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Die Geraer mit dem italienischen Akzent

Fort Wayne im US-Staat Indiana ist etlichen Geraer Einwohnern nicht fremd. Und das nicht nur den Mitgliedern der deutsch-amerikanischen Partnergesellschaft, sondern viele andere starteten zum Flug über den großen Teich in die offenen Arme der Fort Wayner Gastgeber: Schüler, Sportler, Chöre, die Puppenbühne und weitere kulturelle Gruppen. Offizielle und ganz private Freundschaften entstanden, und im Austausch weilten auch Gäste aus der amerikanischen Partnerstadt in Gera. Für alle, die bereits einmal die Gastfreundschaft in Fort Wayne genossen haben, bleibt der Aufenthalt ein unvergessenes Erlebnis.
"So ist es", schwärmt Dr. Bernhard Gantenbein heute noch. Er war vor zehn Jahren einer der ersten, der den Fuß auf das fremde Terrain gesetzt hat. Als damaliger Präsident der Stadtverordnetenversammlung hatte der Arzt, gemeinsam mit dem Stadtverordneten Hans-Jörg Dannenberg, den Auftrag, die Städtepartnerschaft Gera - Fort Wayne anzukurbeln, Kontakte zu knüpfen und einen guten Eindruck zu machen. "Wir wurden sehr genau beobachtet", erinnert sich Dr. Gantenbein, "was wir sagten, was unsere Interessen waren, selbst wie wir uns kleideten". Doch damit hatten die deutschen Gäste anfangs ihre Schwierigkeiten. "Kamen wir im geschlossenen Anzug, war legere Kleidung angesagt oder umgekehrt", gab der Arzt schmunzelnd zu. "Mir war das richtig peinlich". Schließlich habe er sich von Christel Gehlert von der German Heritage Society, die später auch noch viele Jahre den Kontakt zu Gera pflegte, beraten lassen.
Noch heute nach zehn Jahren denkt Dr. Gantenbein mit großer Begeisterung an den Aufenthalt in Fort Wayne zurück. Besonders fasziniert war er von dem exakten Plan, den die Fort Wayner minutiös aufgestellt hatten. Uhrzeiten, Personenkreis, sogar Getränke und Essen waren aufgeschrieben. "Wir haben in den neun Tagen viel gesehen und erlebt", denkt er zurück. Gespräche mit Sister City, der Handelskammer, der Indiana National Bank und mit dem Bürgermeister Paul Helmke, Besuche in einem Kindergarten, in einer Arztpraxis, eines Betriebes, der Kirche und vieler Sehenswürdigkeiten oder eines Shoppingcenters - all das musste absolviert werden, nicht zu vergessen das jeweils im Juni stattfinden German-Fest in Fort Wayne, das die Ehrengäste aus Gera mit eröffnen durften. Ein regionaler Fernsehsender und die Radiostation WXKE 104 interessierten sich ebenfalls für die Gäste aus Gera. "Wir sprachen einige Grußworte über den Sender, die dann öfters zu hören waren", erzählt er, "doch das Lustige war, dass uns die Radiostation noch einmal eingeladen hat, weil die Leute nicht glauben wollten, dass wir Deutsche waren, unser Akzent hätte so italienisch geklungen".

Das eigentliche Anliegen der Reise, die im Geraer Stadtparlament schwer erarbeitete Vorlage für den Partnerschaftsvertrag, fand leider keine Gnade vor den Augen von Sister City. "So wie wir das uns dachten, ging das nicht. An erster Stelle in dem Papier mussten die Menschen stehen, dann die Kultur, der Sport usw. und an letzter Stelle die Stadtverwaltung. Das war mit interessant", bekannte Dr. Gantenbein. Doch an diesen Formulierungen sollte der Städtepartnerschaftsvertrag nicht scheitern. Heute ist er zehn Jahre alt. Die Menschen sind sich näher gekommen. Freundschaften werden gepflegt. "Ich hoffe, dass ich etwas auf den Weg gebracht habe und freue mich, etwas bewegt zu haben", schließt Dr. Gantenbein seine Erinnerungen.

( Helga Schubert, 21.07.2001 )

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