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Autohändler werden war nicht schwer, doch es zu bleiben vielleicht sehr

Welche Automarke fahren Sie zur Zeit?
Beide fahren wir derzeit die gleiche Marke, der Geschäftsführer des Mercedes-Autohauses natürlich einen Wagen dieses Typs, und der Innungs-Geschäftsführer wechselt ansonsten auch mal und fährt aber stets ein Fabrikat der Händlerkollegen.
Anfang März gab’s den 12. Geraer Autofrühling. Hat denn der was gebracht?
Der Autofrühling zählt mittlerweile zu den bekanntesten und beliebtesten Veranstaltungen in Gera. Stets ist er ein gut besuchtes Familienfest. Er trägt dazu bei, das Image der Stadt zu heben. Das war auch beim 12. Autofrühling nicht anders. Unter dem Motto "Mobil im Trend" lockte er mehr als 20.000 Besucher in die Innenstadt. Für zwei Tage verwandelte sich Gera in Thüringens größtes Auto-haus. 25 Händler aus Gera und Umgebung präsentierten 23 Automarken mit zahlreichen Neuheiten. Allerdings sind Nichtmitglieder unserer Innung wie Skoda, Fiat und Toyota nicht vertreten gewesen.
Uns geht es beim Autofrühling primär nicht um den Autoverkauf, sondern darum, in ansprechender kundenfreundlicher Atmosphäre die Bürger mit dem Neuesten auf dem Automarkt bekannt zu machen und die einheimischen Händler und ihren vielgestaltigen Service vorzustellen. Die Vorfrühlingszeit ist dafür günstig. Offensichtlich ist es bundesweit einmalig, dass so viele Händler unter einem Dach, nämlich dem der Innung, ihre Produkte und ihre Dienstleistungen präsentieren.
Erfreulich war dieses Jahr zudem, dass der Einzelhandel verstärkt mit von der Partie war (z.B. Elsterforum und Amthor-Passage). Ausschlaggebend für den Erfolg ist vor allem die bewährte Zusammenarbeit mit der Sparkasse Gera-Greiz.
Wie hoch ist der Autobesitz in Gera?
Zum Jahresende 2003 zählten wir einen PKW-Bestand von 51.585 Fahrzeugen (bundesweit sind es derzeit rund 44,5 Millionen). Bei etwas mehr als 110.000 Einwohnern hat damit in Gera jeder Zweite, vom Säugling bis zum Großvater, ein Auto. Das liegt im Bundesdurchschnitt. Im vergangenen Jahr gab es 4.579 Neuzulassungen. Was das Alter der Fahrzeuge betrifft, so kommen wir in Gera auf durchschnittlich knapp unter acht Jahre.
Und wie viele Autohändler kämpfen um die Gunst der Käufer?
In unserem Innungsbereich (Gera und Altkreis Gera-Land) gibt es 57 Innungsbetriebe. 22 davon sind Autohändler, die zugleich einen umfangreichen Werkstatt-Service betreiben, inklusive Ersatzteil- und Zubehörhandel.
Was macht den Autohändlern am meisten zu schaffen?
Die Politik der Bundesregierung hat zu einer allgemeinen Verunsicherung geführt, die bei den Bürgern auch Kaufzurückhaltung auslöste. Auswirkungen hat ebenso die sogenannte neue Gruppenfreistellungsverordnung der EU. Darin wird der Fahrzeughandel neu geordnet. Und zwar dergestalt, dass es keine geschützten Händlergebiete mehr gibt. Das heißt: Jeder Händler kann seine Neufahrzeuge EU-weit verkaufen, sofern er die Herstellerstandards erfüllt.
Das erhöht natürlich den Wettbewerbsdruck und vermindert die Margen. Händler geben teilweise inzwischen ihre Verträge zurück, die sie mit den Autoherstellern abgeschlossen hatten, weil sie die mit der EU-Verordnung hochgeschraubten Standards nicht mehr erfüllen können. Die Folge: Es gibt nicht weniger Händlerstützpunkte, aber dafür weniger Händler. So hat Mercedes bundesweit von ursprünglich über 200 Händlern auf 97 reduziert. Trotz dieser "Ausdünnung" kann sich aber der Kunde auch weiterhin auf guten Service verlassen.
Die Autohändler überbieten sich geradezu mit Rabatten, zum Beispiel Frühbucherbonus, kostenlose Haftpflicht und Vollkasko für ein Jahr, na, und so weiter. Kann das auf Dauer gut gehen?
Das kann gut gehen, solange diese Verkaufsaktionen vom Hersteller oder Importeur gestützt sind. Auf Dauer wird es nicht gut gehen, wenn die Rabattierung einzig der Händler tragen muss. Preisnachlässe von 20 oder sogar 30 Prozent sind für den Händler nicht mehr verkraftbar. Denn er erhält vom Hersteller im Durchschnitt nur eine Grundmarge von elf bis zwölf Prozent.
Wir haben in Deutschland eine deutliche Auto-Überproduktion. Rund eine Million Fahrzeuge stehen auf Halde. Das ist der eigentliche Hintergrund für die überzogene Rabattschlacht, die letztlich einige Händler in die Insolvenz treibt.

( Harald Baumann, 23.04.2004 )

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