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Thüringer Handwerk sucht Wege aus der latenten Krise

Mit einem flammenden Appell hat sich das Thüringer Handwerk an die Bundesregierung gewandt. In einer Resolution des Handwerkstages, der im Geraer Dorint Hotel tagte, wird nachdrücklich eine Kehrtwende der gegenwärtigen Handwerkspolitik gefordert, um Wege aus der Krise des Handwerks zu finden. An der Tagung nahm Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus teil. Seit Ende der 90er Jahre seien Handwerk und Mittelstand von Umsatz- und Ertragsrückgang, Personalabbau, weniger Lehrstellen und zunehmenden Betriebs-schließungen betroffen. Dieses düstere Bild zeige sich auch bei den 28.534 Thüringer Handwerksbetrieben mit ihrem 146.540 Beschäftigten (Gera und Umgebung z.Z. 1017 Betriebe, davon 770 im Vollhandwerk und 247 handwerksähnliche Betriebe). Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Beschäftigten in Thüringen um 3500 Mitarbeiter. Im einzelnen wendet sich der Thüringer Handwerkstag gegen das sogenannte "Kleinunternehmerförderungsgesetz", das die Schwarzarbeit nicht vermindere, und gegen die nicht mit dem Handwerk abgestimmte Novellierung der Handwerksordnung. Rund 38 Prozent aller Thüringer Firmen seien Handwerksbetriebe. Jeder dritte Lehrling im Freistaat absolviere eine Lehre im Handwerk. 19 Prozent aller Arbeitnehmer seien im Handwerk beschäftigt; und an der Bruttowertschöpfung habe das Handwerk einen Anteil von mehr als 10 Prozent. Damit das Handwerk weiterhin ein zentraler Leistungsträger der Thüringer Wirtschaft bleibe, fordert der Handwerkstag desweiteren die Beibehaltung des Meisterbriefs als Qualitätsnachweis für handwerkliches Können. Abgelehnt wird die staatliche Subvention von Billigkonkurrenz. Es gehe in erster Linie darum, bestehende Existenzen zu sichern, um so neue Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Zur Zeit sind nur noch 5,1 Mitarbeiter pro Betrieb beschäftigt, 1996 lag die Zahl noch bei 5,7. Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen beeinflusse auch die Heranbildung des Nachwuchses. Im Thüringer Handwerk gibt es derzeit 15.600 Lehrlinge. Bis Mitte Oktober wurden 4438 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das ist ein Minus von 10 Prozent zum Vorjahr. Das sei nun nicht der mangelnden Bereitschaft der Handwerksbetriebe anzulasten, sondern den neuen Ausbildungsverordnungen. Die Regelungen seien erst spät bekanntgegeben worden und hätten die Betriebe verunsichert. Dazu gehöre die Debatte um eine Ausbildungsplatzabgabe. Sie sei ein Zwangsinstrument, das man ablehne. Viele Handwerksbetriebe seien gar nicht in der Lage, Lehrlinge auszubilden. Insgesamt werden entschieden bessere Rahmenbedingungen gefordert, damit das Handwerk als qualitätsorientierter Dienstleister immer besser seine Aufgaben erfüllen könne.

( Harald Baumann, 14.11.2003 )

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