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Zu Gast in Gera: Dr. Kati Ranády, Budapest

Kein Festival hat Dr. Kati Ranády aus Budapest ausgelassen. Seitdem der Goldene Spatz das erste Mal im Jahr 1979 geflattert ist, seit dieser Zeit besucht die charmante Ungarin das Kinder-Film&Fernseh-Festival in Gera. Sie hat gute Zeiten und schlechte Zeiten miterlebt, war aber immer begeistert und ist es bis heute, dass von Gera aus der gute Ruf des deutschen Kinderfilms in alle Welt hinausgetragen wird. Auch in diesem Jahr gab sie Gera die Ehre. Sie reiste mit dem Zug an. "Ich fahre viel lieber mit dem Zug, bin über Pressburg gekommen, Brünn und Prag", erzählt sie beim abendlichen Treffen der Gäste im Marriott-Hotel. Und gleich bedauerte sie, dass sie nicht bis zum Schluss des Festivals bleiben kann. "Wir haben Wahlen in Ungarn, Wahlen zum Beitritt in die Europäische Union. Da muss ich doch dabei sein und mitabstimmen", sagt sie ganz energisch. Die erfahrene Festivaldame - sie ist auf Festivals in der gesamten Weltanzutreffen - denkt stets international. Als ungarische CIFEC-Präsidentin, einer internationalen Organisation mit Sitz in Kanada, die sich um Förderung des Kinderfilms rund um den Erdball bemüht, schätzt sie den Goldenen Spatz als ein wichtiges nationales Ereignis. Hier haben der Kinderfilm und das Kinderfernsehen ein Podium. In Ungarn würden nicht so viele Filme in diesem Bereich produziert. Warum das so ist, weiß sie auch: "Ganz einfach, weil in Ungarn ein Regisseur, der Filme für Kinder macht, weniger verdient als der, der für Erwachsene produziert". Deswegen zeige man mehr ausländische Kinderfilme. Sie selbst habe schon viele deutsche Kinderfilme für das ungarische Fernsehen vermittelt. Noch heute sei dort ihr Rat gefragt. "In der DDR gab es viele gute Kinderfilme", bekennt sie frei heraus. "Für uns war das interessant. Die Filmemacher haben sich sehr viel Mühe gegeben. Kein Film war oberflächlich." Sie erinnere sich an sehr viele schöne Märchenfilme aus dieser Zeit. "Die waren nicht politisch. Ich glaube, das war auch eine Art Widerstand", überlegt sie. Zu Gera befragt, sagt sie freundlich und total verblüffend: "Die Stadt ist ja so sauber. Keine Zigarettenkippen und kein Papier lagen herum. Es ist auch so schön renoviert". Dr. Ranády arbeitet jetzt als Schriftstellerin und Übersetzerin. Ihr Mann, der leider bereits verstorben ist, war ein bekannter Filmregisseur, der für seinen Film "Die Lerche" die Goldene Palme in Cannes bekommen hat. Ihr Sohn hat in der DDR studiert, wurde Bühnenbildner und lebt heute in München. So lange sie noch reisen kann, wolle sie dem Festival und Gera treu bleiben und die Entwicklung des Goldenen Spatzen und des Kinderfilmes weiter verfolgen.

( Helga Schubert, 11.04.2003 )

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