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Strom aus Gera oder "bunter Tarif"

Strom ist eine unverzichtbare Energiequelle: ständig verfügbar, durchmoderne Netze bequem zu jedem Abnehmer geliefert, sauber und relativ preiswert. Als der Strommarkt in Deutschland liberalisiert wurde, kannes erwartungsgemäß zu einem Kampf um jeden Kunden, der überwiegend durch die Abnehmerpreise ausgetragen wurde. Nach anfänglichem Preisverfall zieht die Schraube inzwischen wieder leicht an. Hauptversorger in der Stadt Gera ist die Energieversorgung GmbH, die sich dem Wettbewerb stellen musste. Rund 76.000 Abnehmer hat sie in ihrer Kundenkartei. Der Kaufmännische Geschäftsführer Arno Spies stand Neues Gera Rede und Antwort. Seit rund fünf Jahren gibt es veränderte Bedingungen auf dem Strommarkt. Alte Monopol-Bastionen sind gefallen. Wie hat die Energieversorgung Gera diesen Prozess überstanden? Der Wettbewerb hat uns nicht geschadet, auch wenn er uns vor Probleme gestellt hat. Allein in den zurückliegenden fünf Jahren haben wir jährlich im Durchschnitt rund fünf Millionen Euro investiert. So ist das Umspannwerk Mitte entstanden, das dem aktuellsten technischen Standard entspricht. Wir produzieren unseren Strom in Gera, umweltschonend und effektiv. Das behauptet jeder Erzeuger… Mag sein, aber wir verwandeln Erdgas in elektrische Energie und Wärme, wovon sich jeder am Beispiel des Heizkraftwerkes an der Autobahnüberzeugen kann. Damit nutzen wir die umweltschonenste und effizienteste Technologie und haben somit keine "Dreckschleudern" mehr, wie man sie aus früheren Zeiten kennt. Die gesetzlichen Vorschriften sind sehr streng geworden, wir halten sie Punkt für Punkt ein. Also doch ein problemloser Prozess? Leider nicht. Aber wir haben es meist mit Problemen zu tun, die wir nicht direkt beeinflussen können. Dazu vielleicht zwei Beispiele: Wir verkaufen den Strom in der Tarifart "Gera-Line" zum Kilowattstunden-Preis von 19,5 Cent. Mehrwertsteuer, das sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, die gesetzlichen Vorschriften für die Nutzung erneuerbarer Energien, die Konzessionsabgabe und die bekannte Ökosteuer belasten den Preis allein mit 7,4 Cent, das heißt 38 Prozentdes Strompreises resultieren aus staatlichen Zwangskosten. Die Steuerlast trifft also nicht nur die Autofahrer, sondern eben auch jedennormalen Haushalt. Und manche Mitbewerber verwechseln - ich kann es leider nicht anders formulieren - den Wettbewerb mit einer Verdrängungsoffensive mit Dumpingpreisen. Einige haben diese Preispolitik bereits mit dem Gang zum Insolvenzgericht bereuen müssen, so der Anbieter "Ares". Diese Firma schuldet uns übrigens noch eine stattliche Summe, von der wir kaum noch etwa sehen werden. Was macht der Verbraucher, wenn sein bisheriger Lieferant einfach nicht mehr liefern kann? Wir sind gesetzlich verpflichtet, dann ohne Unterbrechung für eine weitere Belieferung zu sorgen, und wir tun das auch gern. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir haben die Liberalisierung des Strommarktes begrüßt, allerdings muss er mit fairen Mitteln erfolgen. Wir haben konkrete Beweise dafür, dass zum Beispiel Werbekolonnen eines Mitbewerbers Namen aus dem Telefonbuch oder sonst wo abschreiben, Unterschriften für neue Verträge gefälscht werden. Auch mit der ehrlichen Aufklärung hapert es relativ oft. Da werden Kurzzeittarife für ein paar Monate versprochen, die sich in der Folgezeit - wenn man genaunachrechnet - nur als Augenwischerei herausstellen. Natürlich freuen wir uns, wenn so getäuschte Verbraucher zu unserem Unternehmen zurückkehren. Das ist in zunehmend der Fall. Jeder Verbraucher schaut aber trotzdem auf den Preis. Können Sie damithalten? Genaue Preisanalysen führen wir regelmäßig durch. Wir haben seit Monaten ein System, das den unterschiedlichen Verbrauchsbedingungen angepasst ist. Das hat sich aus unserer Sicht bewährt. Natürlich stehen unsere Mitarbeiter für Beratungen gern zur Verfügung. Es würde auch nichtsbringen - und das geschieht leider auch durch manche Betreiber - dass man einen niedrigen Abschlagspreis verlangt und dann zur Zählerablesung eine saftige Rechnung präsentiert. Aber wenn sich Verbrauchsbedingungen im Haushalt ändern, sollte man mit unseren Experten sprechen. Aber zurück zum Kern Ihrer Frage. Wir vergleichen die Preisangebote nach mehreren Kriterien. Immerhin belegen wir dabei in den meisten Positionen vordere Plätze. Es lohnt sich also, Strom aus Gera zu kaufen? Zahlreiche Energieversorger haben ihren Verkaufsradius erweitert. Warum machen Sie das nicht? Das stimmt nicht, wir liefern auch in viele andere Orte Thüringens und Sachsens. Ein namhafter Geraer Baubetrieb bezieht zum Beispiel seinen Strom für mehrere Niederlassungen von uns. Aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen muss man dabei vielfach "Geld" mitbringen. Das tun wir nicht, da wir nicht die in Gera entstandene Wertschöpfung in andere Regionen exportieren wollen. Stromsparen ist schon so etwas wie Volkssport geworden. Spielen Sie damit? Grundsätzlich unterstützen wir zum einen alle Anstrengungen zur Einsparung von Energie. Wir beraten unsere Kunden auf diesem Gebiet undverleihen kostenlos Energiemeßgeräte. Es zahlt sich auch für jeden persönlich aus, wenn verbrauchsintensive Geräte von sparsameren Anlagen ersetzt werden, dabei denke ich an Waschgeräte, Geschirrspüler, Mikrowellen und vieles andere. Aber der Ausstattungsgrad vieler Haushalte hat sich verbessert, so dass der durchschnittliche Verbrauch in etwa gleich bleibt. Zum anderen haben alle lokalen Energieversorger - so auch wir - Tarife entwickelt, die für den Kunden preisgünstiger sind als "Bunte Tarife", die einen hohen Werbeaufwand finanzieren müssen. Sie werben mit dem Slogan "Strom aus Gera". Ist das schon zum Markenzeichen geworden? Ich denke ja. Wir haben im Kraftwerk und Netzbetrieb rund 50 Beschäftigte, die zu jeder Tages- und Nachtzeit für eine stabile Versorgung mit Strom, Gas, Fernheizung und Kälte sorgen. Lassen Sie es mich so sagen: Energie ist mehr als Produktion am Ort, dahinter stecken eine Menge Arbeit und viele Arbeitsplätze. Man sollte den Slogan auch so verstehen, dass wir uns der Stadt Gera verpflichtet fühlen.

( Das Gespräch führte Reinhard Schubert, 28.03.2003 )

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