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Spielplan bedient Nischen und bereitet sinnliches Vergnügen

Mit einem anspruchsvollen Spielplan, der alle Nischen bedient, geht dasTheater Altenburg-Gera in die Spielzeit 2003/2004. Generalintendant Dr.René Serge Mund kündigte im Pressegespräch 17 Premieren in allen Spartenan. Bekannte Regisseure, Bühnenbildner und Dirigenten heben den Musentempel trotz Geldknappheit aus Provinziellem heraus, und interessante Inszenierungen machen auf das Haus aufmerksam. Bereits seit drei Jahren sei das Spielplankonzept aufgegangen, freute sich der Theaterchef. Steigende Besucherzahlen würden dies widerspiegeln. Allerdings kündigte Dr. Serge Mund für die nächste Spielzeit eine Preiserhöhung um bis zu fünf Prozent an. Trotzdem könne man in Gera und in Altenburg für immer noch weniger Geld ins Theater gehen als ins Kino, meinte der Generalintendant. Das Philharmonische Orchester wird 50 große Konzerte und 18 Kammerkonzerte in der Spielzeit 2003/04 bestreiten, war von dem künstlerischen Direktor Dr. Eberhard Kneipel zu erfahren. Es ist aber auch mit seiner künstlerischen Arbeit in allen Sparten integriert. "Wir wollen mit dem Konzertplan die Hörer nicht verschrecken", sagte Dr.Kneipel, "sondern uns mit dem klassisch-humanistischen Werk von Bach bis Strauss wie auch dem zeitgenössischen und einem unbekannten Werk aus der Vergangenheit auseinandersetzen." Letzteres wird mit der 5. Sinfonie von Joachim Raff (1822 - 1882), einem Schüler von Liszt, dokumentiert. Im 10. Philharmonischen Konzert kommt "Vom Winde beweint" von Gija Kantscheli (geb. 1935), einem der bedeutendsten Gegenwartskomponisten, zu Gehör. Die deutsche Erstaufführung des Adagios für Streicher von Elisabetta Brusa (geb. 1954) und die europäische Erstaufführung der Sinfonie "Heroes" von Philip Glass (geb. 1937) kündigte Dr. Kneipel an. Die Konzerte werden zum größten Teil von Generalmusikdirektor Gabriel Felz dirigiert, eine neue Reihe heißt jedoch "Komponisten dirigieren eigene Werke". Im Musiktheater werden statt vier wieder fünf Premieren das Publikum erfreuen. Dabei soll sinnliches Vergnügen weitergereicht und auch über ideelle Alternativen zur Wirklichkeit nachgedacht werden, hofft Operndirektor Prof. Stephan Blüher. Nach der Eröffnung mit Verdis "Nabucco" präsentiert das Musiktheater die Welturaufführung der Oper "Die sechste Stunde" von Johan Maria Rotman. Dabei handelt es sich um ein Auftragswerk des Theaters Altenburg-Gera. "Die sechste Stunde" entstand frei nach der Kafka-Erzählung "In der Strafkolonie". Der Komponist stelle das Publikum nicht vor unüberwindbare Hörschranken, sondern arbeite mit dramatischen und lyrischen Phasen, schilderte Prof. Blüher das Werk. Von besonderem Interesse sei dabei auch die Regiehandschrift von Johann Kresnik, der als Choreograf internationales Ansehen genießt. Keine leichte Aufgabe für eine szenische Interpretationstellt sich dem Ensemble mit der Operette von Johann Strauss "Der Zigeunerbaron". Eine wichtige Premiere für den Mozartexperten Blüher ist die Komische Oper "Die Hochzeit des Figaro", die der Professor als das genialste Werk Mozarts bezeichnet. Als Reprise für das jüngere und auch reifere Publikum wird zum Ende der Spielzeit das Rockmusical von Llloyd Webber "Jesus Christ Superstar" dargeboten. Für die gute Arbeit seiner 18 Leute im Schauspiel und fünf im Puppentheater warb Schauspieldirektor Frank Lienert-Mondanelli. Sie würden einen fulminanten Spielplan betreiben, bestätigte er. Er setze auf zwei Säulen wie auch zuvor: die Bildungssäule und Shakespeare. "Ich bin glücklich, dass wir die Spielzeit mit Lessings ‘Minna von Barnhelm‘eröffnen können und dafür den Regisseur Christoph Schroth gewonnen haben", äußerte er sich zufrieden. Frank Lienert-Mondanelli wird "Was ihr wollt" von Shakespeare inszenieren, während dessen für Brechts Parabelstück "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" noch kein Regisseur feststeht.

( Helga Schubert, 09.05.2003 )

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