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Wo Straßenbahngleise ihr neues Bett erhalten

Quer durch Gera zieht sich das derzeit größte Bauprojekt, das tagtäglich das Gesicht der Stadt verändert: die Stadtbahnlinie Nummer 1. Wenn 2006 das erste Abfahrtssignal ertönt, können die Fahrgäste von Untermhaus nach Zwötzen und umgekehrt 6 km in 18 Minuten mit der Straßenbahn fahren. Insgesamt soll die Linie 1 13 Haltestelle erhalten: Endhaltestelle Untermhaus, Ernststraße, Naumannplatz, Küchengarten, Theater/Hauptbahnhof, Puschkinplatz, Heinrichstraße, Schmelzhüttenstraße, Erfurtstraße, Wintergarten, Pforten, Lasurstraße, Endhaltestelle Zwötzen. In Untermhaus beginnt die Linie mit einer Wendeschleife im Gewerbegebiet am RVG-Betriebshof mit Übergängen zu den Zubringerbussen aus dem nordwestlichem Kreisgebiet. An dieser Stelle schließt sich ein Parkplatz an. Der weitere Streckenverlauf der Stadtbahn erfolgt über die Leibnizstraße und Naumannplatz in die Gutenbergstraße zum Küchengarten und auf eigenem Rasengleis durch die Küchengartenallee bis zum Hauptbahnhof. Danach verläuft die Fahrt über die Bahnhofstraße in die Tollerstraße auf eigener Trasse auf der linken Seite (von Untermhaus gesehen) bis zum Puschkinplatz. Nach der zentralen Haltestelle Heinrichstraße geht es in die Reichsstraße in Richtung Zwötzen.
Gewaltig sind solche Projekte wie die Unterquerung der Eisenbahngleise am Hauptbahnhof nördlich der Ernst-Toller-Straße mit Öffnung des Bahnhofes in Richtung Untermhaus und die Verlegung des Bachlaufs neben der Gessentalstraße. Hier erhält die Straßenbahn eine völlig neue Trasse neben der Pappelreihe. Dafür muß aber der Bach, der jetzt zum Teil verrohrt ist, weichen. Er erhält ein neues renaturisiertes Bett.
Über den Zustand der Bauarbeiten informierte sich Bauherr Dr. Norbert Vornehm, Geschäftsführer der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH, mit Geraer Presseleuten. Neues Gera war dabei. Zur Zeit wird an mehreren großen Baustellen gleichzeitig gebaut. Vier davon galt die kurze Stippvisite.
Leibnizstraße: Während der obere Abschnitt der Leibnizstraße bereits befahrbar ist, erhält der untere Bereich sein Schienenbett. Bautechnisch sei es der schwierigste Abschnitt gewesen, gab Dr. Vornehm zu. Mitunter musste bis zu einer Tiefe von 4 Meter aufgebaggert werden, um ein Betonwerk herabzulassen. Der gesamte Untergrund wird saniert, auch der Abwasserkanal. Um Geräusche und Erschütterungen abzufangen, wird eine Unterschottermatte aufgebracht. Darauf kommen Betonplatten, dann erst werden die Schienen verschweißt. "Die Anwohner haben es jetzt schwer", räumte der GVB-Chef ein, " aber wenn alles fertig ist, wird die Leibnizstraße eine richtig schone Wohnadresse". Viele hätte bereits ihre Häuser saniert, und weitere werden folgen, ist er sich sicher. Bis Ende des Jahre werden die Bauarbeiten bis zum Naumannplatz abgeschlossen sein.
Hauptbahnhof: Planmäßig voran geht es am Standort Hauptbahnhof/Bärenweg. Hier ist bereits der Bahnkörper zu zwei Drittel abgetragen, und die Eisenbahngleise sind verlegt. Gewaltige Betonmassen werden hier eingebracht und vor Ort zu Platten gegossen, denn es entsteht eine neue Unterführung. Die Haltestelle Hauptbahnhof wird sich unter den Bahngleisen direkt am südlichen Bahnhofsflügel befinden. Mittels Aufzug oder Treppenaufgänge gelangt man zu den Bahnsteigen. Noch stört der von den Geraern geliebte kleine Pavillon nicht. Dann muss er aber doch weichen. "Wir bauen ihn weiter hinten wieder auf", tröstete Dr. Vornehm. Die Straßenbahn wird dann neben den großen Bäumen in die Theaterstraße einfahren.
Enzianstraße: Hier entsteht zwischen Reichsstraße und Schülerstraße der Schenkel eines Gleisdreieckes, das von der Straßenbahn auch als Wendeschleife genutzt werden kann. Die Gleise werden sich in der Mitte der Enzianstraße befinden und für Anliegerverkehr befahrbar sein.
Reichsstraße: Auch die Straße wird von Grund auf saniert. Der Bahnkörper wird in der Straßenmitte liegen und ist als Rasengleis gedacht. Gehwege und Radfahrstreifen befinden sich auf beiden Straßenseiten. Außerdem entstehen zwei neue Grünstreifen mit neuen Bäumen. Damit die Geschäfte in der Reichsstraße trotzdem erreichbar sind, hat die GVB eine Ersatzstraße parallel zur Reichsstraße im ehemaligen Bahngelände gebaut.
Bevor die Trasse dann später vom Wintergarten nach Pforten und Zwötzen geht, passiert sie auch das Gelände um das ehemalige Pfortener Gut, müssen das alte Bett des Gessenbaches die Schienen aufnehmen und zwei neue Unterquerungen der Eisenbahngleise geschaffen werden. Das ist im Plan bis Anfang des nächsten Jahres vorgesehen. Am ehemaligen Pfortener Gut soll ein richtiger kleiner Park mit Teich und viel Grün entstehen. Erhalten blieb der inzwischen ebenfalls von der GVB sanierte Turm, der Heim- und Nistplatz für Fledermäuse und viele Vogelarten werden soll. "Und eine Sonnenuhr machen wir da auch noch dran", freut sich Dr. Vornehm. Nur um die Bänke, die einen kleinen Park ausmachen, um die müsse sich nun mal ein anderer kümmern.

( Helga Schubert, 21.05.2004 )

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