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Von Wassergärten über Baumbrücken bis zu den Fremdländern

Seit 30 Jahren wird im Museum für Naturkunde in einer wissenschaftlichen Reihe Regionalforschung aus Ostthüringen dokumentiert. Und seit 30 Jahren geht dieses Heft auch in alle Welt. Von Schweden bis nach China können somit Ergebnisse der naturkundlichen Forschung in Ostthüringen verfolgt und nachgelesen werden. Über das 30. Heft, das soeben erschienen und im Museum sowie in den Buchhandlungen erhältlich ist, freut sich Museumsdirektorin Christel Russe ganz besonders. Es ist als Themenheft "Auf dem Weg zur Bundesgartenschau Gera und Ronneburg 2007" gestaltet. "Zum richtigen Zeitpunkt das richtige Thema", findet sie.
Drei Jahre vor Beginn des großen Ereignisses zeige das Heft bereits Vollbrachtes auf und werfe einen Blick in die Zukunft. Den 30 Autoren dankte Christel Russe zur Präsentation im Barocksaal des Museums für ihren Fleiß und ihren mit großem Fachwissen dargestellten Abhandlungen. "Ein Jahr lang haben sie in harter Arbeit hinter den Kulissen an der Publikation gearbeitet", betonte sie. Nun hoffe sie, dass alle Bürger die große Vielfalt und die Herausforderung der Buga begreifen und volles Vertrauen für das Projekt bekommen.
Für den Geschäftsführer der Buga GmbH, Dr. Günther Linsel, fügt das Buch - "mit 264 Seiten ist es mehr als ein Heft" - nicht nur Ergebnisse zusammen, sondern zeigt auch den Prozess noch vieler Aufgaben auf und macht sie nach außen transparent. Das Schöne sei, dass das Jubiläumsheft der Naturwissenschaftlichen Reihe in drei Jahren, wenn die Bundesgartenschau startet, nicht überholt ist, glaubt Christel Russe. Der Besucher könne das Heft in die Hand nehmen und als Wegweiser in die einzelnen Landschaftsgebiete benutzen. Die Vielfalt der Beiträge demonstriert das Forschungsspektrum aus den Bereich der Geo- und Biowissenschaften, der Landschaftsplanung, der agrarstrukturellen Entwicklungsplanung, der Flurbereinigung sowie der Maßnahmen zur Stadtsanierung und Dorferneuerung. Im Mittelpunkt der Planungen, und das beweisen zahlreiche Beiträge des Themenheftes, stehen die Schaffung von attraktiven Lebensräumen und wieder intakten Ökosystemen in der Buga-Achse von Gera über das Gessental bis zum acht Kilometer entfernten Ronneburg.
Von großem Interesse für viele Geraer wird der Hofwiesenpark sein, dem die Landschaftsarchitekten Prof. Dipl.-Ing. Hermann Kakenge und Dipl.-Ing. Christoph Ritter einen Beitrag widmen. Das Gelände wird sich mit Elsteraue, Auenhain, Aktionsinseln, Wassergarten und Spieloval als städtische Parkanlage präsentieren. Ein weiterer Beitrag befasst sich mit dem Ufer-Elster-Park, der auf ehemaligen Bahnflächen zwischen der Heinrichstraße im Norden und der Südtangente im Süden, zwischen der neuen Trasse der Mitte-Deutschland-Verbindung im Osten und der Weißen Elster im Westen entsteht.
"Prägend für das Bild des neuen Parks ist das Spiel mit der eigenen Ästhetik verbliebener Bahnrelikte und überraschende Bepflanzungskonzeption", schreiben die Autoren. So ist zum Beispiel von einem "Schrägen Wald", von Schienengärten und Baumbrücken die Rede. Die Geraer Baumexperten Reinhard und Uwe Conrad schreiben über die Schwarzerle in Gera sowie im Gessental und die Fledermausexpertin Uta Bergner über das Pfortener Rittergut als Artenschutzturm. Hartmut Sänger widmen sich dem Gessental in einer ökologischen Betrachtung und Christoph Pufe dem Gessenbach sowie Wolfgang Klemm den Gewässern im Gessental. Für Klaus Lieder sind die Vogelwelt zwischen Gera und Ronneburg und für Andreas Weigel die Käferfauna in dieser Region von Interesse.
Im Entstehen und schon sehr weit fortgeschritten ist der Buga-Abschnitt "Die neue Landschaft Ronneburg". Über die Sanierungs tätigkeiten der Wismut GmbH berichten Dieter Laubrich, Steffen Reichel und Friedrich-Wilhelm Thie. Was zur Zeit hier geschieht, ist in drei Jahren nur noch historisch. "Unsere Arbeit wird nicht mehr zu sehen sein", bestätigt Steffen Reichel.

Etwas Besonderes werden die Arboreten in diesem Gebiet sein. Prof. Dr. sc. Hans-Heinrich Jesch berichtet darüber. Schon jetzt sind 250 Gehölze in 80 verschiedenen Arten geplant, ebenso 27 Eichen. In diesem Frühjahr erfolgen die weiteren Pflanzungen. Das Große Arboretum wird die prachtvolle Vielfalt der Flora der nördlichen Halbkugel zeigen. Die Naturwissenchaftler sind sich einige, dass sich durch die "Fremdländer" auch eine neue Pflanzen- und Vogelwelt entwickeln wird.

Darauf ist man schon heute gespannt, wie überhaupt auf alles, was die Buga bieten wird. Sie schließt Vorhandenes ein, wie den Botanischen Garten, über den Museumsmitarbeitern Cornelia Meyer schreibt, und stellt uns die Zukunft vor.

( Helga Schubert, 07.05.2004 )

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