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Die Magie der 18 Bahnen

Den Schotten verdanken wir nicht den nach dem wackeren Inselvolkbenannten Rock für den männlichen Teil der Bevölkerung und den 51-prozentigen echten Scotch Whisky für trinkfeste Frauen und Männer, der in vielen kleineren Malzwhiskydestillen der Highlands ausschließlich aus süffigem Gerstenmalz hergestellt wird, Schottland wird auch - darin sind sich die Historiker dieser Erde ausnahmsweise einmal fast einig - als die Heimat des Golf-Spieles betrachtet, dem ebenfalls Frauen, Männer und sogar Kinder inzwischen auf der ganzen Welt mit Leidenschaft frönen. Mit dem Fußball hat Golf nicht nur den Ball gemeinsam, sondern auch ein Stück Geschichte - ebenfalls in Schottland. Beide Sportarten haben unter den McDonals, McGivers und anderen Mc’s so großen Zuspruch gefunden, dass das schottische Parlament anno 1457 beide Sportarten kurzerhand verboten hat. Das schottische Volk scherte sich nicht darum und spielte munter mit dem knapp reichlich 41,1 mm großen Golfball weiter und kickteauch fröhlich mit dem etwas größeren Spielgerät, das man heutelandläufig als "Rundes Leder" zu bezeichnen pflegt. Die schottische Obrigkeit hatte befürchtet, dass sich das gemeine Volk von den militärischen Übungen, wie dem damals so geschätzten Bogenschießen abwendet. König Jakob IV. von Schottland blieb es Anfang des 16. Jahrhunderts vorbehalten, das Golfen wieder hoffähig zu machen, seine Enkelin Maria brachte das Spiel sogar nach Frankreich und die "Grande Nation" verhalf ihm zu einem Siegeszug rund um die Welt. Von seiner Popularität hat es selbst im unserem Jahrtausend nichts eingebüßt. Allein in den USA gibt es mehr als 12.400 Golfplätze, auf denen rund 20 Millionen Menschen auf die Bahn gehen. Zugegeben, in Deutschland ist die Gilde der Golfer zahlenmäßig etwas kleiner, aber so etwas wie eine verschworene Sportgemeinschaft. Golferkennen sich, das Spiel verbindet - und nicht nur das Spiel. Hinter vorgehaltener Hand ist zu erfahren, dass manches Geschäft auf dem Golfplatz angebahnt oder perfekt gemacht wurde. Warum auch nicht!Der deutsche Weltklasse-Golfer Bernhard Langer hat viel dazubeigetragen, dass Golf auch in Deutschland bekannter und beliebter geworden ist. Ein Hauch von Exklusivität mag dabei sein, auch wenn Golfplätze heute natürlich allen offen stehen. Jedes gute Hotel hat einen entsprechenden Platz in Reichweite, auch wenn es manchmal nur die nicht ganz turniergerechte Mini-Ausführung sein mag. Golf ist eben nicht nur Sport, sondern so etwas wie Berufung. Alle Hoffnungen der eingefleischten Golfer richten sich auf die nahe Zukunft, im Jahre 2012 könnte der Trendsport erstmalig olympische Disziplin sein, vorausgesetzt, die Olympia-Allgewaltigen stimmen dem noch zu. Schaut man sich in Geras Umgebung um, so ist das Golf-Angebot nochmager. Kleinere Anlagen findet man nur in der Gegend von Jena undZwickau, so dass schon mancher ansiedlungswillige Investor für Gera bedauernd mit den Schultern zuckte, weil Gera für die Damen und Herren des Managements in Sachen Golf bisher passen musste. Und das bei rund 400.000 aktiven Golfern und den ungezählten Hobbyspielern in unserem Land. Dabei hat vor allem Geras Umgebung durchaus landschaftlich reizvolle Gegenden, die für einen Goldplatz fast wie geschaffen erscheinen. Bereits im Jahre 2001 haben sechs Golffreunde einen Verein gegründet, der mit einem schönen Golfplatz die Plattform für einen interessierten Kreis schaffen will. Club-Präsident Jürgen