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Kriminelle haben in Gera wenig Chancen

"In Gera ist es riskant, eine Straftat zu begehen", stellte Polizeidirektor Lothar Kissel im Pressegespräch zur Kriminalstatistik fest. Die neue Strategie der Polizeipräsenz mache sich bemerkbar. Bestimmte Tätergruppen seien nachts nicht mehr in Gera unterwegs. Dennoch könne man nicht die Augen verschließen, und besonders wachsam müsse die Drogenszene betrachtet werden. Auf keinen Fall dürfen die Dealer an Kinder herankommen. Mit kostenlosen Drogen und Präparaten werden die Kinder geködert, und wenn sich Dealer erst einmal im Schulumfeld befinden, ist es schwer, sie zu verdrängen. Deswegen sei Aufklärung und Vorbeugung ein wichtiger Schritt, sagte Lothar Kissel. Eltern, Schule und Polizei müssten dabei eng zusammenarbeiten. Den festgestellten Anstieg der Rauschgiftdelikte wertete der Polizeidirektor als ein Anzeichen für effektive Polizeiarbeit. Die Einsatzgruppe auf der Autobahn erziele dabei durchschlagende Erfolge. Die zur Polizeidirektion Gera gehörende Truppe betreut den Bereich ab Landesgrenze Sachsen bis zum Hermsdorfer Kreuz. Insgesamt wurden im Jahr 2000 771 Rauschgiftdelikte festgestellt. Die größte Zahl der Tatverdächtigen bildete dabei die Altersgruppe zwischen 18 und 21 Jahren. In der Altersgruppe zwischen 12 und 14 Jahren wurden zehn Tatverdächtige festgestellt. Die geringsten mit acht Tatverdächtigen befanden sich im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.
Im zurückliegenden Jahr wurden im Bereich der Polizeidirktion Gera 23 042 Straftaten bearbeitet. Die Aufklärungsquote liegt bei 65,4 Prozent. Schwerpunkt des Kriminalgeschehens bildeten die Eigentumsdelikte, obwohl gegenüber 1999 ein Rückgang zu verzeichnen sei. Bei Diebstählen "Rund um das Kfz" seien mit 1916 erfaßten Fällen 350 weniger als im Vorjahr registriert worden, wobei jedoch Diebstähle aus Kraftfahrzeugen ständig im Steigen begriffen seien, schätzte Lothar Kissel ein. Dabei, so musste er zugeben, sei die Aufklärungsrate stark rückläufig. Gegenüber 1999 mit 842 Fällen und einer Aufklärungsrate von 15,5 Prozent, wurden im vergangenen Jahr 877 Fälle registriert mit einer Aufklärungsrate von 5,9 Prozent. Entwendet wurden überwiegend Autoradios, Radiozubehör und Handys.
Der Anteil der Gewaltkriminalität, wozu Mord, Totschlag, Raub, Geiselnahme u.a. zählen, beträgt, gemessen an der Gesamtkriminalität, 2,2 Prozent. Seit 1998 sei im Schutzbereich der Polizeidirektion eine ständige Abnahme von Gewaltdelikten festzustellen, äußerte sich Lothar Kissel zufrieden. Opfer einer Straftat zu werden, sei im Vergleich zu anderen Bundesländern daher in Gera geringer.
Sorgen bereiteten der Polizei die Straftaten an Schulen. 285 Fälle wurden im Jahr 2000 erfasst. 205 Tatverdächtige wurden ermittelt, wobei 63,1 Prozent aufgeklärt werden konnten. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger läge bei 0,9 Prozent wies Lothar Kissel hin. Bei den Straftaten an Schulen handelt es sich um Rohheitsdelikte, Diebstahl, Rauschgiftdelikte und in fünf Fällen illegaler Handel mit Drogen. Bei den letzten beiden Delikten verwies der Polizeidirektor auf eine 100prozentige Aufklärung. Um Straftaten an Schulen vorzubeugen, will die Polizei gemeinsam mit dem Schulamt neue Wege beschreiten und vor allem Schulschwänzer stärker in Augenschein nehmen. "Schulschwänzen kann schon der Beginn einer kriminellen Aktivität sei", überlegte Lothar Kissel. Man wolle Spielhallen, Einkaufszentren und die Innenstadt stärker beobachten, um sich dann auch aufklärend an Eltern und Lehrer zu wenden.

( 14.03.2001 )

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