzeit, weist er vor. Besonders für junge Leute wurde das Ballett "Beziehungskisten" einstudiert. "Die, die drin waren, erkannten, es ist ihre Situation und fanden es toll, und die, die nicht drin waren, haben wir auch nicht rein gekriegt", sein Resümee, aber er freue sich auf die nächste Saison.
Zum Spielzeitende gibt es einen besonderen Schlagaustausch. Der Konzertsaal steht am Sonntag, 4. Juli, nicht dem fein gekleideten Konzertpublikum zur Verfügung, sondern eher dem Publikum im Freizeitlook. Auch darf Bier getrunken und dem Vordermann auf die Schultern gehauen werden. Fußball ist in den ehrwürdigen Räumen angesagt.
Übertragen wird auf großer Leinwand das Fußball-Endspiel der Europameisterschaft aus Portugal. Die Orgel muss aber nicht zum Klingen gebracht werden, denn Deutschland hatte ja schon in der Tragödie erster Akt seine Helden verspielt. Trotzdem: Das Gemeinschaftserlebnis dürfte für die fußballbegeisterten Theaterfreunde bzw. die theaterfreundlichen Fußballbegeisterten ein ganz besonderes Erlebnis werden.


( NG/hs, 02.07.2004 )

zurück