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Für diesen schönen Beruf braucht’s schon ein Faible

Herr Tempel, Sie sind ein alter Hase im Gastronomie- und Hotelgewerbe. Möchten Sie heute nochmal Lehrling sein? Ich habe in den 60er Jahren im Chemnitzer Hof beim beliebten Fernsehkoch Kurt Drummer eine dreijährige Lehre als Koch absolviert. Gastronom ist ein Beruf, der mir liegt. Da werden kreative Leute gebraucht, die mit Lust und Liebe ihre Tätigkeit als besondere Dienstleistung für den Gastbetrachten. Weil ich selber in der Küche gestanden habe, kenne ich heute als Manager die Probleme der Praxis. Ich bin jetzt 53 - wäre ich nochmals jung, würde ich wieder Lehrling in diesem Bereich sein wollen. Heute gibt es die zusätzliche Chance, die Welt und ihre Gastronomie und Hotellerie kennenzulernen. Schön und gut, aber nun ist allgemein bekannt, dass sich junge Leute heutzutage die Hacken ablaufen müssen, um eine Lehrstelle zu ergattern... Ja, die Lage auf dem Lehrstellenmarkt ist nicht rosig, die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen größer als das Angebot. Aber gerade weil das so ist, wollen wir als Dorint-Hotel jungen lluten immer wieder eine Chance geben. Gegenwärtig bilden wir 20 Jugendliche als Köche, Restaurantfachleute, Hotelfachleute oder Hotelkaufleute aus. Seit Eröffnung von Dorint 1993 bis heute haben wir rund 150 junge Menschen zugefragten Fachkräften herangebildet. Bewährt hat sich dabei die gute Zusammenarbeit mit dem OstthüringerAusbildungsverbund e.V. der IHK und mit überbetrieblichenBildungsträgern. Es hat sich herumgesprochen: Junge Leute, die in Ihrem Hause gelernt haben, machen sich gut in der Praxis. Hatten Sie Glück bei der Auswahl oder nehmen Sie die angehenden Gastronomen besonders hart ran? Mit Glück hat das wenig zu tun. Fähige Lehrlinge heranzubilden - da steckt viel Arbeit dahinter. Ich habe sehr engagierte Ausbilder, echte Profis gewissermaßen. Drei davon arbeiten sogar aktiv in der IHK-Prüfungskommission mit, wie wir überhaupt der Partnerschaft mit der Kammer viel verdanken. Alles beginnt natürlich mit der sorgfältigen Auswahl. Viele junge Leute betrachten das Hotelgewerbe als Modeberuf. Beispiel: Hotelfachleute. Im Durchschnitt bewerben sich auf eine Stelle etwa 100 junge Damen und Herren. Bei gründlicher Prüfung stellt sich bald heraus, dass wir allenfalls zehn davon zu einem Vorstellungsgespräch einladen können. Beim Bewerber muss man spüren, dass es ihm nicht um irgendeine Tätigkeit geht, sondern dass er oder sie den schönen Beruf eines Gastronomen oder Hotelliers als Berufung begreift und vielleicht sogar schon vorher eine Faible dafür hatte, zum Beispiel im Elternhaus, beim Ferienjob oder beim Schülerpraktikum. Entscheidend ist die Einstellung sowie die Ausstrahlung. Wir legen größten Wert auf bescheidenes und zugleich selbstbewusstes Auftreten, auf die Fähigkeit, sich freundlich ausdrücken und auf den Gast höflich, aber bestimmt zugehen zu können. Natürlich geht es letztlich auch um gute schulische Leistungen. Günstig sind z.B. immer solide Sprachkenntnisse. Beispiele parat, wie diese Ausbildungspraxis Früchte trägt? Innerhalb der Dorint-Kette mit ihren rund 90 Hotels haben wir uns den Ruf erarbeitet, dass unsere Lehrlinge in der Praxis eine gute Figurmachen. Aus ihren Reihen sind immerhin vier Thüringen-Meisterhervorgegangen: Claudia Kitanow, Anett Jamrosche, Christian Obst und Nancy Knolle. Claudia wurde 1999 sogar Deutsche Meisterin, übrigens als erste aus den neuen Bundesländern. Wichtig ist: Lehrlinge, die gute Leistungen zeigten und bei Dorint bleiben möchten, vermitteln wir nach der Lehre innerhalb der Kette. Und was Lehrlings-Bewerbungen betrifft: Sind geeignete Anwärter darunter, die wir selbst nicht einstellen können, vermitteln wie sie nach Möglichkeit an andere Dorint-Hotels bundesweit. Und jetzt haben Sie mit Nancy Knolle wieder ein "klasse Pferd" im Stalle. Warum sind Sie da so stolz? Sie hat unter 43 jungen Leuten kürzlich in Erfurt den Landesmeistertitel als beste Restaurantfachfrau gewonnen. Sie wird im Oktober Thüringen beiden Deutschen Meisterschaften in Bonn vertreten. Nancy ist erblich vorbelastet. Die Mutter arbeitete im Interhotel, und die Eltern bewirtschaften den Stübnitzer Gasthof in Rüdersdorf.

( Das Gespräch führte Harald Baumann, 27.06.2003 )

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