Czernitzky kommt ins Schwärmen, wenn er von den Vorteilen seines Sportes berichtet: Spaß und Freude am Spiel, die Einheit von Naturerlebnis, Erholung und Wettkampf, Wohlbefinden, Konzentration, Fitness und Technik. Eine Betreibergesellschaft will den Golfpark Burkersdorf schaffen, der dann vom Club genutzt werden kann. Ein fast ideales Gelände der Thüringer Landschaft, mit Wasser, vielen Bäumen und natürlich einem gepflegten Rasen. Rund um den Feldteich liegt das etwa 90 Hektar große Gelände, das eine 18-Loch-Meisterschaftsanlage mit Driving Range und Übungsgelände umfassen soll. Dabei gehen die Golfer von vorn herein davon aus, dass das Biotop Feldteich erhalten bleiben soll, eine vom Gesetzgebergeforderte Verträglichkeitsstudie wurde bereits erarbeitet, das Raumordnungsverfahren eingeleitet. Dabei arbeitet man eng mit den Eigentümern des Geländes zusammen. Der Oschützbach, der im Rahmen der Meliorationsmaßnahmen in der DDR verrohrt worden war, soll wieder in seinen natürlichen Zustand versetzt werden. "Renaturierte Gewässer, Baumbestand und Sträucher unterliegen einer durchdachten Pflege und dienen oft als natürliche sportliche Hindernisse", so Jürgen Czernitzky. " Zwischen Schutzgebieten und angrenzenden Spielbereichen werden Pufferzonen mit geringer Nutzungsintensität eingeplant." Fairways nennen Golfer ihre Spielbahnen. Klingt eher bescheiden, aber wer innerhalb eines Spieles die vier bis fünf dafür erforderlichen Stunden durchspielt, legt dabei stolze 15 Kilometer zurück. Für die Gestaltung der Fairways und aller anderen Anlagen konnte der geschätzte Architekt und Golf-Profi Philip Drewes gewonnen werden, der zahlreiche Plätze in Deutschland und Europa mitgestaltet hat. Stolze 1,5 Millionen Euro sind als Investitionen notwendig. Geld, das die junge Betreibergesellschaft so schnell wie möglich durch den Verkaufentsprechender Anteile aufbringen will. Überreden muss sie niemanden, aber überzeugen kann sie viele mit guten Argumenten. So die nahezu ideale Lage Geras - und Burkersdorf ist nur ein paar Fahrminuten von der Stadt entfernt - die Bundesgartenschau 2007, die Fußball-WM in Leipzig…"Für alle offen" soll der Park einmal sein, für Kinder ein spezielles Angebot bereithalten, eine Seniorenanlage, ein kleines Klubhaus, ausreichend Parkplätze. Fast so wie die Angebote in der schottischen Golf-Heimat. Etwas werden die Geraer noch lernen müssen, so dass man die einzelnen Schläge als Par, Albatros, Bogey und Double-Bogey bezeichnet, die Position des Balles als Lie. Darüber, dass alles seine Ordnung hat,wachen die Golfer-Dachverbände. Aber alles das ist zu erlernen, jeder gute Golfclub bietet Lehrgänge ein, an deren Ende der begehrte "Schein" steht. Aber davon soll sich keiner abschrecken lassen, der nur hinwieder und nur so zum Spaß einmal golfen will. Auch er wird in Burkersdorf willkommen sein. Je mehr Freunde und Förderer der Golfclub Gera findet, desto schneller werden die Arbeiten beginnen. Lange soll es nicht mehr dauern. Den US Open, den Masters in Augusta oder den British Open wird Gera kaum Konkurrenz machen können, auch nicht den British Ladies Amateur Championchips, aber mit einer allen internationalen Anforderungenentsprechenden Anlage will der heimische Golfclub schon seine Visitenkarte abgeben. Darauf sollte man schon einmal anstoßen. Stilgerecht natürlich, denn Tradition verpflichtet - vielleicht mit einem edlen Tropfen aus den schottischen Highlands.

( Reinhard Schubert, 28.03.2003 )

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